Vitamin B1
- Bezeichnung: Thiamin
- Niedrige Dosen (< 1 mg) werden nahezu vollständig resorbiert, bei 5 mg beträgt die Resorptionsquote nur noch 33%
- Um auch bei höherer Dosierung (bis 300 mg/Tag) eine gute Bioverfügbarkeit zu erzielen, wurde Benfotiamin entwickelt
- Ausscheidung erfolgt über die Niere
- Physiologische Bedeutung: wichtig für Kohlenhydratstoffwechsel, Erregungsleitung im peripheren Nervensystem & als Coenzym von 2-Oxosäuren-Dehydrogenasekomplexen
- Mangelerkrankungen: Beri-Beri, Polyneuritis & Herzinsuffizienz
Vitamin B2
- Bezeichnung: Riboflavin
- Ausscheidung erfolgt über die Niere
- Physiologische Bedeutung: wichtig für Oxidations- und Reduktionsprozesse, die Energiegewinnung, den Aminosäure- und Fettstoffwechsel & als Coenzym der Flavinenzyme
- Mangelerkrankungen: Stomatitis & Dermatitis, Mangel tritt allerdings sehr selten auf und kommt v.a. bei älteren Menschen, chronischem Alkoholabusus und nach anhaltender Diarrhoe bzw. im Zusammenhang mit einer generellen Unterernährung vor
Vitamin B3
- Bezeichnungen: Nicotinamid, Niacin, Nicotinsäureamid
- Kann zusätzlich aus Tryptophan gebildet werden
- Physiologische Bedeutung: wichtig für Redoxvorgänge, die ATP-Gewinnung und den Kohlenhydrat-, Fettsäure- und Aminosäurestoffwechsel
- Mangelerkrankungen: Pellagra, welche aufgrund der dabei auftretenden Dermatitis, Diarrhö & Demenz als “3-D-Krankheit” bezeichnet wird
Vitamin B5
- Bezeichnung: Pantothensäure
- Bestandteil von Coenzym A
- Ausscheidung erfolgt überwiegend über die Niere
- Physiologische Bedeutung: wichtig für Fett-, Kohlenhydrat- und Eiweißstoffwechsel, Zellwachstum und -differenzierung
- Mangelerkrankungen: Fußschmerzen & Burning-Feet-Syndrom
Vitamin B6
- Bezeichnung: Pyridoxin
- Der Begriff Pyridoxin umfasst die drei Stoffe Pyridoxal, Pyridoxamin & Pyridoxol
- Alle drei Stoffe werden vom Organismus in gleicher Weise verwertet
- Physiologische Bedeutung: als Coenzym für Transaminasen wichtig für den Aminosäurestoffwechsel
- Mangelerkrankungen: Polyneuropathie & Dermatitis
Vitamin B9
- Bezeichnung: Folsäure (Pteroylmonoglutaminsäure)
- Neben der Folsäure als synthetische Verbindung gibt es auch natürlich (in der Nahrung) vorkommende Folat-Vitamere
- Folsäure unterliegt einem enterohepatischen Kreislauf und wird v.a. über die Fäzes und nur in geringem Maße renal ausgeschieden
- Die synthetische Folsäure wird nahezu vollständig resorbiert, die Bioverfügbarkeit der natürlichen Folate liegt bei durchschnittlich 50%
- Folsäure kann zudem von bestimmten Darmbakterien gebildet werden
- Physiologische Bedeutung: wichtig für die Zellteilung und zur Übertragung von C1-Bausteinen, z.B. bei der Synthese von Purinbasen
- Mangelerkrankungen: megaloblastäre Anämie & erhöhte Missbildungsrate in der Schwangerschaft
Vitamin B12
- Bezeichnung: Cyanocobalamin
- Für die Resorption ist die Bindung an den Intrinsic-Faktor notwendig
- Der Transport im Blut und in die Zellen erfolgt durch Bindung an Transportproteine, den sogenannten Transcobalaminen
- Ausscheidung von Vitamin B12 erfolgt über die Galle, wobei der Großteil rückresorbiert wird (aktiv ausgeschieden werden nur 1 µg pro Tag)
- Physiologische Bedeutung: wichtig für Zellteilung, Blutbildung, Nervensystem sowie als Coenzym der Methionin-Synthase & der Methylmalonyl-CoA-Mutase
- Mangelerkrankungen: perniziöse Anämie & neurologische Störungen, treten jedoch erst nach jahrelanger Mangelernährung (z.B. bei rein vegetarischer Kost) oder bei unzureichender Bildung des Intrinsic-Faktors auf
Vitamin C
- Bezeichnung: Ascorbinsäure
- Kann zwar von Pflanzen und den meisten tierischen Organismen selbst gebildet werden, der Mensch kann es jedoch nicht synthetisieren
- Die Resorptionsquote von Vitamin C nimmt mit steigenden Einzeldosen ab (70-80% bei oralen Dosen bis etwa 200 mg, 40% bei einer Dosis von 3 g)
- Physiologische Bedeutung: als Redoxsystem, zur Hydroxylierung von Nebennierenhormonen, biogenen Aminen & Aminosäuren, zur Aktivierung von Thrombin und als Antioxidans
- Mangelerkrankungen: Skorbut & erhöhte Infektanfälligkeit
Vitamin H
- Bezeichnung: Biotin
- Kann auch von Darmbakterien gebildet werden
- Physiologische Bedeutung: als prosthetische Gruppe von Enzymen (Übertragung von Carboxylgruppen), wichtig für den Fett-, Kohlenhydrat- und Eiweißstoffwechsel
- Mangelerkrankungen: Dermatits (ein Mangel tritt aber normalerweise nicht auf)










