Berlin. Die Impfquote gegen Influenza bei Menschen im Alter von über 60 Jahren bleibt in Deutschland deutlich unter den internationalen Zielvorgaben. Das geht aus dem aktuellen Arzneimittelreport der Barmer hervor. Demnach lag der Anteil der geimpften Versicherten dieser Altersgruppe in der Saison 2022/2023 bei 40,9 Prozent. Damit wurde die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene Quote von 75 Prozent klar verfehlt.
Mit steigendem Alter nimmt auch die Impfquote zu
Laut Barmer nimmt die Impfquote mit steigendem Alter zu. Während in der Gruppe der 60- bis 69-Jährigen lediglich 33,4 Prozent eine Influenza-Impfung erhielten, lag die Quote bei den 70- bis 79-Jährigen bei 44,5 Prozent. Bei den über 80-Jährigen erreichte sie 54,7 Prozent. Trotz dieses altersabhängigen Anstiegs bleibt die Gesamtbeteiligung deutlich unterhalb der WHO-Zielmarke. Insbesondere bei den jüngeren Senioren ist die Impfquote niedrig.
Die Einführung der Apotheken-Impfung hat der Grippeschutzimpfung laut Barmer-Report keinen spürbaren Anstieg gebracht. Nur 0,5 Prozent der Impfungen erfolgten demnach in Apotheken.
Deutliche Differenzen zwischen den Bundesländern
Außerdem variiert die Grippeschutz-Impfquote regional stark. Laut Barmer reicht sie in der Saison 2022/2023 bei den über 60-Jährigen von 33,6 Prozent in Bayern bis zu 55,7 Prozent in Sachsen-Anhalt. Auch in Brandenburg (53,8 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (53,3 Prozent) lagen die Werte vergleichsweise hoch, während mehrere westdeutsche Bundesländer deutlich unter 40 Prozent blieben.
Die Differenz zwischen den Ländern beträgt damit mehr als 20 Prozentpunkte. Diese Unterschiede zeigen sich laut Report seit Jahren in ähnlicher Form.
Impfquote fällt nach Corona-Zwischenhoch auf Niveau vor der Pandemie zurück
Der Arzneimittelreport betrachtet mehrere aufeinanderfolgende Grippesaisons. In der Saison 2018/2019 lag die Impfquote bei den über 60-Jährigen laut Barmer bei 38,8 Prozent. Während der COVID-19-Pandemie stieg sie zeitweise an und erreichte 2020/2021 einen Wert von 47,2 Prozent. In den darauffolgenden Saisons sank die Quote jedoch wieder und lag 2022/2023 bei 40,9 Prozent. Ein nachhaltiger Anstieg auf das empfohlene Niveau sei demnach nicht erkennbar. Die zeitweilige Zunahme während der Pandemie habe sich nicht dauerhaft stabilisiert.
Datengrundlage des Arzneimittelreports: Die Ergebnisse beruhen auf anonymisierten Abrechnungsdaten der bei der Barmer versicherten Personen. Erfasst wurden ärztlich dokumentierte und über die gesetzliche Krankenversicherung abgerechnete Influenza-Impfungen. Nach Angaben der Krankenkasse umfasst die Analyse mehrere Millionen Versicherte im Alter ab 60 Jahren. Nicht berücksichtigt werden Impfungen, die außerhalb der GKV-Abrechnung erfolgt sind. Dennoch erlaubt die Datengrundlage laut Barmer eine valide Einschätzung der Entwicklung der Impfquoten im Zeitverlauf sowie im regionalen Vergleich.










