Definition
- Helicobacter pylori ist ein gramnegatives Stäbchenbakterium
- Das Bakterium kann den menschlichen Magen besiedeln und eine Gastritis auslösen
- Assoziation mit Folgeerkrankungen wie der peptischen Ulkuskrankheit, dem Adenokarzinom des Magens oder dem Marginalzonen-B-Zell-Lymphom des Mukosa-assoziierten lymphatischen Gewebes (MALT)
Epidemiologie
- Weltweit weist Afrika mit 70,1% die höchste Prävalenz auf, am niedrigsten war diese mit 24,4% in Ozeanien
- In Europa liegt die höchste Prävalenz bei 86,4% (Portugal), der Minimalwert bei 18,9% (Schweiz)
- In Deutschland liegt die Prävalenz bei 35,5%
Ursachen
- Der genaue Übertragungsweg ist noch unklar, jedoch findet diese häufig innerhalb der Familie statt
- Mögliche Übertragungswege: oral-oral, gastral-oral, fäkal-oral oder deren Kombination
- Diskussion über Lebensmittel, Tiere oder Trinkwasser als mögliche Infektionsquellen
- Genetische Veranlagung kann die Prädisposition für eine H. pylori-Infektion sowie die damit assoziierten Erkrankungen beeinflussen
Pathogenese
- H. pylori siedelt sich in der Magenschleimhaut an und nutzt das Enzym Urease, um sich vor der sezernierten Salzsäure zu schützen
- Durch die Sekretion weiterer Enzyme (Protease, Lipase und Phospholipase A2) hemmt das Bakterium die Produktion des Epithel-schützenden Schleims und kann somit direkt an die Magenepithelzellen binden
- Die dortige Bindung verursacht eine Immunantwort, wodurch es zur weiteren Schädigung der Magenschleimhaut kommt
- Die dauerhafte Störung sowie Entzündung der Magenschleimhaut führt zu einer chronischen Gastritis und potenziell zur Entwicklung der Ulkuskrankheit oder eines Magenkarzinoms
Symptome
- Meistens asymptomatisch
- Bei akuter Gastritis: Völlgefühl, Sodbrennen, Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen
- Bei chronischer Gastritis treten die Beschwerden in abgeschwächter Form auf
Therapie
- Ziel: medikamentöse Eradikation von H. pylori mit einer Eradikationsrate von >90%
- Erstlinientherapie: Bismuthaltige Quadrupeltherapie für 10 Tage, bestehend aus Protonenpumpenhemmern, Bismut, Tetracyclin und Metronidazol
- Bei Therapieversagen: Resistenztestung (v.a. gegenüber Clarithromycin)
- Zweitlinientherapie: Standard-Triple-Therapie für 14 Tage mit Protonenpumpenhemmer, Clarithromycin und Amoxicillin
Prognose
- H. pylori Infektion führt in jedem Fall zu einer chronischen Gastritis
- Ungefähr 10% der infizierten Personen entwickeln Ulzera, während die Erkrankung bei etwa 1% zu einem Magenkarzinom fortschreitet
- Eine Reinfektion nach erfolgeicher Eradikation ist selten und liegt in Industrieländern bei 2% der Fälle pro Jahr, in Entwicklungsländern sind es 6-12%









