Protest gegen Reformpläne für Apotheken

Im Vorfeld der Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen protestierten Apothekenteams in Dresden und Erfurt gegen die Reformpläne von Gesundheitsminister Karl Lauterbach.

Protest Apotheke

Am 28. August 2024 gingen in Sachsen und Thüringen erneut Apothekenteams auf die Straßen, um ihrem Unmut über die Reformpläne von Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach Ausdruck zu verleihen. Bis zu 2.000 Angehörige der pharmazeutischen Heilberufe versammelten sich dazu auf dem Postplatz in Dresden und vor der Thüringer Staatskanzlei in Erfurt. Organisiert wurden die Demonstrationen von den Landesapothekerverbänden, die damit die Dringlichkeit ihrer Forderungen unterstreichen wollten.

Zukunft der Apotheken sichern

Stefan Fink, Vorsitzender des Thüringer Apothekerverbandes, sagte:

„Viele von uns haben heute ihre Apotheken geschlossen oder machen Klappendienst und sind mit ihren Teams hierhergekommen, um der Bundesregierung deutlich zum Ausdruck zu bringen, dass wir dringend eine Apothekenreform brauchen – aber eine die uns eine Zukunft gibt!“

Er betonte, dass eine Reform auf die Kompetenz der Apothekerinnen und Apotheker als Heilberuf am Patienten setzen sollte und nicht auf digital ferngesteuerte Arzneimittelausgabestellen.

Täglich schließen Apotheken

Apotheken gewährleisten rund um die Uhr die flächendeckende und qualifizierte Arzneimittelversorgung der Bevölkerung. Dennoch schließen bundesweit zunehmend Apotheken – täglich ein bis zwei, und die Zahl steigt. Fink forderte eine Reform, die wirtschaftliche Planungssicherheit und Zukunftsperspektiven für Apotheken bietet.

Drei zentrale Forderungen 

Thomas Dittrich, Vorsitzender des Sächsischen Apothekerverbandes, trug die drei wichtigsten Forderungen vor:

„Erstens: Die sofortige und deutliche Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen; zweitens: Keine Apotheke öffnet ohne die Anwesenheit einer Apothekerin oder eines Apothekers, und drittens: Wir brauchen eine Entbürokratisierung, die den Namen auch verdient hat.“

Dittrich wies darauf hin, dass das aktuelle System der Arzneimittelversorgung gut funktioniere und die Bevölkerung eine qualitativ hochwertige Versorgung erwarte – sowohl in Städten als auch auf dem Land. Um diese aufrechtzuerhalten, müsse die Bundespolitik dringend handeln, um weitere Apothekenschließungen, insbesondere altersbedingt, zu verhindern.

Unterstützung aus der Politik

Unterstützung erhielten die Apothekerinnen und Apotheker von verschiedenen prominenten Politikerinnen und Politikern, darunter die Sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) und die Thüringer Gesundheitsministerin Heike Werner (DIE LINKE). Anja Zierath, Bundesvorsitzende des Bundesverbandes Pharmazeutisch-technischer AssistentInnen stellte sich ebenfalls auf die Seite der Apothekerinnen und Apotheker. Bereits im Juni und November des vergangenen Jahres hatte die Apothekerschaft zu großangelegten Protestaktionen gegen die aktuellen Rahmenbedingungen aufgerufen.

Autor:
Stand:
06.09.2024
Quelle:

ABDA, Pressemitteilung: Apothekenteams protestieren in Erfurt und Dresden, 29.08.2024

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