Die Haut fungiert nicht nur als physische Barriere, sondern beherbergt auch eine Vielzahl mikrobieller Organismen wie Bakterien, Pilze und Viren. Dieses komplexe Mikrobiom spielt eine zentrale Rolle bei der Immunabwehr und dem Schutz vor pathogenen Keimen. Störungen im Mikrobiom, etwa durch Produkte mit unphysiologischem pH-Wert, können entzündliche Hauterkrankungen wie atopische Dermatitis begünstigen. Der natürliche pH-Wert der Haut liegt bei etwa fünfund ist entscheidend für die Stabilität des Mikrobioms.
Ziel der Studie
Eine aktuelle, randomisierte klinische Studie untersuchte die Wirkung von vier Hautpflegeprodukten mit einem pH-Wert unter fünf. Dabei handelte es sich um ein Vitamin-C-Serum, ein Resveratrol-Serum, eine Kollagenmaske und eine Algenmaske. Ziel der Untersuchung war es, die Vielfalt des Mikrobioms sowie schützende Effekte gegen pathogene Keime wie Corynebacterium zu bewerten.
Vielversprechende Ergebnisse durch kontrollierte Anwendung
Insgesamt nahmen postmenopausale Frauen mit einem Haut-pH>5,5 an der Studie teil, die sich über 28 Tage erstreckte. Die Produkte wurden auf festgelegte Hautareale appliziert, während unbehandelte Areale als Kontrollgruppe dienten. Die Vielfalt des Mikrobioms wurde mittels Metagenomik analysiert, wobei Shannon’s Diversity Index als Kennzahl diente. Zusätzlich wurde der transepidermale Wasserverlust (TEWL) als Indikator für die Hautbarrierefunktion gemessen.
Mehr Vielfalt und weniger pathogene Keime
Alle getesteten Produkte führten zu einer signifikanten Steigerung der Mikrobiomvielfalt. Besonders die Algenmaske zeigte eine deutliche Reduktion der Häufigkeit des opportunistischen Corynebacterium-Genus. Diese Effekte gingen mit einer leichten Senkung des Haut-pH-Werts einher. Die Integrität der Hautbarriere blieb erhalten, was durch stabile TEWL-Werte belegt wurde.
Potenzial von Hautpflegeprodukten mit niedrigem pH-Wert
Produkte mit niedrigem pH-Wert stabilisieren das Hautmikrobiom, fördern dessen Vielfalt und wirken gegen potenziell schädliche Mikroben. Diese Erkenntnisse könnten wichtige Impulse für die Prävention und Therapie dermatologischer Erkrankungen geben. Zukünftige Forschungen sollten die Langzeitwirkungen und Anwendbarkeit auf unterschiedliche Hauttypen weiter untersuchen.