Hintergrund
SARS-CoV-2 entwickelt sich weiter. Seit Beginn der Covid-19-Pandemie hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehrere besorgniserregende Varianten (variants of concern, VOC) und Varianten von Interesse (variants of interest, VOI) benannt. Jetzt wurden die Arbeitsdefinitionen und die Nomenklatur des SARS-CoV-2-Varianten-Verfolgungssystem angepasst [1].
Omikron unterscheidet sich von anderen SARS-CoV-2-Varianten
Bisher zirkulierende VOIs und VOCs erhielten von der WHO einen griechischen Buchstaben, mit denen die Virusvariante bezeichnet wurde. Das erleichterte die Aussprache und reduzierte das Verwechslungsrisiko. Aktuell gibt es 13 Varianten: acht VOI (Epsilon, Zeta, Eta, Theta, Iota, Kappa, Lambda, Mü) und fünf VOC (Alpha, Beta, Gamma, Delta, Omikron).
Seit Februar 2022 wird das Infektionsgeschehen fast ausschließlich (98%) von Omikron und seinen Sublinien beherrscht. Diese Variante unterscheidet sich hinsichtlich der Vielfalt und Divergenz deutlich von allen vorherigen SARS-CoV-2-Varianten. Bis dato wurden mehr als 1.000 Untervarianten und Rekombinanten identifiziert, die sich aus mehreren sehr unterschiedlichen Linien zusammensetzen. Die neue Nomenklatur soll dabei helfen, die derzeit zirkulierenden Omikron-Sublinien unabhängig voneinander zu bewerten und neue Varianten eindeutiger zu klassifizieren.
Omikron-Unterlinien werden separat bewertet
Das bisherige System klassifizierte alle Omikron-Sublinien als Teil der Omikron-VOC. Das machte es schwierig, neue Nachkommen-Linien mit veränderten Phänotypen mit den Omikron-Stammlinien (BA.1, BA.2, BA.4/BA.5) zu vergleichen. Mit dem neuen WHO-Variantenverfolgungssystem werden ab dem 15. März 2023 die Omikron-Unterlinien unabhängig voneinander als zu überwachende Varianten (Variants under Monitoring [VUM]), VOI oder VOC eingestuft.
Der WHO zufolge bilden Omikron-Viren den genetischen Hintergrund, aus dem wahrscheinlich neue SARS-CoV-2-Varianten hervorgehen werden – obschon auch weiterhin Varianten auftreten können, die sich von zuvor zirkulierenden VOC ableiten oder völlig neu sind, schreibt die Weltgesundheitsorganisation.
Keine bedenklichen Varianten mehr im Umlauf
Darüber hinaus wird die WHO griechische Bezeichnungen künftig nur noch für VOCs vergeben – und nicht mehr für VOIs. Unter Berücksichtigung dieser Änderungen werden Alpha, Beta, Gamma, Delta sowie die ursprünglich Omikron-Linie (B.1.1.529) als „früher im Umlauf befindliche VOCs“ betrachtet; XBB.1.5 wird als VOI eingestuft und erhält keinen griechischen Buchstaben.
Somit sind derzeit keine bedenklichen SARS-CoV-2-Varianten im Umlauf. Diese Änderungen bedeuten aber nicht, dass die Verbreitung von Omikron keine Gefahr mehr für die öffentliche Gesundheit darstellt, mahnt die WHO. Vielmehr wurden die Änderungen vorgenommen, um zusätzliche oder neue Bedrohungen, die von den derzeit zirkulierenden Omikron-Sublinien ausgehen könnten, besser zu erkennen.









