Pembrolizumab
Pembrolizumab ist ein monoklonaler Antikörper aus der Gruppe der PD-1-Inhibitoren. Er wird bei verschiedenen Krebsarten eingesetzt, u. a. bei fortgeschrittenem Melanom, nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom, Hodgkin-Lymphom, Urothelkarzinom sowie Kopf-Hals-Tumoren.
Pembrolizumab: Übersicht

Anwendung
Der Checkpoint-Inhibitor Pembrolizumab besitzt folgende Anwendungsgebiete:
Melanom
- Monotherapie: Behandlung des fortgeschrittenen (nicht resezierbaren oder metastasierenden) Melanoms bei Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren und Erwachsenen.
- Adjuvante Therapie: Behandlung des Melanoms in den Tumorstadien IIB, IIC oder III nach vollständiger Resektion bei Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren und Erwachsenen.
Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC)
- Neoadjuvante und adjuvante Therapie: Kombination mit Platin-basierter Chemotherapie für resezierbares NSCLC mit hohem Rezidivrisiko bei Erwachsenen.
- Adjuvante Therapie: Monotherapie nach vollständiger Resektion und Platin-basierter Chemotherapie für NSCLC mit hohem Rezidivrisiko bei Erwachsenen.
- Erstlinienbehandlung: Monotherapie für metastasierendes NSCLC mit PD-L1-exprimierenden Tumoren (TPS ≥ 50%) ohne EGFR- oder ALK-positive Tumormutationen bei Erwachsenen.
- Erstlinienbehandlung: Kombination mit Pemetrexed und Platin-Chemotherapie für metastasierendes nicht-plattenepitheliales NSCLC ohne EGFR- oder ALK-positive Tumormutationen bei Erwachsenen.
- Erstlinienbehandlung: Kombination mit Carboplatin und entweder Paclitaxel oder nab-Paclitaxel für metastasierendes plattenepitheliales NSCLC bei Erwachsenen.
- Zweitlinienbehandlung: Monotherapie für lokal fortgeschrittenes oder metastasierendes NSCLC mit PD-L1-exprimierenden Tumoren (TPS ≥ 1%) nach vorheriger Chemotherapie bei Erwachsenen. Patienten mit EGFR- oder ALK-positiven Tumormutationen sollten vorher eine gezielte Therapie erhalten haben.
Malignes Pleuramesotheliom (MPM)
- Erstlinienbehandlung: Kombination mit Pemetrexed und Platin‑Chemotherapie zur Behandlung des nicht resezierbaren nichtepitheloiden malignen Pleuramesothelioms bei Erwachsenen.
Klassisches Hodgkin-Lymphom (HL)
- Monotherapie: Behandlung des rezidivierenden oder refraktären klassischen Hodgkin-Lymphoms bei Kindern und Jugendlichen ab 3 Jahren und Erwachsenen nach Versagen einer autologen Stammzelltransplantation oder nach mindestens zwei vorangegangenen Therapien, wenn eine autologe Stammzelltransplantation nicht in Frage kommt.
Urothelkarzinom
- Neoadjuvante und adjuvante Behandlung: Kombination mit Enfortumab vedotin zur neoadjuvanten und anschließend nach radikaler Zystektomie zur adjuvanten Behandlung des resezierbaren muskelinvasiven Blasenkarzinoms (MIBC) bei Erwachsenen, die nicht für eine Cisplatin-basierte Therapie geeignet sind.
- Erstlinienbehandlung: Kombination mit Enfortumab vedotin zur Behandlung des nicht resezierbaren oder metastasierenden Urothelkarzinoms bei Erwachsenen.
- Monotherapie: Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden Urothelkarzinoms nach vorheriger Platin-basierter Therapie bei Erwachsenen.
- Monotherapie: Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden Urothelkarzinoms bei Erwachsenen, die nicht für eine Cisplatin-basierte Therapie geeignet sind und deren Tumoren PD-L1 mit einem kombinierten positiven Score (CPS) ≥ 10 exprimieren.
Plattenepithelkarzinom der Kopf-Hals-Region (HNSCC)
- Neoadjuvante und adjuvante Therapie: Monotherapie zur neoadjuvanten Behandlung und anschließend zur adjuvanten Behandlung in Kombination mit Strahlentherapie mit oder ohne begleitende Cisplatin‑Therapie und danach als Monotherapie bei resezierbarem lokal fortgeschrittenem HNSCC mit PD‑L1‑exprimierenden Tumoren (CPS ≥ 1) bei Erwachsenen.
- Erstlinienbehandlung: Monotherapie oder Kombination mit Platin- und 5-Fluorouracil (5-FU)-Chemotherapie für metastasierendes oder nicht resezierbares rezidivierendes HNSCC bei Erwachsenen mit PD-L1-exprimierenden Tumoren (CPS ≥ 1).
- Zweitlinienbehandlung: Monotherapie für rezidivierendes oder metastasierendes HNSCC mit PD-L1-exprimierenden Tumoren (TPS ≥ 50%) und Fortschreiten während oder nach vorheriger Platin-basierter Therapie bei Erwachsenen.
Nierenzellkarzinom (RCC)
- Erstlinienbehandlung: Kombination mit Axitinib für fortgeschrittenes Nierenzellkarzinom bei Erwachsenen.
- Erstlinienbehandlung: Kombination mit Lenvatinib für fortgeschrittenes Nierenzellkarzinom bei Erwachsenen.
- Adjuvante Therapie: Monotherapie für Nierenzellkarzinom mit erhöhtem Rezidivrisiko nach Nephrektomie oder nach Nephrektomie und Resektion metastasierter Läsionen bei Erwachsenen.
Tumoren mit hochfrequenter Mikrosatelliteninstabilität (MSI-H) oder Mismatch-Reparatur-Defizienz (dMMR)
Kolorektalkarzinom (CRC)
- Erstlinienbehandlung: Monotherapie für metastasierendes Kolorektalkarzinom.
- Zweitlinienbehandlung: Behandlung des nicht resezierbaren oder metastasierenden Kolorektalkarzinoms nach vorheriger Fluoropyrimidin-basierter Kombinationstherapie.
Nicht-kolorektale Karzinome
- Endometriumkarzinom: Fortgeschrittenes oder rezidivierendes Endometriumkarzinom nach Platin-basierter Therapie, wenn eine kurative Behandlung nicht möglich ist.
- Magen-, Dünndarm- oder biliäres Karzinom: Behandlung nach mindestens einer vorherigen Therapie bei nicht resezierbarem oder metastasierendem Karzinom.
Ösophaguskarzinom
- Erstlinienbehandlung: Kombination mit Platin- und Fluoropyrimidin-basierter Chemotherapie für lokal fortgeschrittenes nicht resezierbares oder metastasierendes Ösophaguskarzinom bei Erwachsenen mit PD-L1-exprimierenden Tumoren (CPS ≥ 10).
Triple-negatives Mammakarzinom (TNBC)
- Neoadjuvante und adjuvante Therapie: Kombination mit Chemotherapie zur neoadjuvanten Behandlung und anschließend als Monotherapie zur adjuvanten Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder frühen triple-negativen Mammakarzinom mit hohem Rezidivrisiko bei Erwachsenen.
- Behandlung des lokal rezidivierenden oder metastasierenden TNBC: Kombination mit Chemotherapie bei PD‑L1‑exprimierenden Tumoren (CPS ≥ 10) bei Erwachsenen, die keine vorherige Chemotherapie zur Behandlung der metastasierenden Erkrankung erhalten haben.
Endometriumkarzinom (EC)
- Erstlinienbehandlung: Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel zur Behandlung des primär fortgeschrittenen oder rezidivierenden Endometriumkarzinom bei Erwachsenen, die für eine systemische Therapie geeignet sind.
- Zweitlinienbehandlung: Kombination mit Lenvatinib für fortgeschrittenes oder rezidivierendes Endometriumkarzinom nach Platin-basierter Therapie, wenn eine kurative Behandlung nicht möglich ist.
Zervixkarzinom
- Erstlinienbehandlung: Kombination mit Radiochemotherapie (perkutane Strahlentherapie gefolgt von Brachytherapie) bei lokal fortgeschrittenes Zervixkarzinom im FIGO‑Stadium III–IVA bei Erwachsenen ohne vorherige definitive Therapie.
- Zweitlinienbehandlung: Kombination mit Chemotherapie mit oder ohne Bevacizumab für persistierendes, rezidivierendes oder metastasierendes Zervixkarzinom mit PD-L1-exprimierenden Tumoren (CPS ≥ 1).
Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs (GEJ)
- HER2‑positiv: Erstlinienbehandlung in Kombination mit Trastuzumab sowie Fluoropyrimidin‑ und Platin‑basierter Chemotherapie bei PD‑L1‑exprimierenden Tumoren (CPS ≥ 1).
- HER2‑negativ: Erstlinienbehandlung in Kombination mit Fluoropyrimidin‑ und Platin‑basierter Chemotherapie bei PD‑L1‑exprimierenden Tumoren (CPS ≥ 1).
Biliäres Karzinom (BTC)
- Erstlinienbehandlung: Kombination mit Gemcitabin und Cisplatin für lokal fortgeschrittenes nicht resezierbares oder metastasierendes biliäres Karzinom bei Erwachsenen.
Ovarialkarzinom
- Behandlung des platin‑resistenten epithelialen Ovarial‑, Eileiter‑ oder primären Peritonealkarzinoms: Kombination mit Paclitaxel mit oder ohne Bevacizumab bei PD‑L1‑exprimierenden Tumoren (CPS ≥ 1) nach ein oder zwei vorherigen systemischen Behandlungsregimen bei Erwachsenen.
Anwendungsart
Pembrolizumab liegt als Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung vor und soll ausschließlich intravenös appliziert werden. Keine Druck- oder Bolusinjektion anwenden.
Wichtiger Hinweis: Es gibt auch eine subkutane Pembrolizumabformulierung, i.v. und s.c. Präparate sind nicht austauschbar.
Wirkmechanismus
Pembrolizumab ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper, der an den PD-1 (Programmed cell death) Rezeptor bindet und damit die Interaktion mit seinen Liganden PD-L1 (programmed cell death ligand) und PD-L2 verhindert.
Der PD-1-Rezeptor ist ein negativer Regulator der T-Zell-Aktivität, der an der Kontrolle der T-Zell-Immunreaktion beteiligt ist. Der Rezeptor wird hauptsächlich auf der Oberfläche aktivierter T-Zellen exprimiert . Binden an ihn die Liganden PD-L1 und PD-L2, wird die zytotoxische T-Zell-Immunantwort gehemmt und so überschießende Immunreaktionen verhindert. Diesen negativen Rückkopplungsmechanismus missbrauchen allerdings Tumorzellen, indem sie ebenfalls die beiden Liganden exprimieren. In der Folge wird das Immunsystem ausgebremst und daran gehindert, die Krebszellen zu attackieren.
Durch die Hemmung der Bindung des PD-1-Rezeptors an seine Liganden PD-L1 und PD-L2 verstärkt Pembrolizumab so die T-Zell-Reaktion einschließlich der Immunreaktion gegen den Tumor.
Pembrolizumab wird auch als Checkpoint-Inhibitor bezeichnet, da das Immuntherapeutikum das körpereigene Immunsystem wieder in die Lage versetzt, selbst verstärkt gegen den Krebs zu kämpfen, indem es wichtige Schaltstellen, sogenannte Checkpoints, blockiert.

Pharmakokinetik
Resorption
- Pembrolizumab wird intravenös gegeben und ist daher sofort und vollständig bioverfügbar.
Verteilung
- Das Verteilungsvolumen im Steady State ist gering (~6,0 l; CV: 20 %). Pembrolizumab bindet nicht spezifisch an Plasmaproteine.
Metabolismus
- Pembrolizumab wird über unspezifische Stoffwechselwege abgebaut; der Metabolismus trägt nicht zur Clearance bei.
Elimination
- Nach Erreichen des Steady State ist die Ausscheidung um etwa 23 % geringer als bei der Initialdosis. Die terminale Halbwertszeit beträgt 22 Tage (CV: 32 %).
- Linearität/Nicht-Linearität: Die Exposition von Pembrolizumab nimmt dosisproportional zu. Steady-State-Konzentrationen werden nach 16 Wochen erreicht, mit einer systemischen Akkumulation um das 2,1-Fache.
Besondere Patientengruppen:
- Einschränkung der Nierenfunktion: Keine klinisch bedeutsamen Unterschiede in der Ausscheidung bei Patienten mit leichter oder moderater Nierenfunktionsstörung im Vergleich zu Patienten mit normaler Nierenfunktion.
- Einschränkung der Leberfunktion: Keine klinisch bedeutsamen Unterschiede in der Ausscheidung bei Patienten mit leichter oder moderater Leberfunktionsstörung im Vergleich zu Patienten mit normaler Leberfunktion.
- Patienten mit klassischem HL: Bei Gabe von 200 mg Pembrolizumab alle 3 Wochen wurden bis zu 40 % höhere mediane Steady-State-Talspiegel beobachtet als bei anderen Tumorarten.
Dosierung
- Erwachsene: Empfohlene Dosis: 200 mg alle 3 Wochen oder 400 mg alle 6 Wochen als intravenöse Gabe über 30 Minuten.
- Kinder und Jugendliche: Monotherapie bei klassischem HL (ab 3 Jahren) oder Melanom (ab 12 Jahren): 2 mg/kg Körpergewicht (bis zu einem Maximum von 200 mg) alle 3 Wochen als intravenöse Gabe über 30 Minuten.
- Kombinationstherapie: Fachinformationen der begleitenden Therapeutika beachten.
Patientenselektion
- PD‑L1‑Test: Falls im Anwendungsgebiet gefordert, Selektion anhand einer validierten PD‑L1‑Testung.
- MSI‑/MMR‑Test: Falls im Anwendungsgebiet gefordert, Selektion anhand eines bestätigten MSI‑H‑/dMMR‑Status.
Behandlungsdauer
- Allgemein: Bis Fortschreiten der Krebserkrankung oder unzumutbare Toxizität.
- Adjuvante Behandlung (Melanom, NSCLC, RCC): Bis Rezidiv, unzumutbare Toxizität oder maximal 1 Jahr.
- Resezierbares NSCLC
- Neoadjuvant (Kombination mit Chemotherapie): 4 Dosen von 200 mg alle 3 Wochen oder 2 Dosen von 400 mg alle 6 Wochen oder bis Progress, der eine kurative Operation ausschließt, oder unzumutbare Toxizität.
- Adjuvant (Monotherapie): 13 Dosen von 200 mg alle 3 Wochen oder 7 Dosen von 400 mg alle 6 Wochen oder bis zum Auftreten eines Rezidivs oder unzumutbarer Toxizität.
- Bei Progress oder unzumutbarer Toxizität unter neoadjuvanter Therapie keine adjuvante Monotherapie.
- Resezierbares lokal fortgeschrittenes HNSCC
- Neoadjuvant: 2 Dosen 200 mg alle 3 Wochen oder 1 Dosis 400 mg, oder bis Progress (der eine kurative Operation ausschließt) oder unzumutbare Toxizität.
- Adjuvant: Kombination mit Strahlentherapie ± Cisplatin, anschließend Monotherapie; Abbruch bei Rezidiv oder unzumutbarer Toxizität.
- Bei Progress oder unzumutbarer Toxizität unter neoadjuvanter Therapie keine adjuvante Kombinationstherapie.
- Triple‑negatives Mammakarzinom (TNBC)
- Neoadjuvant (Kombination mit Chemotherapie): 8 Dosen von 200 mg alle 3 Wochen oder 4 Dosen von 400 mg alle 6 Wochen.
- Adjuvant (Monotherapie): 9 Dosen von 200 mg alle 3 Wochen oder 5 Dosen von 400 mg alle 6 Wochen.
- Bei Progress oder unzumutbarer Toxizität unter neoadjuvanter Therapie keine adjuvante Monotherapie.
- Zervixkarzinom (lokal fortgeschritten)
- Simultan mit Radiochemotherapie, anschließend Monotherapie bis Progression, unzumutbare Toxizität oder maximal 24 Monate.
Therapieunterbrechung und Abbruch
- Dosisreduktionen von Pembrolizumab werden nicht empfohlen.
- Bei immunvermittelten Nebenwirkungen: Unterbrechung oder dauerhaftes Absetzen gemäß Schweregrad (siehe Tabelle 1 der Fachinfo).
- Bei Grad‑4‑ oder wiederholt Grad‑3‑immunvermittelten Nebenwirkungen: dauerhaftes Absetzen (sofern nicht anders festgelegt).
- Ausnahme: Bei Grad‑4‑hämatologischer Toxizität bei klassischem HL → Unterbrechung bis Rückgang auf Grad 0–1.
Kombinationstherapien
- Pembrolizumab + Axitinib (RCC): Dosierung und Dosisanpassungen gemäß Axitinib‑Fachinformation; bei relevanten Leberwerterhöhungen Therapieunterbrechung bzw. Absetzen beider Substanzen.
- Pembrolizumab + Lenvatinib: Unterbrechung, Dosisreduktion oder Absetzen von Lenvatinib gemäß Fachinformation; Dosisreduktion von Pembrolizumab nicht vorgesehen.
Besondere Patientengruppen
- Ältere Patienten (≥ 65 Jahre): keine Dosisanpassung erforderlich.
- Eingeschränkte Nieren‑ oder Leberfunktion (leicht bis moderat): keine Dosisanpassung; schwere Einschränkungen nicht untersucht.
- Kinder und Jugendliche: Wirksamkeit und Sicherheit außer bei Melanom und klassischem HL nicht erwiesen.
Nebenwirkungen
Häufigste Nebenwirkungen unter Monotherapie
- Ermüdung/Fatigue
- Diarrhö
- Übelkeit
Schwere Nebenwirkungen
- Immunvermittelte Nebenwirkungen und schwere infusionsbedingte Reaktionen: Besonders relevant in adjuvanten und metastasierten Settings.
Häufigste Nebenwirkungen in Kombination mit Chemotherapie
- Anämie
- Übelkeit
- Ermüdung/Fatigue
- Diarrhö
- Obstipation
- Erbrechen
- Verminderter Appetit
- Neutropenie
Häufigste Nebenwirkungen in Kombination mit Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI)
- Diarrhö
- Hypertonie
- Hypothyreose
- Ermüdung/Fatigue
- Verminderter Appetit
- Übelkeit
- Arthralgie
Schweregrad 3-5 Nebenwirkungen bei spezifischen Patientengruppen
- NSCLC: unter Kombinationstherapie, unter Chemotherapie
- HNSCC: unter Kombinationstherapie, unter Chemotherapie
- Ösophaguskarzinom: unter Kombinationstherapie, unter Chemotherapie
- TNBC: unter Kombinationstherapie, unter Chemotherapie
- Zervixkarzinom: unter Kombinationstherapie, unter Chemotherapie
- Magenkarzinom: unter Kombinationstherapie, unter Chemotherapie
- Biliäres Karzinom: unter Kombinationstherapie, unter Chemotherapie
Immunvermittelte Nebenwirkungen
- Pneumonitis
- Kolitis
- Hepatitis: Überwachen und ggf. Kortikosteroide
- Nephritis: Überwachen und ggf. Kortikosteroide
- Endokrinopathien: Überwachen und Hormonsubstitution
Hautreaktionen
- Schwere Hautreaktionen einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und toxische epidermale Nekrolyse (TEN)
Systemische Nebenwirkungen
- Fieber, Ödeme, grippeähnliche Symptome
Wechselwirkungen
Es wurden keine formalen pharmakokinetischen Wechselwirkungsstudien mit Pembrolizumab durchgeführt. Da Pembrolizumab durch katabolischen Abbau aus dem Blutkreislauf eliminiert wird, sind keine Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln zu erwarten.
Die systemische Anwendung von Kortikosteroiden oder Immunsuppressiva vor Beginn der Therapie mit Pembrolizumab sollte vermieden werden, da sie die pharmakodynamische Aktivität und Wirksamkeit von Pembrolizumab beeinträchtigen können.
Nach Beginn der Therapie mit Pembrolizumab können systemische Kortikosteroide oder andere Immunsuppressiva jedoch zur Behandlung von immunvermittelten Nebenwirkungen eingesetzt werden. Zudem können Kortikosteroide als Prämedikation zur Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen sowie zur Linderung von chemotherapiebedingten Nebenwirkungen verwendet werden, wenn Pembrolizumab in Kombination mit Chemotherapie angewendet wird.
Kontraindikationen
Pembrolizumab darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff.
Schwangerschaft
Pembrolizumab sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, da aufgrund des Wirkmechanismus ein Risiko für den Fötus (z. B. Abort, Totgeburt) besteht.
Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und mindestens vier Monate nach der letzten Gabe zuverlässig verhüten.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Pembrolizumab in die Muttermilch übergeht; ein Risiko für den Säugling kann nicht ausgeschlossen werden. Es muss entschieden werden, ob das Stillen unterbrochen oder die Therapie ausgesetzt wird, unter Berücksichtigung des Nutzens für Mutter und Kind.
Verkehrstüchtigkeit
Pembrolizumab hat einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen, da bei einigen Patienten nach Gabe von Pembrolizumab über Schwindel und Müdigkeit/Erschöpfung berichtet wurde.
Anwendungshinweise
Folgende Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen sind bei der Anwendung von Pembrolizumab zu beachten:
- Rückverfolgbarkeit: Bezeichnung und Chargenbezeichnung des Arzneimittels müssen eindeutig dokumentiert werden.
- Patientenselektion: Falls im Anwendungsgebiet vorgesehen, ist eine validierte Bestimmung des PD‑L1‑Status bzw. des MSI‑H‑/dMMR‑Status erforderlich.
- Immunvermittelte Nebenwirkungen: Schwere immunvermittelte Nebenwirkungen, einschließlich tödlicher Fälle, traten auf. Diese sind oft reversibel und durch Therapieunterbrechung und Kortikosteroide beherrschbar. Sie können auch nach der letzten Dosis auftreten.
- Immunvermittelte Pneumonitis: Patienten auf Anzeichen und Symptome überwachen, radiologisch bestätigen und andere Ursachen ausschließen. Kortikosteroide bei Grad ≥ 2 Ereignissen. Therapie bei Grad-2-Pneumonitis unterbrechen, bei Grad-3 oder Grad-4 dauerhaft absetzen oder bei wiederholt auftretender Grad‑2‑Pneumonitis dauerhaft absetzen.
- Immunvermittelte Kolitis: Patienten auf Anzeichen und Symptome überwachen und andere Ursachen ausschließen. Kortikosteroide bei Grad ≥ 2 Ereignissen. Therapie bei Grad-2- oder Grad-3-Kolitis unterbrechen, bei Grad-4 dauerhaft absetzen oder bei wiederholt auftretender Grad‑3‑Kolitis dauerhaft absetzen.
- Immunvermittelte Hepatitis: Überwachen Sie Leberfunktion und Anzeichen einer Hepatitis. Kortikosteroide bei Grad-2- und Grad-3-Ereignissen. Therapie entsprechend des Schweregrads der Leberenzymerhöhung unterbrechen oder absetzen.
- Immunvermittelte Nephritis: Überwachen Sie Nierenfunktion und schließen Sie andere Ursachen aus. Kortikosteroide ab Grad ≥ 2 Ereignissen. Therapie bei Grad-2 unterbrechen, bei Grad-3 oder Grad-4 dauerhaft absetzen.
- Immunvermittelte Endokrinopathien: Überwachen Sie auf Endokrinopathien wie Nebenniereninsuffizienz und Schilddrüsenfunktionsstörungen. Kortikosteroide und Hormonsubstitution können erforderlich sein. Therapie bei Grad-2 unterbrechen, bei Grad-3 oder Grad-4 dauerhaft absetzen. Zusätzlich wurden Hypophysitis, Hyperthyreose, Thyreoiditis sowie Diabetes mellitus Typ 1 (einschließlich diabetischer Ketoazidose) berichtet.
- Immunvermittelte Hautreaktionen: Überwachen Sie auf schwere Hautreaktionen. Kortikosteroide bei schweren Reaktionen. Therapie bei Grad-3 unterbrechen, bei Grad-4 dauerhaft absetzen. Bei Verdacht auf SJS oder TEN Therapie unterbrechen und bei Bestätigung dauerhaft absetzen.
- Weitere immunvermittelte Nebenwirkungen: Seltene, teils schwere Ereignisse wie Myokarditis, Perikarditis, Myositis, Pankreatitis, Uveitis, Guillain‑Barré‑Syndrom, Myastheniesyndrom, Enzephalitis, Myelitis, Vaskulitis und Sarkoidose wurden berichtet.
- Organtransplantation: Die Behandlung kann das Risiko einer Organabstoßung erhöhen. Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich.
- Stammzelltransplantationen (allo-HSZT): Bei Patienten nach Pembrolizumab-Therapie wurden GVHD und VOD beobachtet. Risiko transplantationsbedingter Komplikationen sorgfältig abwägen. Auch bei Patienten mit allogener HSZT in der Vorgeschichte wurden akute und chronische GVHD berichtet.
- Infusionsbedingte Reaktionen: Schwere Reaktionen wie Überempfindlichkeit und Anaphylaxie wurden berichtet. Bei Grad-3 oder Grad-4 dauerhaft absetzen. Bei Grad-1 oder Grad-2 unter engmaschiger Überwachung fortsetzen.
- Patienten mit vorbestehenden Autoimmunerkrankungen: Erhöhtes Risiko für immunvermittelte Nebenwirkungen und Schübe; Nutzen‑Risiko‑Abwägung erforderlich.
- Kombination mit Chemotherapie: Bei Patienten ≥ 75 Jahren mit Vorsicht anwenden.
- Erkrankungsspezifische Vorsichtsmaßnahmen: Besondere Vorsicht bei Patienten mit Urothelkarzinom nach Platin-basierter Therapie. Zusätzlich Vorsicht bei NSCLC und HNSCC in der Erstlinienbehandlung (frühe Mortalität beobachtet), bei MSI‑H/dMMR‑Endometriumkarzinom sowie bei biliärem Karzinom (Risiko für Cholangitis, insbesondere bei biliären Stents).
- Von klinischen Studien ausgeschlossene Patienten: Patienten mit schweren Autoimmunerkrankungen, aktiven ZNS-Metastasen und anderen schwerwiegenden Erkrankungen waren ausgeschlossen. Anwendung nur nach sorgfältiger Abwägung.
- Patientenkarte: Patienten müssen über die Risiken der Therapie informiert werden und die Patientenkarte erhalten.
Alternativen
Pharmakologische Alternativen zu Pembrolizumab sind z. B.:
Alle gehören zur Gruppe der Immuncheckpoint-Inhibitoren und modulieren die PD-1/PD-L1-Achse, um die antitumorale T-Zell-Antwort zu verstärken. Sie werden überwiegend intravenös angewendet und zeigen ein ähnliches Profil immunvermittelter Nebenwirkungen.
Wirkstoff-Informationen
- Fachinformation Keytruda
- Poole, Raewyn M. "Pembrolizumab: first global approval." Drugs 74.16 (2014): 1973-1981.
- Choueiri, Toni K., et al. "Overall survival with adjuvant pembrolizumab in renal-cell carcinoma." New England Journal of Medicine 390.15 (2024): 1359-1371.
- Balan, Lavinia, et al. "Clinical Outcomes and Molecular Predictors of Pembrolizumab (Keytruda) as a PD-1 Immune Checkpoint Inhibitor in Advanced and Metastatic Cervical Cancer: A Systematic Review and Meta-Analysis." Biomedicines 12.5 (2024): 1109.
- Merck Sharp & Dohme B.V. (2026). Fachinformation KEYTRUDA® (Pembrolizumab). Stand: Juni 2026.










