Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat angekündigt, den Verkaufspreis für Medizinal-Cannabisblüten anzupassen. Die Entscheidung basiert auf der Entwicklung ärztlicher Verschreibungen, bei denen vermehrt Cannabissorten mit einem hohen Gehalt an Tetrahydrocannabinol (THC) bevorzugt werden. Infolgedessen ist die Nachfrage nach Sorten mit geringerem THC-Gehalt gesunken. Ab dem 1. Juli 2023 wird der Verkaufspreis pro Gramm von 4,30 Euro auf 5,80 Euro angehoben.
Preiskalkulation des BfArM
Das medizinische Cannabis wird von drei Unternehmen in Deutschland angebaut und seit Juli 2021 über ein Distributionsunternehmen im Auftrag der Cannabisagentur des BfArM vertrieben. Der Verkaufspreis ergibt sich aus einer Mischkalkulation aller Sorten und Anbaubetriebe, bei der das BfArM keine Gewinne erzielen darf. Lediglich die anfallenden Personal- und Sachkosten des BfArM werden berücksichtigt.
Bereits im Ausschreibungsverfahren hatte das BfArM laut eigenen Angaben berücksichtigt, dass voraussichtlich mehr Rezepte für Cannabissorten mit höherem THC-Gehalt ausgestellt werden würden. Daher weist der überwiegende Teil des im Auftrag des BfArM angebauten Cannabis bereits einen höheren THC-Gehalt auf.
Cannabis-Anbau in Deutschland
Die deutsche Anbaumenge von medizinischem Cannabis, die vom BfArM beauftragt wurde, beträgt insgesamt 10.400 kg und wird über einen Zeitraum von vier Jahren verteilt, mit jährlich jeweils 2.600 kg. Bei der Festlegung dieser Ausschreibungsmenge berücksichtigte das BfArM auch, dass medizinisches Cannabis von Apotheken neben der Versorgung durch die Cannabisagentur weiterhin von Importeuren bezogen werden kann. Im Gegensatz zum Anbau in Deutschland wird der Import nicht vom BfArM gesteuert. Das Ziel des Anbaus in Deutschland ist es, zur Versorgung der Patienten beizutragen.
Die Anpassung des Verkaufspreises für Medizinal-Cannabisblüten spiegelt die Veränderungen in den ärztlichen Verschreibungen wider und gewährleiste eine faire Kostenstruktur, heißt es seitens der Behörde. Das BfArM bleibe bestrebt, die Bedürfnisse der Patienten in Bezug auf medizinisches Cannabis zu erfüllen und eine qualitativ hochwertige Versorgung sicherzustellen.