Grippe-Impfung

In der Saison 2025/26 empfiehlt die STIKO in Deutschland für Personen ab 60 Jahren neben dem Influenza-Hochdosis-Impfstoff auch den MF59 adjuvantierten Influenza-Impfstoff.

Impfung Senioren

Grippeimpfstoffe

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat in Zusammenarbeit mit der Ständigen Impfkommission (STIKO) neue Impfempfehlungen für die Grippesaison 2025/26 herausgegeben. Für Personen ab 60 Jahren werden zwei inaktivierte, tetravalente Influenzaimpfstoffe mit erhöhter Immunogenität empfohlen. Beide Impfstoffe sind in Deutschland zugelassen und haben in Studien eine gesteigerte Immunantwort im Vergleich zu Standardimpfstoffen gezeigt.

Die STIKO nennt diese beiden Impfstofftypen als gleichwertig bevorzugte Optionen: 

Impfempfehlungen für Risikogruppen

Weiterhin empfiehlt die STIKO die Influenzaimpfung für folgende Personengruppen:

  • Alle Schwangeren ab dem 2. Trimenon sowie bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens bereits ab dem 1. Trimenon.
  • Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens, wie z. B.:
    o    chronische Erkrankungen der Atmungsorgane (inklusive Asthma bronchiale und COPD),
    o    chronische Herz- oder Kreislauferkrankungen,
    o    chronische Leber- oder Nierenerkrankungen,
    o    Diabetes mellitus oder andere Stoffwechselerkrankungen,
    o    Adipositas (BMI ≥ 30),
    o    chronische neurologische Erkrankungen (z. B. Multiple Sklerose mit infektionsgetriggerten Schüben),
    o    angeborene oder erworbene Immundefizienz,
    o    HIV-Infektion.
  • Bewohner von Einrichtungen in der Pflege.
  • Personen, die als mögliche Infektionsquelle im selben Haushalt lebende oder von ihnen betreute Risikopersonen gefährden können.

Geimpft werden sollten zudem im Rahmen eines erhöhten beruflichen Risikos:

  • Personen mit erhöhter Gefährdung, insbesondere medizinisches Personal.
  • Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr.
  • Personen, die als potenzielle Infektionsquelle für von ihnen betreute Risikopersonen fungieren können.

Für alle Risikogruppen (außer für ≥ 60-Jährige) wird die jährliche Impfung mit einem zugelassenen quadrivalenten Influenza-Impfstoff in Standarddosis (inaktivierte Totimpfstoffe) empfohlen. Hierzu gehören in Deutschland z. B. Vaxigrip Tetra, Fluarix Tetra, Influvac Tetra, Afluria Tetra und Flucelvax Tetra.

Für Kinder ab zwei Jahren (falls indiziert) kann auch der Lebend-attenuierte Influenza-Impfstoff (LAIV) Fluenz Tetra eingesetzt werden.

Hochdosis-Influenza-Impfstoff (Efluelda®)

Der Hochdosis-Impfstoff enthält die vierfache Antigenmenge inaktivierter, gespaltener Influenzavirusantigene herkömmlicher Standardvakzinen (zwei A-Subtypen und zwei B-Typen) und ist für Personen ab 60 Jahren zugelassen.

Laut STIKO wurden bei älteren Erwachsenen signifikant höhere Hämagglutinationshemm-Antikörpertiter erzielt im Vergleich zu Impfungen mit einer Standardvakzine. Zudem sinkt mit dem Hochdosis-Impfstoff die Zahl der Influenza-bedingten Komplikationen und Hospitalisierungen im Vergleich zu Standard-Grippeimpfstoffen.

MF59-adjuvantierter Influenza-Impfstoff (Fluad® Tetra)

Der MF59-adjuvantierte Subunit-Impfstoff Fluad® Tetra enthält vier inaktivierte, gereinigte Influenzavirusantigene (zwei A-Subtypen und zwei B-Typen) sowie das Adjuvans MF59, das die antigenspezifische Immunantwort verstärken und ausweiten soll. Die Zulassung wurde im Dezember 2023 auf Personen ab 50 Jahren ausgeweitet. Die Fachinformation beschreibt in klinischen Studien eine erhöhte Immunogenität gegenüber nicht-adjuvantierten quadrivalenten Impfstoffen, wobei die Überlegenheit nicht für alle Influenzastämme erreicht wurde.

Nebenwirkungen der Grippeimpfstoffe

Efluelda: Die häufigsten Nebenwirkungen sind lokale Reaktionen an der Injektionsstelle (Schmerzen, Rötung, Schwellung), Myalgie, Kopfschmerzen und Unwohlsein. Diese Symptome sind meist mild bis moderat und bilden sich innerhalb weniger Tage zurück. Eine vollständige Auflistung der Nebenwirkungen ist der Efluelda-Fachinformation zu entnehmen.

Fluad Tetra: Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Kopfschmerzen, Myalgie, Arthralgie und Ermüdung/Fatigue sowie Schmerzen an der Injektionsstelle. Auch in diesem Fall Surrogatparameter sind die Beschwerden in der Regel selbstlimitierend. Weitere Informationen finden sich in der Fachinformation Fluad® Tetra.

Kontraindikationen

Efluelda: 

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Impfstoff oder einem sonstigen Bestandteil der Vakzine.

Fluad Tetra:

  • Überempfindlichkeit gegen den Impfstoff oder einem der sonstigen Bestandteile der Vakzine.
  • Schwere allergische Reaktion (z. B. Anaphylaxie) auf vorangegangene Influenza Impfungen.

Impfempfehlung

Hochdosis-Impfstoff Efluelda: Bei Erwachsenen ab 60 Jahren wird eine jährliche Injektion (0,7 ml) vor Beginn der Grippewelle im Herbst empfohlen. Der Impfstoff sollte vorzugsweise intramuskulär verabreicht werden; eine subkutane Anwendung ist ebenfalls möglich. Eine Auffrischimpfung innerhalb derselben Saison ist nicht vorgesehen.

Fluad Tetra: Bei Erwachsenen ab 60 Jahren wird eine einmalige intramuskuläre Injektion (0,5 ml) im Herbst empfohlen. Auch hier ist keine Auffrischimpfung innerhalb derselben Saison vorgesehen. Der Impfstoff darf nicht intravenös, subkutan oder intradermal verabreicht werden und nicht mit anderen Impfstoffen in derselben Spritze gemischt werden.

Impfschutz

Influenzaviren verursachen saisonale Epidemien mit potenziell schweren Verläufen, insbesondere bei älteren Menschen und chronisch Kranken. Komplikationen wie Pneumonie oder kardiovaskuläre Ereignisse können die Mortalität bei Risikogruppen erhöhen.

Efluelda bietet eine aktive Immunisierung gegen vier Influenzavirusstämme (zwei A-Subtypen und zwei B-Linien) mit erhöhter Antigenmenge pro Dosis. Es ist ein inaktivierter Impfstoff, zugelassen für Personen ab 60 Jahren. In klinischen Studien zeigte Efluelda in dieser Altersgruppe eine gegenüber Standarddosis-Impfstoffen überlegene Immunantwort, gemessen an den geometrischen Mittelwerten der Hämagglutinationsinhibition-Antikörpertiter gegen alle vier Stämme. Eine weitere Studie an Personen ab 65 Jahren bestätigte eine vergleichbare Immunogenität zu trivalenten Hochdosis-Impfstoffen (TIV-HD) für gemeinsame Stämme und eine überlegene Immunantwort für eine zusätzliche B-Linie.

Die Zulassung stützt sich außerdem auf Wirksamkeitsdaten, die in randomisierten Studien eine signifikante Reduktion laborbestätigter Influenzaerkrankungen und hospitalisierungsassoziierter Endpunkte gegenüber Standarddosisimpfstoffen zeigte.

Fluad Tetra bietet eine aktive Immunisierung gegen vier Influenzavirusstämme (zwei A-Subtypen, zwei B-Typen) und ist ab 50 Jahren zugelassen. Er enthält das Adjuvans MF59, das die antigenspezifische Immunantwort verstärken und ausweiten soll. Der Impfstoff induziert humorale Antikörper gegen die Hämagglutinine der enthaltenen Virusstämme. Diese Antikörper neutralisieren Influenzaviren. HI-Titer dienen dabei als Surrogatmarker für die Immunogenität, ohne unmittelbar mit dem individuellem Schutz zu korrelieren.

In randomisierten Studien zeigte Fluad Tetra bei Erwachsenen ab 50 Jahren höhere Immunantworten gegenüber einem nicht-adjuvantierten quadrivalenten Impfstoff, jedoch nicht für alle Stämme Überlegenheit. Bei Personen ab 65 Jahren wurde für alle Stämme Nichtunterlegenheit und für einen zusätzlichen B-Stamm eine überlegene Immunantwort erreicht.

Jährliche Impfungen werden empfohlen, da sich Influenzastämme regelmäßig verändern und die Immunität abnimmt.

Autor:
Stand:
22.07.2025
Quelle:
  1. Robert Koch-Institut (RKI), Epidemiologisches Bulletin Nr. 4/2025. Stand 23. Januar 2025.
  2. Fachinformation Efluelda®, Stand Juni 2024.
  3. Fachinformation Fluad® Tetra, Stand Juli 2024.
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