Beim diesjährigen Symposium der Bundesapothekerkammer (BAK) ging es um das Impfangebot in Apotheken. Impfungen in der Apotheke können die Durchimpfungsraten verbessern und stellen ein niedrigschwelliges Impfangebot dar.
2020 starteten erste Modellvorhaben zur Grippeschutzimpfung in verschiedenen Bundesländern. Ab Anfang 2022 durften Apotheker bundesweit gegen COVID-19 impfen. Grippeschutzimpfungen in Apotheken zählen seit Herbst 2022 zur Regelversorgung.
Impfungen in Apotheken sollen die Impfungen in Arztpraxen ergänzen. Die Nachfrage bei den Patienten ist da. Beim Angebot sind viele Apotheken jedoch zurückhaltend [1].
Zahlen, Daten, Fakten
Thomas Benkert, Präsident der Bundesapothekerkammer, präsentierte Umfrageergebnisse zum Impfen und speziell zum Impfangebot in Apotheken. Bei einer Online-Blitzumfrage der Bundesapothekerkammer im Februar/März 2023 hätten sich 2.736 Apotheker aus dem Bundesgebiet beteiligt, davon 1.994 Apothekenleiter. 27% hätten angegeben, die COVID-19-Imfpung anzubieten, 7% würden planen, sie anzubieten, und 64% hätten nicht vor, gegen COVID-19 zu impfen.
Ähnlich sähen laut Benkert die Zahlen bei der Grippeschutzimpfung aus. Diese böten 28% an, 13% würden das Impfangebot planen und 58% würden auch weiterhin nicht gegen die Influenza impfen wollen.
Als Gründe für Impfungen in Apotheken sei von den Apothekenleitern an erster Stelle mit 76% ein leichterer Zugang zu Impfungen aus Patientensicht genannt worden. 61% hätten darin den aktiven Beitrag der Apotheke zur Prävention gesehen und 55% die Chance, mit dem Impfangebot ihr heilberufliches Profil zu schärfen. 35% hätten als Grund für das Impfen in Apotheken angegeben, dass sie mit dem Impfangebot die Erwartungen der Verbraucher erfüllen wollten. 26% hätten sich durch Impfungen zusätzliche Einnahmen erhofft [2].
Gründe gegen das Impfen
Als Gründe gegen Impfungen in Apotheken hätten 71% der Apothekenleiter angegeben, dass damit ein zusätzlicher personeller Aufwand verbunden sei und 69% hätten an die zusätzlichen räumlichen Anforderungen gedacht. 62% wären besorgt, dass das Verhältnis zu benachbarten Ärzten leiden könnte, und 28% hätten Impfungen als ärztliche Aufgabe betrachten.
Teilnehmer aus Impf-Apotheken seien gefragt worden, wie die Ärzte in der Nachbarschaft reagiert hätten. Mehrheitlich (29%) hätten die Apothekenleiter angegeben, dass die Ärzte gemischt reagiert hätten – einige hätten das Impfangebot in der Apotheke begrüßt, andere abgelehnt. 22% hätten von einer überwiegend zustimmenden Reaktion berichtet, 18% von einer überwiegend ablehnend Haltung. 14% der Teilnehmer hätten die Reaktion der Ärzte als überwiegend neutral beschrieben.
Die Frage, ob weitere Impfungen gewünscht würden, hätten 32% der Teilnehmer bei ausgewählten Indikationen bejaht und 19% bei allen in Frage kommenden Indikationen. 15% würden keine weiteren Impfungen in der Apotheke anbieten wollen. Aus Sicht von 27% seien Impfungen in Apotheken nicht sinnvoll [2].
Rahmenbedingungen und Entwicklung
Dr. Christiane Eckert-Lill, Geschäftsführerin Pharmazie der ABDA, erklärte in ihrem Vortrag, dass weltweit in mindestens 36 Ländern in Apotheken geimpft würde. Geimpft werde gegen Hepatitis A und B, Pneumokokken, Mumps, Masern, Röteln, Pertussis, Influenza, Tetanus und Diphtherie. In der Statistik sei die Impfung gegen COVID-19 nicht berücksichtigt worden.
In Deutschland würden Impfungen in Apotheken gegen Grippe und ab dem 08.04.2023 gegen COVID-19 zur Regelversorgung zählen. 13.200 Apotheker hätten sich bisher dafür schulen lassen. Um die 1.174 Apotheken böten Grippeschutzimpfungen an und ca. 1.572 Apotheken die COVID-19-Impfungen.
Lill-Eckert wies auf Erfahrungen aus den Modellvorhaben Grippeschutzimpfungen hin, die zeigten, dass Patienten die leichte Erreichbarkeit der Apotheke und günstige Öffnungszeiten schätzten. Ein Pluspunkt sei auch, dass es keine Wartezeiten gebe. Die Zahlen würden auch zeigen, dass Grippeimpfungen in der Apotheke die Impfquoten verbessern könnten [3].









