Trifluridin
Trifluridin ist ein Nukleosid-Analogon, das als Antimetabolit wirkt und die DNA-Synthese hemmt. Es wird u.a. in Kombination mit Tipiracil zur Behandlung von metastasiertem kolorektalem Karzinom und anderen fortgeschrittenen soliden Tumoren verwendet.
Trifluridin: Übersicht

Anwendung
Trifluridin wird in zwei Hauptanwendungsgebieten eingesetzt:
Augeninfektionen:
- Herpes-simplex-Keratitis: Trifluridin ist zugelassen zur Behandlung der oberflächlichen Infektionen der Hornhaut, die durch das Herpes-simplex-Virus verursacht werden.
Onkologie:
- Metastasiertes kolorektales Karzinom (mCRC): In Kombination mit Tipiracil (als Lonsurf®) ist Trifluridin zugelassen zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit mCRC, die bereits mit Standardtherapien wie Fluoropyrimidin-, Oxaliplatin- und Irinotecan-basierten Behandlungen, Anti-VEGF-Therapien und Anti-EGFR-Therapien therapiert wurden.
- Magenkarzinom: Lonsurf wird angewendet als Monotherapie zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit metastasiertem Magenkarzinom einschließlich Adenokarzinom des gastroösophagealen Übergangs, die bereits mit mindestens zwei systemischen Therapieregimen für die fortgeschrittene Erkrankung behandelt worden sind
Wirkmechanismus
Trifluridin ist ein Thymidin-Nukleosid-Analogon, das seine antivirale und antineoplastische Aktivität durch die Hemmung der DNA-Synthese ausübt. Nach der Aufnahme in die Zellen wird Trifluridin durch zelluläre Kinasen zunächst in Trifluridin-Monophosphat und weiter in die aktive Form, Trifluridin-Triphosphat, umgewandelt. Dieses Triphosphat konkurriert mit dem natürlichen Substrat Thymidin-Triphosphat um den Einbau in die DNA durch die DNA-Polymerase.
Im Fall von viraler DNA führt der Einbau von Trifluridin-Triphosphat zur vorzeitigen Termination der DNA-Strangverlängerung und somit zur Hemmung der viralen Replikation. In Tumorzellen stört Trifluridin die DNA-Synthese ähnlich, was zu DNA-Schäden führt und letztlich die Zellteilung und das Tumorwachstum hemmt. Die selektive Akkumulation von Trifluridin in rasch teilenden Zellen, wie sie in Tumoren und bei viraler Infektion vorkommen, trägt zur spezifischen Wirkung des Medikaments bei.
Dosierung
Bei der Behandlung von Herpes-simplex-Keratitis wird Trifluridin als Augentropfen verabreicht. Die übliche Dosis beträgt ein Tropfen in das betroffene Auge alle drei Stunden während der Wachzeit. Nach Abklingen der Beschwerden sollte zur Vermeidung einer Neuerkrankung noch etwa 8 Tage mit verminderter Dosierung weiterbehandelt werden.
Bei der Behandlung von metastasiertem kolorektalem Karzinom wird Trifluridin in Kombination mit Tipiracil oral eingenommen:
- Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 35 mg/m² zweimal täglich an Tag 1-5 und Tag 8-12 eines 28-tägigen Zyklus.
- Maximale Dosis: Nicht mehr als 80 mg pro Einzeldosis.
- Dosierungsanpassung: Dosisberechnung basierend auf der Körperoberfläche (KOF)
Nebenwirkungen
Die Nebenwirkungen von Trifluridin bei äußerlicher Anwendung in Augentropfen beschränken sich meist auf vorübergehende gering ausgeprägte Rötungen, Brennen, Tränenfluss und Juckreiz.
Nebenwirkungen der Einnahme Trifluridin sind unter anderem Blutarmut (Anämie) und Blutbildveränderungen wie Neutropenie und Thrombozytopenie. Daneben verursacht der Wirkstoff vor allem Magen-Darm-Beschwerden, Geschmacksstörungen und Haarausfall.
Kontraindikationen
Trifluridin darf nicht bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff angewendet werden.
Anwendungshinweise
Folgende Hinweise sind bei der Anwendung von Lonsurf (Trifluridin/Tipiracil) zu beachten:
- Knochenmarksuppression: Lonsurf kann Anämie, Neutropenie, Leukopenie und Thrombozytopenie verursachen. Vor Therapiebeginn und während der Behandlung ist eine regelmäßige Blutbildkontrolle erforderlich.
- Gastrointestinale Toxizität: Häufig treten Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auf. Eine engmaschige Überwachung und symptomatische Behandlung sind wichtig.
- Nierenfunktionsstörung: Bei eingeschränkter Nierenfunktion erhöht sich die Häufigkeit unerwünschter Ereignisse. Bei schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 15 ml/min) wird die Anwendung nicht empfohlen.
- Leberfunktionsstörung: Eine erhöhte Inzidenz von Hyperbilirubinämie Grad 3 und 4 tritt bei Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörung auf. Die Anwendung wird bei schwerer Leberfunktionsstörung nicht empfohlen.
- Proteinurie: Regelmäßige Kontrollen mittels Urinteststreifen sind erforderlich.
Wirkstoff-Informationen
- Fachinformation Lonsurf
- Burness, Celeste B., and Sean T. Duggan. "Trifluridine/tipiracil: a review in metastatic colorectal cancer." Drugs 76 (2016): 1393-1402.
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Lonsurf 15 mg/6,14 mg Abacus Filmtabletten
Abacus Medicine A/S
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Lonsurf 15 mg/6,14 mg Axicorp Filmtabletten
axicorp Pharma B.V.
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Lonsurf 15 mg/6,14 mg CC-Pharma Filmtabletten
CC Pharma GmbH
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Lonsurf 15 mg/6,14 mg Eurim Filmtabletten
Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH
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Lonsurf® 15 mg/6,14 mg Filmtabletten
Servier Deutschland GmbH
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Lonsurf 15 mg/6,14 mg kohlpharma Filmtabletten
kohlpharma GmbH
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Lonsurf 15 mg/6,14 mg Orifarm Filmtabletten
Orifarm GmbH
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Lonsurf 15 mg/6,14 mg Paranova Filmtabletten
Paranova Pack A/S
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Lonsurf 20 mg/8,19 mg Abacus Filmtabletten
Abacus Medicine A/S
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Lonsurf 20 mg/8,19 mg Axicorp Filmtabletten
axicorp Pharma B.V.
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Lonsurf 20 mg/8,19 mg CC-Pharma Filmtabletten
CC Pharma GmbH
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Lonsurf 20 mg/8,19 mg Eurim Filmtabletten
Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH
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Lonsurf® 20 mg/8,19 mg Filmtabletten
Servier Deutschland GmbH
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Lonsurf 20 mg/8,19 mg kohlpharma Filmtabletten
kohlpharma GmbH
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Lonsurf 20 mg/8,19 mg Orifarm Filmtabletten
Orifarm GmbH
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Lonsurf 20 mg/8,19 mg Paranova Filmtabletten
Paranova Pack A/S










