Essenzielle Spurenelemente und Fettsäuren Kompakt

Dieser Beitrag bietet einen kompakten und strukturierten Überblick über essenzielle Spurenelemente und Fettsäuren, ihre physiologische Bedeutung, ihre Pharmakokinetik sowie Mangelerkrankungen.

Essenzielle Spurenelemente und Fettsäuren kompakt

Was sind Spurenelemente?

Spurenelemente sind Mineralstoffe, die im Körper in nur sehr geringen Mengen vorhanden sind und sich durch einen niedrigen täglichen Bedarf auszeichnen. Zu den essenziellen Spurenelementen, die eine definierte biochemische Funktion ausüben und täglich über die Nahrung zugeführt werden müssen, gehören:

Eisen

  • Physiologische Bedeutung: zur Hämoglobinsynthese, als Funktionseisen als Bestandteil von Myoglobin und eisenhaltigen Enzymen
  • Verteilung im Körper: Bestandteil von Hämoglobin (ca. 65-70%), Myoglobin (ca. 4%), Knochenmark (2,5%), eisenhaltigen Enzymen (0,1%) u. Hämosiderin / Ferritin (ca. 25%)
  • Resorption: zweiwertiges Eisen wird besser resorbiert als seine dreiwertige Form
  • Täglicher Eisenverlust: 1 mg bei Männern, 2 mg bei Frauen im gebärfähigen Alter
  • Maß für den Eisenbestand im Körper: Serum-Ferritin-Konzentration (100-250 µg/l)
  • Eisenmangel: weniger als 12 µg/l Serum-Ferritin-Konzentration
  • Symptome eines Eisenmangels: Atemnot bei Belastung, blasse & trockene Haut, trockene Haare, hoher Puls, brüchige Fingernägel, blasse Schleimhäute d. Augeninnenlider, Kopfweh & Schwindel, Ohrensausen, Herzrasen & Schmerzen in der Brust, heller Stuhl, Schwäche & Leistungsknick, Konzentrationsstörungen

Fluor

  • Kommt in Form von Fluorid in geringen Mengen ubiquitär vor
  • Nach Resorption im Gastrointestinaltrakt wird es in Zahnschmelz und Knochen in Form von Fluorapatit eingelagert
  • Fluorapatit erhöht die Kariesresistenz, da die Zahnoberflächen deutlich weniger von Säuren, die durch bakteriellen Abbau von Kohlenhydraten im Mundraum gebildet werden, angegriffen werden
  • Natriumfluorid wird daher peroral zur Therapie sowie Prophylaxe von Karies eingesetzt

Zink

  • Physiologische Bedeutung: als Bestandteil zahlreicher Enzyme ist Zink am Protein-, Kohlenhydrat-, Fett und Nukleinsäurestoffwechsel beteiligt, zudem an Immun- und Hormonreaktionen sowie an der Regulation der Genexpression
  • Quellen für bioverfügbares Zink: Nüsse, Hülsenfrüchte, Fleisch & Krustentiere
  • Symptome eines Zinkmangels: Hypogonadismus, Wachstumsstörungen, Geschmacksstörungen, Geruchsstörungen

Sonstige

Die Spurenelemente Kupfer, Mangan, Selen, Chrom und Molybdän dienen allesamt als Zentralatome von Enzymen. Ein Mangel der jeweiligen Mineralstoffe führt zu folgenden Symptomen oder Erkrankungen:

  • Kupfer: Blutbildungsstörungen
  • Mangan: Sterilität und Wachstumsverzögerung
  • Selen: gestörte Spermienreifung, Kardiomyopathien & Osteoarthritiden
  • Chrom: erniedrigte Glucosetoleranz & insulinresistente Hyperglykämie
  • Molybdän: neurologische Störungen & Stoffwechselstörungen

Essenzielle Fettsäuren

Aus den essenziellen Fettsäuren Linolsäure (Omega-6-Fettsäure) und α-Linolensäure (Omega-3-Fettsäure) werden unter anderem Arachidonsäure und Eicosapentaensäure gebildet. Diese werden wiederum zur Bildung pro- sowie antiinflammatorischer, vasoaktiver bzw. inaktiver Eicosanoide und anderer Mediatoren genutzt.

Therapeutische Anwendung

  • Eicosapentaensäure & Docosahexaensäure: kommen v.a. in Fischölen vor und dienen der Prophylaxe kardiovaskulärer Erkrankungen sowie zur Senkung stark erhöhter Blutfettspiegel
  • γ-Linolensäure: kommt v.a. im Nachtkerzesamenöl vor und kann zur symptomatischen Erleichterung bei Neurodermitis (z.B. Juckreiz) peroral angewendet werden (die Wirksamkeit ist klinisch jedoch nicht hinreichend belegt, weswegen die Anwendung in der Leitlinie nicht empfohlen wird)
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Stand:
27.10.2023
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