Wer sich lange und häufig der Sonne aussetzt – sei es freiwillig beim Sonnenbaden oder beruflich im Freien arbeitet – hat ein erhöhtes Risiko für Aktinische Keratosen (AK). Soweit die gängige Lehrmeinung. Aber offenbar kommen noch andere Faktoren hinzu, damit sich AK ausbilden.
Daten der Rotterdam-Studie zur Alterforschung analysiert
Welche das sein könnten und wie die Langzeitperspektive bei AK aussehen, wollten niederländische Epidemiologen herausfinden. Sie bedienten sich dabei der Daten der Rotterdam-Studie. Diese langfristige prospektive, bevölkerungsbezogene Kohortenstudie will dem Verlauf von klassischen Alterserkrankungen auf die Spur kommen. Teilnehmer sind Freiwillige über 40 Jahren, die sich regelmäßig untersuchen lassen.
Genetische Disposition und Alterungsscore
Für die Studie zu AK wurden die Daten von 8.239 Teilnehmern ausgewertet. Die Probanden unterzogen sich einer Ganzkörper-Hautuntersuchung (FBSE= full body skin examination) durch einen Dermatologen. Zudem wurde ein genetischer Risikofaktoren-Score (GRS) bestimmt und die Hautalterung mittels digitaler Messungen (Gesichtsfaltenbildung, Pigmentflecken, Teleangiektasien) erfasst.
Der AK-Schweregrad wurde basierend auf der Anzahl der Läsionen von fehlend (0) bis schwer (≥ 10) kategorisiert.
Jeder Fünfte hat mehr als eine AK
Ergebnis: Insgesamt wiesen 21,1 % der Teilnehmer mehr als eine AK-Läsion auf, wobei 54,4 % der Betroffenen einen leichten Schweregrad zeigten.
Ein höheres bereinigtes AK-Risiko ergab sich, wenn auch der genetischen Risikoscore erhöht war (relatives Risiko: 1,29–1,46).
Ebenfalls stieg das AK-Risiko bei Menschen, die bei der digitalen Messung der Alterungszeichen im Gesicht schlechter abschnitten:
- Pigmentflecken (Odds Ratio OR 1,28–1,59), d.h. das AK-Risiko war zwischen 28% und 59% erhöht.
- Teleangiektasien (OR 1,44 für hohen Schweregrad), d.h. wer viele erweiterte Äderchen im Gesicht aufwies, hatte ein um 44% erhöhtes Risiko AK zu entwickeln.
- und globale Faltenbildung im Gesicht (OR 1,06 und 1,08 für leichten und mittleren Schweregrad).
Heller Hauttyp als Risikofaktor bestätigt
Als Risikofaktoren für AK bestätigten sich männliches Geschlecht, höheres Alter, hellere Haar- und Augenfarbe und Glatze das Risiko.
Neu: Rauchen könnte AK-Risiko mindern
Erstaunlich: Zigarettenraucher hatten laut dieser epidemiologischen Analyse eine geringere Wahrscheinlichkeit, an AK zu erkranken, wobei derzeitige Raucher das geringste Risiko aufwiesen. Anders als erwartet, konnte die Arbeit im Freien nicht als signifikanter Risikofaktor bestätigt werden.
AK können auch wieder zurückgehen
42 % der Teilnehmer hatten eine Therapie gegen die AK erhalten.
Etwa die Hälfte der Probanden zeigte über einen Zeitraum von im Mittel 4,4 Jahren einen Rückgang der Schweregradkategorie, unabhängig davon, ob eine Behandlung stattfand oder nicht (45,0 % vs. 50,5 %; p = 0,77).
Fazit der niederländischen Epidemiologen: GRS und digitale Photoaging-Messungen stehen mit einer erhöhten Anzahl von AK-Läsionen in Verbindung. Auf individueller Ebene nimmt der Schweregrad im Laufe der Zeit ab, d.h. die Patienten wiesen weniger AKs auf – und das vermutlich unabhängig davon, ob die Teilnehmer behandelt wurden oder nicht.







