Um den anhaltenden Problemen mit Medikamentenlieferungen zu begegnen, hat die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM) in Zusammenarbeit mit ihren Schwerpunktgesellschaften eine Liste unverzichtbarer Wirkstoffe erstellt. Ziel ist es, Fachkreisen und Gesundheitseinrichtungen eine Orientierungshilfe zu bieten, um die Versorgung sicherzustellen.
Die Liste mit über 600 Substanzen wurde in Abstimmung mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sowie dem Institut für Pharmakologie der Medizinischen Hochschule Hannover erstellt und wird regelmäßig aktualisiert.
Anhaltende Versorgungsengpässe
Anlass für die Erstellung war auch das 2023 in Kraft getretene Arzneimittel-Lieferengpassbekämpfungs- und Versorgungsverbesserungsgesetz (ALBVVG). Es hat viele in der Inneren Medizin essenzielle Medikamente nicht ausreichend berücksichtigt.
Lieferengpässe sind jedoch ein fortwährendes Problem. So ergab eine Analyse des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung, dass Ende 2024 mehr als drei Millionen gesetzlich Versicherte von Lieferengpässen betroffen waren.
„Auch in der Behandlung internistischer Erkrankungen kommt es immer wieder zu Versorgungsengpässen notwendiger Medikamente. Dies hat uns dazu veranlasst, eine Liste der Wirkstoffe zu erstellen, die für die Innere Medizin unverzichtbar sind“, erklärt Professor Dr. med. Tilman Sauerbruch, einer der federführenden Experten des Projekts. Grundlage für die Auswahl der Wirkstoffe waren anerkannte medizinische Leitlinien und Einschätzungen der beteiligten Fachgesellschaften, welche Arzneimittel als versorgungsrelevant eingestuft werden sollten.
Maßnahmen für Versorgungssicherheit
„Mit der Liste möchten wir eine datenbasierte Diskussionsgrundlage für Fachkreise, Gesundheitspolitik und Industrie und für gezielte Maßnahmen schaffen, um Lieferengpässen möglichst vorzubeugen“, sagt Professor Dr. med. Georg Ertl, Generalsekretär der DGIM. Bereits seit über einem Jahr steht die DGIM zu diesem Thema im Austausch mit dem BfArM.
Für mehr Versorgungssicherheit sei die Identifizierung kritischer Wirkstoffe laut Professor Dr. med. Jan Galle, Vorsitzender der DGIM, aber nur der erste Schritt. Es müssten nun konkrete Maßnahmen folgen. Eine langfristige Sicherstellung der Arzneimittelversorgung erfordert eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten, und zwar von Fachgesellschaften über Pharmaunternehmen bis hin zur Politik.
Die aktuelle Liste unverzichtbarer Wirkstoffe kann auf der Website der DGIM heruntergeladen werden.










