Zi-Trendreport: Mehr Psychotherapie, weniger Früherkennung bei Kindern

Psychiatrie und Psychotherapie verzeichnen erneut deutliche Zuwächse und telemedizinische Angebote legen weiter zu. Der aktuelle Zi-Trendreport für das 1. Halbjahr 2025 macht deutlich, dass die Versorgung zwar leistungsfähig bleibt, jedoch unter zunehmender Belastung steht.

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Die vertragsärztliche Versorgung in Deutschland zeigt sich weiterhin stabil.

Im 1. Halbjahr 2025 wurden bundesweit 292,3 Millionen ambulante Behandlungsfälle dokumentiert. Das Niveau hat sich nur marginal um –0,4 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum verändert.  Dieser Befund stammt aus dem aktuellen Zi-Trendreport zur vertragsärztlichen Versorgung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland.

Der Trendreport umfasst die Entwicklung der vertragsärztlichen und psychotherapeutischen Leistungen vom 1. bis zum 2. Quartal 2025. Eine genauere Betrachtung der Entwicklung zeigt, dass sich die Dynamik auf Versorgungsbereiche und Fachgruppen unterschiedlich darstellt.

Psychotherapie weiterhin Wachstumstreiber

Die Fallzahl in Psychotherapie und Psychiatrie lag um +238.000 (+3,4 %) über dem Vergleichszeitraum und ist damit einer der wenigen deutlich wachsenden Bereiche. Einzeltherapien stiegen um +1,0 % auf 2,2 Mio. Fälle, während Gruppentherapien mit +25,1 % auf 223.000 Fälle einen besonders starken Anstieg zeigten. Das ist ein Hinweis auf eine steigende Nachfrage nach kollektiv strukturierten Gruppenangeboten.

Hausärztliche Versorgung und Fachärzte insgesamt blieben weitgehend stabil, mit leichten Rückgängen von –0,3 % bzw. –0,1 %. Die Kinder- und Jugendmedizin verzeichnete einen deutlicheren Rückgang um –3,0 %.

Früherkennung und Schutzimpfungen

Im Bereich präventiver Leistungen zeigt sich ein differenziertes Muster. Mammographie-Screenings stiegen um +5,1 %, ebenso zeigten sich Zuwächse bei Früherkennungsuntersuchungen der Frau (+22,1 %) und bei Koloskopien (+3,6 %). 

Demgegenüber sanken Kinder-Früherkennungen um –3,7 % und das Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysmen um –5,9 %. Die Bestimmung von okkultem Blut im Stuhl fiel um –8,7 %.

Auch im Bereich Impfungen differenziert sich der Trend. Schutzimpfungen jenseits der klassischen COVID-19-Impfungen legten mit +8,2 % deutlich zu, während COVID-19-Schutzimpfungen um –56,9 % zurückgingen. Auffällig war ein deutlicher Anstieg bei Influenza-Schutzimpfungen um +28,4 %.

Digitalisierung: Telemedizin nimmt zu

Telefonische Beratungen und Videosprechstunden setzen ihren Aufwärtstrend fort. Telefonische Beratungen stiegen um +5,6 % auf 4,4 Mio. Fälle. Videosprechstunden legten um +14,2 % zu und erreichten 1,5 Mio. Fälle. Insgesamt machen diese Angebote jedoch weiterhin nur ein kleiner Anteil der Gesamtversorgung aus.

Ambulantes Operieren und ärztliche Besuche

In den Bereichen ambulantes Operieren sowie ärztliche Besuche insgesamt zeigt sich eher eine stagnierende Entwicklung. Die Anzahl ambulanter Operationen lag mit –0,5 % leicht unter dem Vorjahr. Ärztliche Besuche und organisierter Notdienst nahmen jeweils moderat ab.

Hohe Fallzahlen als Kraftakt

Nach Einschätzung des Zi spiegeln die konstant hohen Fallzahlen vor allem die hohe Leistungsbereitschaft der rund 185.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten wider, die mehr als 75 Millionen gesetzlich Versicherte versorgen. Gleichzeitig warnt das Institut vor strukturellen Risiken. Zahlreiche Praxen arbeiten bereits an der Kapazitätsgrenze. Der demografisch bedingte Ruhestand vieler Praxisinhaber treffe auf Nachwuchsprobleme, hinzu kämen Bürokratiebelastung, Personalmangel und Defizite in der Digitalisierung.

Die aktuellen Zahlen zeigen zwei Seiten: eine einerseits weiterhin stabile, wohnortnahe ambulante Versorgung und andererseits ein System, das diese Stabilität unter hohem Druck aufrechterhält.

Autor:
Stand:
22.02.2026
Quelle:
  1. Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi)Zi-Trendreport 1. Halbjahr 2025, 16.02.2026.
  2. Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi)Zi-Trendreport zur vertragsärztlichen Versorgung. Bundesweiter tabellarischer Report vom 1. Quartal 2021 bis zum 2. Quartal 2025, 13.02.2026.
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