Weltapothekerverband: Kopenhagener Erklärung und Agenda 2030

Mehr als 3.000 Experten aus aller Welt trafen sich beim FIP-Weltkongress in Kopenhagen. Neben der „Kopenhagener Erklärung“ zu Antibiotika-Resistenzen standen der Global Situation Report, die Agenda 2030 und ein Positionspapier zur Künstlichen Intelligenz im Mittelpunkt.

Apothekensymbole

Der Kongress fand vom 31. August bis 3. September 2025 statt. Auf der Agenda des Weltapothekerverbands FIP (Fédération Internationale Pharmaceutique) standen unter anderem die weltweite Bedrohung durch antimikrobielle Resistenzen (AMR) und Künstliche Intelligenz in der Pharmazie.

Globale Bedrohung durch Resistenzen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt seit Jahren, dass Antibiotika-Resistenzen eine der größten globalen Bedrohungen für die öffentliche Gesundheit sind. Der diesjährige FIP-Weltkongress setzte mit der Verabschiedung der „Kopenhagener Erklärung“ ein klares Zeichen gegen AMR. Auch die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände – unterstützt die Resolution und unterstreicht damit die Verantwortung der Apothekerschaft im weltweiten Kampf gegen Resistenzen.

Zugang zu wirksamer Versorgung

In der Erklärung heißt es: „Wir werden auf eine Welt hinarbeiten, in der jeder Mensch Zugang zu wichtigen Medikamenten, sicheren Behandlungen und der richtigen Versorgung zur richtigen Zeit hat und niemand zurückgelassen wird.“ Damit macht die FIP deutlich, dass der Kampf gegen AMR nicht nur eine medizinische, sondern auch eine gesellschaftspolitische Aufgabe ist.

Für die deutsche Delegation sagt Mathias Arnold, Vizepräsident der ABDA und Leiter der FIP-Delegation: „Wir als Apothekerinnen und Apotheker können eine Schlüsselrolle beim Antibiotika-Management übernehmen.“ Schon heute sorgten Apotheken und Kliniken für einen verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika und leisteten damit einen Beitrag zur Eindämmung von Resistenzen.

Global Situation Report und Agenda 2030

Neben der AMR-Resolution rücken zwei weitere Dokumente in den Fokus: Der „Global Situation Report on Pharmacy 2025“ (GSRP) bietet einen Überblick über die weltweite Lage der Pharmazie und zeigt Herausforderungen für die Zukunft auf. Er wird ergänzt durch die neue „Agenda 2030“, mit der die FIP ihre strategischen Schwerpunkte bis zum Ende des Jahrzehnts festlegt. Ziel ist es, Apotheken weltweit als zentrale Anlaufstellen in der Patientenversorgung, bei der Prävention und in der Gesundheitsförderung zu stärken.

Künstliche Intelligenz im Apothekenalltag

Ein weiteres zentrales Thema war die Digitalisierung. Der FIP-Council verabschiedete ein Positionspapier zur Künstlichen Intelligenz (KI). Darin wird hervorgehoben, dass Technologien wie Deep Learning oder Sprachmodelle die pharmazeutische Versorgung unterstützen und modernisieren können. Gleichzeitig fordert die FIP strenge Vorgaben für die Implementierung, um Risiken zu minimieren. KI solle als Ergänzung im Apothekenalltag dienen, nicht jedoch das professionelle Urteilsvermögen ersetzen.

„Der weltweite technische Fortschritt macht keinen Bogen um die Apotheken. Künstliche Intelligenz wird Möglichkeiten für Apothekerinnen und Apotheker schaffen, spezialisiertere und patientenorientiertere Aufgaben zu übernehmen. In Deutschland sind öffentliche Apotheken bereits Vorreiter bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen“, sagt Arnold.

Positive Bilanz des Kongresses

Zum Abschluss zieht Arnold ein positives Fazit: „Der FIP-Kongress hat wieder wichtige Impulse gesetzt. Die Gespräche zeigen, dass die Apothekerinnen und Apotheker weltweit ähnliche Themen haben, die sie beschäftigen. Um die Rolle der Apotheken im Gesundheitssystem zu stärken, sind besondere inhaltliche Positionierungen der Apothekerschaft von Bedeutung. Zum Beispiel zu Fragen der nichtübertragbaren Krankheiten, der Patientenbetreuung und der patientenzentrierten pharmazeutischen Versorgung.“

Neben Mathias Arnold vertrat Dr. Jens Gobrecht (Stabstellenleiter Internationale Angelegenheiten der ABDA) die ABDA im Council. In die wissenschaftliche Kongressarbeit brachten sich Prof. Dr. Martin Schulz (Vorsitzender der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker/AMK), Dr. Nina Griese-Mammen (Abteilungsleiterin Arzneimittel, ABDA), Dr. Christiane Eickhoff (Geschäftsbereich Arzneimittel, ABDA) und Leonard Freudewald (AMK-Geschäftsstelle) ein.

Weltweiter Schulterschluss gefordert

Der FIP-Kongress war ein Signal des weltweiten Schulterschlusses. Apotheker wollen ihre Rolle im Gesundheitssystem international sichtbar machen und gemeinsam mit Ärzten, Forschenden, Politik und Öffentlichkeit Verantwortung übernehmen. Nur so, laut Fazit, lassen sich Antibiotika und andere lebenswichtige Arzneimittel auch in Zukunft als wirksame Therapien sichern.

Autor:
Stand:
11.09.2025
Quelle:
  1. ABDA: Pressemitteilung, 02.09.2025.
  2. ABDA: Pressemitteilung, 04.09.2025.
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