Eine Untersuchung mit 258 Teilnehmern in zwölf Apotheken hat ergeben, dass 83% der Patienten bei der Anwendung ihrer Inhalationshilfen Fehler machen. Durchschnittlich sind es drei Fehler pro Inhalation. Kinder unter zehn Jahren machten sogar im Schnitt sieben Fehler. Patienten, die ihre Inhalationstechnik für gut hielten, machten ebenso häufig Fehler wie andere. Die Herausforderungen blieben sowohl bei Erst- als auch bei Folgeverordnungen bestehen.
Verbesserte Therapie durch Beratung
„Arzneimittel zu inhalieren ist für die meisten Patientinnen und Patienten eine Herausforderung“, erklärt Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Die Umfrage zeigt, dass die pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) der Apotheken enorm hilfreich sind: 81% der Befragten bewerteten die Unterstützung als sehr hilfreich, weitere 19% als eher hilfreich. „Unsere Erhebung belegt: Die Apothekenteams verbessern nachhaltig die Arzneimitteltherapie. Wenn Arzneimittel nicht richtig angewendet werden, können sie auch nicht wirken – verursachen aber dennoch Kosten“, so Overwiening.
Pharmazeutische Dienstleistung: Richtig inhalieren
Im Rahmen der Dienstleistung „Erweiterte Einweisung in die korrekte Arzneimittelanwendung“ bieten Apotheken eine umfassende Schulung zur richtigen Inhalationstechnik an. Diese richtet sich an Versicherte ab sechs Jahren, die ein neues Inhalationsgerät verordnet bekommen haben, das Gerät wechseln oder in den letzten zwölf Monaten keine Einweisung erhalten haben.
Anspruch auf Schulung
Die korrekte Anwendung von Inhalativa ist für viele Patienten, selbst bei langjähriger Erfahrung mit Asthma oder COPD, oft schwierig. Unterschiedliche Inhalationssysteme wie Dosieraerosole, Pulverinhalatoren oder Vernebler erschweren die korrekte Anwendung zusätzlich. Seit Juni 2022 bieten Apotheken im Rahmen einer pharmazeutischen Dienstleistung den Patienten an, die richtige Inhalationstechnik zu üben. Die Schulung darf nur von pharmazeutischem Fachpersonal durchgeführt werden.