Die Initiative „Projekt: Grippeschutz“ hat ihren Grippereport für die Saison 2024/25 veröffentlicht. Die Influenzawelle setzte in Deutschland Ende 2024 früher als üblich ein. Bereits Mitte Dezember schnellten die Fallzahlen in die Höhe, im Februar war der Höhepunkt erreicht. Nach Einschätzung von Fachleuten handelte es sich um eine moderat verlaufende Welle, die in vielen Regionen dennoch spürbar war. Mit einer Dauer von 16 Wochen verlief die Grippesaison ungewöhnlich lang.
Zahlen im Überblick
Nach Angaben des aktuellen Grippereports wurden über 390.000 labordiagnostisch bestätigte Influenza-Fälle registriert. Rund 69.000 Patienten wurden stationär behandelt, überwiegend ältere Menschen mit Vorerkrankungen. Die Zahl der Todesfälle lag bei etwa 2.000.
Ältere besonders gefährdet
Vor allem Kinder und Jugendliche trugen zur Verbreitung bei. Schulen und Kindertagesstätten meldeten hohe Erkrankungszahlen. In der älteren Bevölkerung kam es zwar zu weniger Infektionen, dafür aber zu schwereren Verläufen mit erhöhter Hospitalisierungsrate. Damit bestätigt sich das bekannte Muster. Während Jüngere die Ausbreitung treiben, sind Ältere am stärksten gefährdet.
Impfung: Solide wirksam, Quoten zu niedrig
Die Influenzaimpfung wies in der Saison 2024/25 eine Effektivität von 31 % im ambulanten und 69 % im stationären Bereich auf. Die Wirksamkeit wird angesichts der Vielzahl zirkulierender Virusvarianten als akzeptabel betrachtet. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Immunisierung weiterhin für alle Personen ab 60 Jahren, für chronisch Kranke, Schwangere sowie weitere Gruppen wie medizinisches Personal.
Trotz dieser Empfehlung bleibt die Impfbereitschaft niedrig. Genaue Zahlen liegen zwar noch nicht vor, doch sinken die Zahlen seit Jahren. In der Saison 2023/24 ließen sich in der Gruppe der über 60-Jährigen lediglich 38,2 % impfen und von den Menschen mit Grunderkrankungen 30,9 %. Das WHO-Ziel für die Gruppe der Senioren und Risikogruppen liegt bei 75 % und wurde somit weit verfehlt.
Was Experten fordern
Um die Impflücke zu schließen, schlagen Fachleute mehrere Maßnahmen vor:
- Niedrigschwellige Impfangebote in Apotheken, Betrieben und Pflegeeinrichtungen, damit die Impfung unkompliziert in den Alltag integriert werden kann.
- Bessere Information und Aufklärung: Viele Menschen unterschätzen die Krankheitslast der Influenza oder verwechseln sie mit einem gewöhnlichen „grippalen Infekt“. Experten fordern daher eine klarere Kommunikation über Nutzen und Sicherheit der Impfung.
- Gezielte Ansprache von Risikogruppen, etwa durch Hausärzte, die ihre Patienten aktiv auf die jährliche Impfung hinweisen.
- Kombinationsangebote mit anderen Impfungen, etwa die gleichzeitige Impfung gegen COVID-19 oder Pneumokokken, um die Bereitschaft zu erhöhen.
Prävention bleibt wichtig
Trotz ihres moderaten Verlaufs hat die Saison 2024/25 verdeutlicht, dass Influenza keineswegs harmlos ist. Jährlich führen Grippewellen zu Tausenden von Krankenhausaufenthalten und Todesfällen. Eine höhere Impfquote könnte diese Belastung sowohl für die Betroffenen als auch für das Gesundheitssystem erheblich reduzieren.









