Zirkadiane Rhythmik könnte Einfluss auf Prävalenz allergischer Erkrankungen nehmen
Die weltweit zunehmende Prävalenz allergischer Erkrankungen, insbesondere Atemwegsallergien wie Asthma und allergische Rhinitis, stellt ein ernsthaftes Gesundheitsproblem dar. Lebensstil- und Ernährungsanpassungen sind oft Teil der Behandlung, unterstützt durch Chronotherapie, die Medikamente zeitlich auf die Symptomspitzen abstimmt, um Medikamentendosen zu reduzieren und Abhängigkeiten zu verringern.
Der Einfluss von nächtlicher Lichtexposition auf solche Krankheiten wurde jedoch noch nicht gründlich untersucht.
Lichtverschmutzung beeinflusst die Gesundheit
Die zirkadiane Uhr ist ein wichtiger Regulator für allergische Reaktionen, weil die meisten allergischen Erkrankungen eine zirkadiane Rhythmik aufweisen. Denn wesentliche zelluläre Funktionen bei Allergien, wie die Aktivierung von Mastzellen oder die Funktion der epithelialen Barriere, sind von der zirkadianen Zeitgebung abhängen.
Von ALAN (künstliches Licht bei Nacht [Artificial light at night]) sind über 80% der Weltbevölkerung betroffen. Insbesondere LED-Lampen verstärken das Blaulichtspektrum, welches stärker als andere Lichtwellenlängen die Melatoninproduktion unterdrückt, was Einfluss auf Entzündungsreaktionen und zirkadiane Funktionen nimmt.
Assoziation bei über 800.000 Personen analysiert
Eine systematische Übersicht und Metaanalyse von 93 Studien mit insgesamt 855.917 Teilnehmern wurde durchgeführt, um den Einfluss von ALAN, Chronotypen (Abend- vs. Morgentyp) und Schichtarbeit (Nachtschicht vs. Tagschicht) auf allergische Erkrankungen wie Asthma, allergische Rhinitis und Hautallergien umfassend zu bewerten.
ALAN am stärksten mit allergischen Erkrankungen assoziiert
Die Exposition gegenüber Licht bei Nacht war mit höheren Chancen für allergische Erkrankungen assoziiert, wobei die stärkste Assoziation bei ALAN-Exposition und Asthma, allergischer Rhinitis und Hautallergien gefunden wurde.
Assoziationen mit Alter und geografischer Lage des Wohnortes
Die Assoziation zwischen Lichtexposition bei Nacht und allergischen Erkrankungen war bei Jugendlichen ausgeprägter als bei Erwachsenen.
Es konnte eine signifikante geografische Variation in der Assoziation zwischen Lichtexposition bei Nacht und allergischen Erkrankungen beobachtet werden, wobei Studien aus Amerika über eine stärkere Assoziation als jene aus Asien und Europa berichteten.
Weitere Forschung erforderlich
Die Exposition gegenüber Licht bei Nacht war mit einer höheren Prävalenz von allergischen Erkrankungen sowohl bei Jugendlichen als auch bei Erwachsenen assoziiert. Weitere langfristige epidemiologische und mechanistische Forschungen sind erforderlich, um die möglichen Interaktionen zwischen Lichtexposition in der Nacht und allergischen Erkrankungen zu verstehen.









