Die Ersatzkassen (TK, BARMER, DAK-Gesundheit, KKH, hkk und HEK) haben beschlossen, die Ausnahmeregelungen zur erleichterten Arzneimittelabgabe bei Versorgungsengpässen fortzusetzen. Diese Entscheidung ermöglicht es Apotheken, flexibler zu handeln, wenn ein verschriebenes Medikament aufgrund eines Versorgungsmangels nicht verfügbar ist. Die Erklärung, die zunächst im Januar 2023 als Reaktion auf Engpässe bei Fieber- und Antibiotika-Säften für Kinder in Kraft trat, wird nun bis zum 30. September 2023 fortgesetzt. Der Verband der Ersatzkassen (vdek) und der Deutsche Apothekerverband (DAV) begrüßen diese Verlängerung und betonen die Wichtigkeit einer zuverlässigen Versorgung mit Arzneimitteln.
Voraussetzungen für Kostenübernahme
Die Erklärung der Ersatzkassen legt fest, dass die Kosten für ein Arzneimittel im Falle eines Versorgungsengpasses übernommen werden, wenn eine der folgenden Voraussetzungen für das ausgetauschte Präparat erfüllt sind.
- Abgabe eines Arzneimittels oberhalb des Festbetrages
- Abgabe und Abrechnung einer Rezeptur bei einem verordneten Fertigarzneimittel, ohne dass die Ausstellung einer neuen Verordnung erforderlich ist
- Abgabe von Einzelimporten ohne Vorabgenehmigung
- Abgabe von Arzneimitteln, für die das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ein erleichtertes Inverkehrbringen ermöglicht hat
Das Vorgehen der Apotheke muss auf dem jeweiligen Rezept vermerkt werden.
Versorgungssicherung und Entbürokratisierung
„Auch bei schwierigen Lieferverhältnissen sollen sich unsere Versicherten auf eine bestmögliche Versorgung mit Arzneimitteln verlassen können“, erklärt Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des vdek. Durch die Verlängerung der Erklärung sollen Apothekerinnen und Apotheker zudem in ihrer Arbeit unbürokratisch unterstützt werden.
Das bestätigt Dr. Hans-Peter Hubmann, Vorsitzender des DAV: „Lieferengpässe bleiben leider auf absehbare Zeit eine große Herausforderung für die Apotheken, wenn sie ihre Patientinnen und Patienten ordnungsgemäß versorgen wollen. Der Deutsche Apothekerverband begrüßt es, dass die Ersatzkassen die Versorgung ihrer Versicherten nun auch weiterhin erleichtern wollen. Für die Apotheken fällt viel Aufwand und Bürokratie weg (…)“.










