via will die Impferlaubnis für PTA

Das Impfen in Apotheken hat sich vom Modellprojekt zur festen Säule der Prävention entwickelt. Jetzt rückt die Frage in den Fokus, ob auch Pharmazeutisch-technische Assistenten künftig impfen dürfen. Der Verband innovativer Apotheken drängt darauf.

Offizin Impfen

Die Frage, wer in Apotheken künftig impfen darf, gewinnt erneut an Dynamik. Der Verband innovativer Apotheken (via) fordert, die Impferlaubnis auch auf Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) auszuweiten. Verbandschef Benedikt Bühler sieht darin nicht nur eine Chance für die Apotheken selbst, sondern auch für die Impfprävention insgesamt. Nach seinen Angaben gebe es bereits Signale aus der Politik, dass eine Delegation der Impfung unter der Verantwortung des Apothekers auch an PTA oder medizinisch-technische Fachangestellte (MTA) möglich werden könnte.

Von der Pandemie zum Alltag

Der Weg zum Impfen in der Apotheke begann vor einigen Jahren mit Modellprojekten. Als das Masernschutzgesetz 2020 den Startschuss für Grippeimpfungen in Apotheken gab, war die Skepsis zunächst groß, insbesondere seitens der Standesvertretung ABDA. Doch spätestens während der Corona-Pandemie zeigte sich, welches Potenzial Apotheken als niedrigschwellige Impfstellen haben. Viele Menschen nutzten das Angebot, Impfungen direkt in der Nachbarschaft zu erhalten.

Heute gehört die Grippeschutzimpfung in Apotheken zum Leistungskatalog der Regelversorgung. Und auch die Politik zieht weitere Konsequenzen. So wird diskutiert, ob Apotheker künftig alle Totimpfstoffe verabreichen dürfen.

Wirtschaftlichkeit als Schlüsselfaktor

Für via ist das jedoch nur ein Zwischenschritt. Verbandschef Bühler macht deutlich, dass das Impfen in Apotheken ohne Einbeziehung von PTA schwer tragfähig sei. Vor allem angesichts der angespannten Personalsituation in vielen Betrieben könne die Möglichkeit zur Delegation entscheidend sein. Apotheken könnten so flexibler agieren, indem sie beispielsweise zusätzliche PTA oder MTA auf Minijob-Basis einstellen. Das würde die Impfkapazitäten erhöhen und gleichzeitig die Inhaber entlasten.

Unterstützung durch neue Vereinbarungen

Parallel dazu haben der Deutsche Apothekerverband (DAV) und der GKV-Spitzenverband jüngst ein Zeichen für die Zukunft gesetzt. Eine neue Vereinbarung soll Apotheken besser vor Retaxationen schützen und sieht außerdem eine jährliche Anpassung der Vergütung vor. Für via sind das wichtige Weichenstellungen, doch ohne die Einbindung weiterer Berufsgruppen sei das volle Potenzial noch nicht ausgeschöpft.

Blick nach vorn: mehr Impfungen, höhere Quoten

Bühler verweist auf Erfahrungen aus dem Ausland. In Ländern, in denen Apothekenpersonal über die Apotheker hinaus impfen darf, stiegen die Impfquoten messbar. Eine solche Entwicklung erhofft sich der Verband auch in Deutschland. Je mehr geschultes Personal in Apotheken impfen darf, desto stärker können Apotheken zur öffentlichen Gesundheitsvorsorge beitragen.

via sieht es als Erfolg seiner langjährigen Arbeit, dass die Debatte inzwischen nicht nur in der Politik, sondern auch innerhalb der Branche selbst Fahrt aufgenommen hat. Auf der diesjährigen Expopharm steht das Thema Impfen im Fokus; auch auf dem Deutschen Apothekertag wird über einen möglichen Kontrahierungszwang für Apotheken beim Impfen diskutiert.

Autor:
Stand:
22.09.2025
Quelle:

via – Verband innovativer Apotheken e.V.: Pressemitteilung, 15.09.2025 

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