Nur 19,6 % in Risikogebieten gegen FSME geimpft

Gerade einmal 19,6 % der Menschen in FSME-Risikogebieten waren 2022 vollständig gegen die durch Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis geimpft. Die große Mehrheit war also trotz bewährter Schutzimpfung einem vermeidbaren Infektionsrisiko ausgesetzt.

Zecken Risikogebiet

Trotz steigender Fallzahlen bleibt die Impfquote niedrig: Im Jahr 2022 waren bundesweit lediglich 19,6 % der Menschen in FSME-Risikogebieten vollständig gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) geimpft. Vier von fünf Personen waren also nicht ausreichend geschützt, obwohl die Impfung einen sicheren und wirksamen Schutz bietet. Die niedrigen Impfquoten sind besonders besorgniserregend, da 98 % der im Jahr 2024 gemeldeten FSME-Erkrankten gar nicht oder nur unzureichend geimpft waren.

Bei den Impfquoten fallen Altersunterschiede auf: Kinder und Jugendliche sind häufigsten geimpft und dann fallen die Quoten ab.

Zecken als Überträger

FSME-Viren werden vor allem durch Zeckenstiche übertragen. Zwar verlaufen viele Infektionen symptomlos, doch in schweren Fällen kann es zu Entzündungen von Gehirn, Hirnhäuten und Rückenmark kommen. Das kann mögliche bleibende Schäden nach sich ziehen. Das Risiko für schwere Krankheitsverläufe ist besonders hoch bei älteren Menschen.

FSME-Impfung: Schutz für viele Jahre

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die FSME-Impfung für alle Personen ab ein Jahr, die in den aktuell 183 ausgewiesenen Risikogebieten leben. Ideal ist der Aufbau des Impfschutzes vor Beginn der Zeckensaison im Frühjahr. Eine Impfung ist jedoch ganzjährig möglich.

Für einen vollständigen Impfschutz gegen FSME sind in der Regel drei Impfungen notwendig. Nach der ersten Dosis erfolgt die zweite Impfung nach zwei bis zwölf Wochen, die dritte nach weiteren fünf bis zwölf Monaten. Der Schutz hält dann mindestens drei Jahre. Eine Auffrischung ist bei unter 60-Jährigen alle fünf, bei älteren Personen alle drei Jahre empfohlen.

Impfung auch für Schwangere und Kinder

Da es sich um einen Totimpfstoff handelt, ist die FSME-Impfung auch in der Schwangerschaft möglich, sofern medizinisch indiziert. Besonders im ersten Trimenon sollte eine sorgfältige Abwägung erfolgen, um unnötige Belastungen zu vermeiden.

Bei Kindern verläuft eine FSME-Erkrankung in der Regel milder als bei Erwachsenen. Dennoch sind auch bei ihnen schwere Verläufe möglich. Zwei Impfstoffe sind bereits ab dem Alter von einem Jahr zugelassen. Da Kinder oft mehr Zeit in der Natur verbringen als Erwachsene, ist ihr Expositionsrisiko häufig besonders hoch.

Schneller Schutz möglich

Bei kurzfristigen Reisen in Risikogebiete bieten die Hersteller Schnellimpfschemata an. Dabei sind die Abstände zwischen den Impfungen verkürzt. Eine Schutzwirkung lässt sich so bereits nach wenigen Wochen erreichen. Das ist wichtig bei spontanen Aufenthalten in Endemiegebieten.

Keine passive Immunisierung mehr verfügbar

Eine passive Impfung gegen FSME ist in Deutschland seit 2003 nicht mehr erhältlich, da kein klarer Nutzen nachgewiesen werden konnte. In Einzelfällen wurden nach passiver Immunisierung sogar schwere FSME-Verläufe beobachtet.

183 FSME-Risikogebiete

Auch außerhalb der ausgewiesenen FSME-Risikogebiete können Erkrankungen auftreten. Deshalb sollte besonders in der Zeckensaison bei passenden Symptomen überall in Deutschland an FSME gedacht werden. Eine Impfung ist auch bei Reisen in eine der 183 FSME-Risikogebiete sinnvoll.

Autor:
Stand:
16.04.2025
Quelle:
  1. Robert Koch-Institut (RKI): Pressemeldung, 01.04.2025.
  2. Robert Koch-Institut (RKI): Antworten auf häufig gestellte Fragen zur FSME-Impfung, 04.04.2025.
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