Elbasvir
Elbasvir ist ein antivirales Medikament, das als NS5A-Inhibitor gegen das Hepatitis-C-Virus wirkt. Es bindet an das NS5A-Protein, das für die virale RNA-Replikation und Virusmontage essenziell ist und blockiert dadurch die Produktion neuer Viruspartikel.
Elbasvir: Übersicht

Anwendung
Elbasvir wird in Kombination mit Grazoprevir unter dem Präparatenamen Zepatier zur Behandlung der chronischen Hepatitis C bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab einem Alter von 12 Jahren und einem Körpergewicht von mindestens 30 kg angewendet.
Wirkmechanismus
Elbasvir ist ein Inhibitor des Hepatitis-C-Virus-NS5A-Proteins, einem essenziellen Element der viralen RNA-Replikation und Montage der Viruspartikel. Durch die Blockade unterbindet Elbasvir effektiv diese kritischen Schritte im Lebenszyklus des Virus und stört die Bildung neuer viraler Genomkopien sowie die Assemblierung von Viruspartikeln, was zu einer deutlichen Reduktion der viralen Last im infizierten Wirt führt.
Nebenwirkungen
In klinischen Studien waren die am häufigsten (bei mehr als 10% der Behandelten) beschriebenen Nebenwirkungen Müdigkeit und Kopfschmerzen.
Wechselwirkungen
Folgende Wechselwirkungen sind bei der Anwendung von Elbasvir in Kombination mit Grazoprevir (Zepatier) zu beachten:
- OATP1B-Transporter-Hemmer: Die gleichzeitige Anwendung mit Medikamenten, die OATP1B-Transporter hemmen, ist kontraindiziert, da dies die Plasmakonzentration von Grazoprevir signifikant erhöhen kann.
- CYP3A und P-gp Induktoren: Die Nutzung zusammen mit Induktoren von CYP3A oder P-gp ist kontraindiziert, da diese die Konzentrationen von Elbasvir und Grazoprevir senken und die Wirkung von Zepatier vermindern können.
- Starke CYP3A-Inhibitoren: Die Anwendung mit starken CYP3A-Inhibitoren wird nicht empfohlen, da sie die Konzentrationen von Elbasvir und Grazoprevir erhöht.
- BCRP-Substrate: Elbasvir und Grazoprevir können die Plasmakonzentrationen von BCRP-Substraten erhöhen, indem sie BCRP im Darm hemmen.
- Vitamin-K-Antagonisten: Patienten, die mit Vitamin-K-Antagonisten behandelt werden, sollten engmaschig überwacht werden, da sich die Leberfunktion während der Behandlung mit Zepatier ändern kann.
- CYP3A-Substrate mit geringer therapeutischer Breite: Bei Arzneimitteln, die über CYP3A metabolisiert werden und eine geringe therapeutische Breite haben, wie bestimmte Immunsuppressiva, ist während der Behandlung eine engmaschige Überwachung und gegebenenfalls eine Dosierungsanpassung erforderlich.
Kontraindikationen
Elbasvir in Kombination mit Grazoprevir (Zepatier) besitzt folgende Gegenanzeigen:
- Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe
- Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh B oder C)
- Gleichzeitige Anwendung mit Inhibitoren des organischen Anionen-Transportpolypeptids 1B (Organic Anion Transporting Polypeptide 1B; OATP1B), wie z. B. Rifampicin, Atazanavir, Darunavir, Lopinavir, Saquinavir, Tipranavir, Cobicistat oder Ciclosporin
- Gleichzeitige Anwendung mit Induktoren von Cytochrom P450 3A (CYP3A) oder P-Glykoprotein (P-gp), wie z. B. Efavirenz, Phenytoin, Carbamazepin, Bosentan, Etravirin, Modafinil oder Johanniskraut (Hypericum perforatum)
Anwendungshinweise
Folgende Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen sind bei der Anwendung von Elbasvir in Kombination mit Grazoprevir (Zepatier) zu beachten:
- ALT-Erhöhungen: Ein geringer Prozentsatz der Patienten könnte eine späte Erhöhung der Alanin-Aminotransferase (ALT) erfahren, die besonders nach der achten Behandlungswoche auftritt. Diese Erhöhungen sind mit der Dosis von Grazoprevir korreliert und traten häufiger bei Frauen, Asiaten und älteren Patienten auf. Vor Beginn der Therapie, in der achten Woche und bei Bedarf sind Leberfunktionstests durchzuführen.
- Symptome einer Leberschädigung: Patienten sollten sofort einen Arzt aufsuchen, wenn Symptome wie Müdigkeit, Schwächegefühl, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Gelbsucht oder Verfärbung des Stuhls auftreten. Bei einem Anstieg der ALT-Werte über das Zehnfache der oberen Normgrenze oder bei Anzeichen einer Leberentzündung sollte die Behandlung mit Zepatier überdacht oder abgebrochen werden.
- Genotypspezifische Aktivität: Zepatier ist nicht für die Behandlung von Hepatitis C-Genotypen 2, 3, 5 und 6 empfohlen, da seine Wirksamkeit für diese Genotypen nicht nachgewiesen wurde.
- Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten: Die gleichzeitige Anwendung von Zepatier mit OATP1B-Inhibitoren oder Induktoren von CYP3A oder P-gp ist kontraindiziert, da sie die Plasmakonzentration von Elbasvir und Grazoprevir signifikant beeinflussen kann. Die Kombination mit starken CYP3A-Inhibitoren wird ebenfalls nicht empfohlen.
- HCV/HBV-Koinfektion: Vor Beginn der Behandlung sollte auf eine HBV-Infektion getestet werden, da eine Hepatitis-B-Virus-Reaktivierung während oder nach der Therapie mit direkt wirkenden antiviralen Medikamenten berichtet wurde.
- Diabetes: Bei diabetischen Patienten kann es zu einer verbesserten Blutzuckerkontrolle kommen, was zu einer symptomatischen Hypoglykämie führen kann. Daher ist eine engmaschige Überwachung des Blutzuckerspiegels erforderlich.
- Anwendung bei Kindern und Jugendlichen: Zepatier ist für Kinder unter 12 Jahren nicht angezeigt.
Wirkstoff-Informationen
Fachinformation Zepatier
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