IQVIA und EMA: Kooperation im Kampf gegen Medikamentenengpässe in Europa

Die Europäische Arzneimittel-Agentur und das Gesundheitsdatenunternehmen IQVIA kooperieren zukünftig. Ziel ist es, mithilfe von Echtzeitdaten Engpässe bei Arzneimitteln in Europa frühzeitig zu erkennen und besser zu managen.

Lieferengpass Medikamente

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) und das global tätige Gesundheitsdatenunternehmen IQVIA arbeiten künftig zusammen, um die Versorgungssicherheit mit Arzneimitteln in der Europäischen Union zu verbessern. Um drohenden Engpässen bei Arzneimitteln besser vorzubeugen, erhält die EMA künftig Zugang zu den Informationssystemen von IQVIA. Auf Basis dieser Informationen kann die EMA EU-weit Trends im Arzneimittelverbrauch erkennen und frühzeitig auf steigende Bedarfe reagieren.

Lieferengpässe erschweren die Versorgung

Aktuelle Analysen von IQVIA zeigen, dass derzeit über 9.000 Arzneimittel in Europa von Lieferengpässen betroffen sind. Besonders häufig geht es dabei um Medikamente aus den Bereichen psychische Gesundheit, Schmerztherapie, Hypertoniebehandlung, Antiinfektiva und Onkologie. Fast drei Viertel dieser Engpässe im Jahr 2024 hatten länderübergreifende Auswirkungen auf mindestens acht EU-Staaten. Seit der Covid-19-Pandemie hat die Häufigkeit solcher Engpässe zugenommen. Sie dauern teilweise länger als ein Jahr und beeinträchtigen die Versorgung erheblich.

Echtzeitdaten für mehr Versorgungssicherheit

„Medikamentenknappheit ist ein drängendes, globales Problem, das die Gesundheit und die Behandlungspläne von Patientinnen und Patienten stark beeinflussen kann“, sagt Dean Summerfield, Senior Vice President bei IQVIA. Die strategische Partnerschaft zwischen der EMA und IQVIA soll ein effektives, grenzüberschreitendes Monitoring ermöglichen. Das soll dazu beitragen, Lagerbestände bedarfsgerecht umverteilen und Versorgungslücken möglichst frühzeitig schließen zu können.

EMA: Maßnahmen gegen Arzneimittelknappheit

Die EMA engagiert sich bereits vielfältig gegen Arzneimittelengpässe. Sie veröffentlicht dazu beispielsweise regelmäßig Informationen zu kritischen Arzneimittelengpässen, die auf EU-Ebene durch die SPOC-Arbeitsgruppe (Single Point of Contact) überwacht werden. Die beobachteten Engpässe können potenziell zu Versorgungskrisen führen. Die EMA arbeitet mit den EU-Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission zusammen, um frühzeitig gegenzusteuern.

Die Zuständigkeit der EMA basiert auf der EU-Verordnung 2022/123 zur Stärkung der Rolle der Agentur in Krisenzeiten. Für Engpässe bei national zugelassenen Arzneimitteln sind in der Regel die zuständigen nationalen Behörden verantwortlich. Informationen hierzu finden sich in den jeweiligen nationalen Engpassregistern oder auf den Websites der Behörden.

Autor:
Stand:
24.04.2025
Quelle:
  1. IQVIA: Pressemeldung, 15.04.2025
  2. Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA): Public information on medicine shortages
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