Velpatasvir

Velpatasvir ist ein NS5A-Inhibitor, der in Kombination mit anderen antiviralen Mitteln zur Behandlung der chronischen Hepatitis C über alle Genotypen hinweg eingesetzt wird. Durch die Bindung an das NS5A-Protein hemmt es effektiv die virale RNA-Replikation und Virusassemblierung.

Velpatasvir

Anwendung

Der Wirkstoff Velpatasvir wird in einer fixen Kombination mit Sofosbuvir (Epclusa) zur Therapie von chronischen Hepatitis-C-Infektionen der Genotypen 1 bis 6 angewendet.

Wirkmechanismus

Velpatasvir und der Kombinationspartner Sofosbuvir gehören zur Wirkstoffgruppe der Virostatika. Sofosbuvir ist ein Nukleotid-Analogon, das als Prodrug fungiert und in Leberzellen in seine aktive Form umgewandelt wird. Es wirkt als Inhibitor der NS5B-Polymerase des Hepatitis C-Virus (HCV), einem Schlüsselenzym, das für die virale RNA-Replikation verantwortlich ist.

Velpatasvir hingegen ist ein Inhibitor des NS5A-Proteins, das eine wesentliche Rolle in der viralen RNA-Replikation und Montage der Viruspartikel spielt. Durch die gleichzeitige Hemmung dieser beiden Schlüsselproteine des Hepatitis C-Virus unterbindet Epclusa effektiv die Vermehrung des Virus.

Dosierung

Empfohlene Dosis:

  • Eine Tablette Epclusa, die 400 mg Sofosbuvir und 100 mg Velpatasvir enthält, einmal täglich für 12 Wochen.

Spezifische Patientengruppen:

  • Patienten ohne Zirrhose und Patienten mit kompensierter Zirrhose: Epclusa (400 mg Sofosbuvir und 100 mg Velpatasvir) für 12 Wochen.
  • Bei Patienten mit einer Infektion vom Genotyp 3 und kompensierter Zirrhose kann die Zugabe von Ribavirin erwogen werden.
  • Patienten mit dekompensierter Zirrhose: Epclusa (400 mg Sofosbuvir und 100 mg Velpatasvir) in Kombination mit Ribavirin für 12 Wochen.

Weitere Hinweise:

  • Bei Einnahme eines Antazidums: Dieses sollte mindestens 4 Stunden vor oder 4 Stunden nach Epclusa eingenommen werden.
    Bei Einnahme eines Protonenpumpenhemmers: Epclusa sollte mit einer Mahlzeit 4 Stunden vor der Anwendung des Protonenpumpeninhibitors eingenommen werden.
  • Bei Erbrechen nach der Einnahme von Epclusa: Wenn Sie sich weniger als 3 Stunden nach der Einnahme übergeben, nehmen Sie eine weitere Tablette ein. Wenn Sie sich mehr als 3 Stunden nach der Einnahme übergeben, ist keine weitere Tablette bis zur nächsten planmäßigen Einnahme erforderlich.

Nebenwirkungen

Sehr häufige Nebenwirkungen von Epclusa, die in klinischen Studien beobachtet wurden, sind Kopfschmerzen, Erschöpfung und Übelkeit.

Wechselwirkungen

Die Wechselwirkungen von Epclusa mit anderen Arzneimitteln umfassen:  

  • Säurereduzierende Arzneimittel: Die Löslichkeit von Velpatasvir vermindert sich mit steigendem pH-Wert. Daher können Arzneimittel, die den gastrischen pH-Wert erhöhen, die Konzentration von Velpatasvir verringern. Zu diesen Arzneimitteln gehören Antazida wie Aluminium- oder Magnesiumhydroxid und Kalziumkarbonat.
  • Wechselwirkungen mit P-gp, BCRP, OATP oder CYP450: Klinisch bedeutsame Wechselwirkungen mit Epclusa, die durch P-gp, BCRP, OATP oder CYP450 vermittelt werden, sind nicht zu erwarten. Epclusa kann gleichzeitig mit P-gp-, BCRP-, OATP- und CYP-Inhibitoren angewendet werden.
  • Vitamin-K-Antagonisten: Bei mit Vitamin-K-Antagonisten behandelten Patienten wird eine engmaschige Überwachung der INR-Werte empfohlen, da sich die Leberfunktion während der Behandlung mit Epclusa verändern kann.
  • Digoxin: Die gleichzeitige Anwendung von Epclusa und Digoxin kann zu einem Anstieg der Konzentration von Digoxin führen. Es wird empfohlen, bei gleichzeitiger Anwendung die therapeutische Konzentration von Digoxin zu überwachen.
  • Dabigatran: Bei gleichzeitiger Anwendung von Dabigatranetexilat und Epclusa wird eine klinische Überwachung empfohlen.
  • Rosuvastatin: Eine gleichzeitige Anwendung von Epclusa und Rosuvastatin führt zu einer Erhöhung der Konzentration von Rosuvastatin, was mit einem erhöhten Risiko einer Myopathie einschließlich Rhabdomyolyse einhergeht.
  • Pravastatin: Bei gleichzeitiger Anwendung von Pravastatin und Velpatasvir wurde eine Erhöhung der Konzentration von Pravastatin beobachtet.
  • Andere Statine: Die Wechselwirkungen von Epclusa mit anderen Statinen wurden nicht spezifisch untersucht, aber es wird erwartet, dass die gleichzeitige Anwendung von Epclusa mit Statinen zu einer Erhöhung der Statinkonzentration führen kann.
  • Starke CYP- und P-gp-Induktoren: Arzneimittel, die starke P-gp-Induktoren oder starke CYP2B6-, CYP2C8- oder CYP3A4-Induktoren sind (z. B. Rifampicin, Rifabutin, Johanniskraut, Carbamazepin, Phenobarbital und Phenytoin), können zu einer Abnahme der Plasmakonzentrationen von Sofosbuvir oder Velpatasvir führen, wodurch die therapeutische Wirkung von Sofosbuvir/Velpatasvir vermindert wird. Die Anwendung solcher Arzneimittel zusammen mit Epclusa ist kontraindiziert.
  • Mittelstarke CYP-Induktoren: Arzneimittel, die mittelstarke P-gp-Induktoren oder mittelstarke CYP-Induktoren sind (z. B. Oxcarbazepin, Modafinil oder Efavirenz), können ebenfalls zu einer verringerten Plasmakonzentration von Sofosbuvir oder Velpatasvir führen, wodurch die therapeutische Wirkung von Epclusa vermindert wird. Die gleichzeitige Anwendung solcher Arzneimittel zusammen mit Epclusa wird nicht empfohlen. 

Kontraindikationen

Die Kontraindikationen der Kombination aus Sofosbuvir und Velpatasvir umfassen:  

  • Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe Sofosbuvir und Velpatasvir oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels.
  • Gleichzeitige Anwendung mit starken P-Glykoprotein (P-gp)-Induktoren oder starken Cytochrom P450 (CYP)-Induktoren, wie Rifampicin, Rifabutin, Johanniskraut (Hypericum perforatum), Carbamazepin, Phenobarbital und Phenytoin, da diese zu einer signifikant verringerten Plasmakonzentration von Sofosbuvir oder Velpatasvir führen.
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, da die Sicherheit und Wirksamkeit von Epclusa in dieser Altersgruppe bisher nicht erwiesen ist.

Wirkstoff-Informationen

Molare Masse:
883.0 g·mol-1
Autor:
Stand:
11.03.2024
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