Post-COVID-19-Risiko nach Omikron-Infektionen stark gesunken
Eine große niederländische Kohortenstudie hat ergeben, dass das Risiko für eine Post-COVID-19-Erkrankung (PCC, Long-COVID) nach SARS-CoV-2-Infektionen im Herbst 2023 deutlich niedriger war als in früheren Pandemiejahren. Die Untersuchung beruht auf Daten der laufenden VASCO-Studie, die regelmäßig Symptome und serologische Marker in der Allgemeinbevölkerung erfasst.
Design mit doppelter Kontrolle minimiert Verzerrungen
Die Studie umfasste 5.621 infizierte und ebenso viele nicht infizierte Erwachsene. Erstmals wurde ein sogenanntes double-controlled design eingesetzt: Die Forscher verglichen die Symptomatik sowohl vor und nach der Infektion als auch mit jener nicht infizierter Personen. So konnten vorbestehende Beschwerden und Hintergrundprävalenzen berücksichtigt werden – ein methodischer Fortschritt gegenüber früheren Analysen.
Kaum Unterschiede zwischen Infizierten und Nicht-Infizierten
Die Prävalenz von PCC-bezogenen Symptomen war in den Monaten nach der Infektion minimal:
- nach 90 Tagen 0,2 % (95 %-KI: −1,9 bis 2,3),
- nach 180 Tagen 0,5 %,
- nach 270 Tagen 0,7 %,
- nach 360 Tagen 0 %.
Zwischen Infizierten und Nicht-Infizierten ergaben sich keine signifikanten Unterschiede. Nur selbstberichtete, mild ausgeprägte Symptome, die Teilnehmer dem Virus zuschrieben, waren in den ersten 180 Tagen leicht erhöht, verschwanden jedoch im weiteren Verlauf.
Ergebnisse deuten auf verändertes Krankheitsrisiko hin
Im Vergleich zu Studien während der Alpha- und Delta-Wellen, die PCC-Prävalenzen von bis zu 12 % berichteten, deutet die aktuelle Untersuchung auf ein deutlich reduziertes Risiko hin. Die Autoren führen dies auf eine hohe Impfquote, wiederholte Virus-Exposition und veränderte Virusvarianten zurück. Der Anteil schwerer PCC-Verläufe blieb konstant niedrig.
Bedeutung für die öffentliche Gesundheit
Die Ergebnisse sprechen für eine deutliche Entlastung im Bereich der postakuten COVID-19-Folgen. Laut den Forschern ist das Risiko für eine langanhaltende PCC nach der Omikron-JN.1-Welle auf Bevölkerungsebene gering. Dennoch sei eine kontinuierliche Beobachtung nötig, um mögliche Langzeitfolgen neuer Virusvarianten frühzeitig zu erkennen.
Fazit
Nach SARS-CoV-2-Infektionen im Herbst 2023 war das Risiko für eine Post-COVID-19-Erkrankung in der niederländischen Allgemeinbevölkerung sehr gering. Die Studie liefert wichtige Hinweise darauf, dass PCC mit zunehmender Immunität und neuen Virusvarianten an klinischer Relevanz verliert.










