Eine aktuelle Sinus-Jugendstudie im Auftrag der BARMER zeigt, dass bislang nur knapp die Hälfte der 14- bis 17-Jährigen in Deutschland eine Impfung gegen das humane Papillomavirus (HPV) erhalten hat. So gaben insgesamt 48 % der Befragten an, mindestens eine Impfdosis erhalten zu haben. Weitere 9 % planen eine Impfung. Auffällig ist dabei der Unterschied zwischen den Geschlechtern: Während 55 % der Mädchen geimpft sind, liegt der Anteil bei den Jungen lediglich bei 42 %.
Warum die HPV-Impfung so wichtig ist
HPV gilt als Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs und ist auch an weiteren Krebsarten beteiligt. „HPV ist für die Hälfte aller virusbedingten bösartigen Tumore und für fast 100 % der Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich“, sagt BARMER-Vorstandsvorsitzender Professor Dr. Christoph Straub, und betont, dass die Impfung Krebs verhindern und Todesfälle vermeiden könne. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Immunisierung für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren, also deutlich vor dem möglichen Beginn sexueller Aktivität.
Informationsdefizite und Bildungsgefälle
Die Studie macht deutlich, dass viele Jugendliche noch nicht ausreichend über die Impfung informiert sind. Zwei Drittel der Befragten haben schon einmal von der HPV-Impfung gehört. Allerdings zeigen sich Unterschiede je nach Bildungsgrad. So kennen 68 % der formal höher Gebildeten die Impfung, bei formal niedriger Gebildeten sind es nur 56 %.
Eltern als wichtigste Entscheidungsträger
Ob ein Jugendlicher geimpft wird oder nicht, entscheidet sich oft im familiären Umfeld. Für 76 % der geimpften Jugendlichen waren die Eltern der ausschlaggebende Faktor. Ärzte spielten bei 47 % eine Rolle. Nur 16 % nannten die Angst vor Krebs als ausschlaggebenden Grund für ihre Impfentscheidung.
Gründe für die Zurückhaltung
Bei den ungeimpften Jugendlichen gibt es unterschiedliche Motive. Rund ein Drittel hat sich schlicht noch nicht mit dem Thema beschäftigt. Weitere 15 % gaben an, sich wegen möglicher Nebenwirkungen Sorgen zu machen. Die Wissens- und Wahrnehmungslücken tragen dazu bei, dass die Impfquote hinter den Erwartungen zurückbleibt.
Mehr Aufklärung gefordert
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die HPV-Impfung noch immer keine Selbstverständlichkeit ist. Um die Impflücken zu schließen, braucht es mehr Aufklärung in den Familien, in den Schulen und durch die behandelnden Ärzte. Nur wenn Jugendliche und ihre Eltern die Vorteile und die Sicherheit der Impfung verstehen, lassen sich die Impfquoten erhöhen und HPV-bedingte Krebsarten wirksam verhindern.









