Vasopressin
Vasopressin (antidiuretisches Hormon) ist ein Peptidhormon, das bei der Regulation des Wasserhaushalts des Körpers und der Vasokonstriktion eine Rolle spielt. Es wird in der Behandlung von Diabetes insipidus, als Vasopressor bei vasodilatatorischem Schock, einschließlich septischem Schock und zur Kontrolle von Blutungen bei bestimmten Formen von Ösophagusvarizen eingesetzt.
Vasopressin: Übersicht

Anwendung
Vasopressin wird für verschiedene medizinische Zwecke angewendet, darunter:
- Behandlung des Diabetes insipidus: Eine Erkrankung, bei der die Nieren zu viel Flüssigkeit ausscheiden, was zu häufigem Wasserlassen und Durst führt. Vasopressin hilft, die Menge des ausgeschiedenen Urins zu reduzieren.
- Management von Blutungen: Insbesondere bei Blutungen aus dem oberen Gastrointestinaltrakt, wie sie bei Ösophagusvarizen vorkommen können. Vasopressin kann die Blutgefäße verengen und so die Blutung verringern.
- Erhöhung des Blutdrucks: Bei Patienten im septischen Schock oder anderen Zuständen, die mit niedrigem Blutdruck einhergehen, kann Vasopressin eingesetzt werden, um den Blutdruck zu erhöhen.
- Kardiopulmonale Reanimation (CPR): Vasopressin kann als Alternative oder Ergänzung zu Epinephrin bei der Behandlung eines Herzstillstands verwendet werden.
- Diagnostische Anwendung: In einigen Fällen kann Vasopressin auch diagnostisch eingesetzt werden, um die Nierenfunktion zu testen.
Vasopressin ist in Deutschland nicht mehr im Handel verfügbar.
Wirkmechanismus
Vasopressin, auch als antidiuretisches Hormon (ADH) bekannt, ist ein Peptidhormon, das primär in den Hypothalamusneuronen synthetisiert und von der Neurohypophyse (Hinterlappen der Hypophyse) freigesetzt wird. Es spielt eine zentrale Rolle in der Regulation des Wasserhaushalts des Körpers, indem es die Wasserrückresorption in den Nierenkanälchen erhöht. Dies geschieht durch die Bindung von Vasopressin an V2-Rezeptoren in den Nieren, was zur Einlagerung von Aquaporin-2-Wasserkanälen in die Membran der Sammelrohre führt und so die Permeabilität der Zellmembran für Wasser erhöht.
Darüber hinaus wirkt Vasopressin auf V1-Rezeptoren, die sich auf den glatten Muskelzellen der Blutgefäße befinden, was zu einer Vasokonstriktion und somit zu einem Anstieg des Blutdrucks führt. Diese vielfältigen Effekte von Vasopressin tragen zur Homöostase des Flüssigkeitsvolumens und des Blutdrucks bei, machen es zu einem wichtigen therapeutischen Mittel in der Behandlung von Zuständen wie dem Diabetes insipidus, der Hypotonie und bestimmten Arten von Blutungen.
Wirkstoff-Informationen
Geisslinger, Gerd, et al. "Mutschler Arzneimittelwirkungen." (2020).










