Alopecia areata (AA) ist eine autoimmune Erkrankung, die durch plötzlichen und meist kreisrunden Haarausfall gekennzeichnet ist. Sie kann jede Haarregion des Körpers betreffen, einschließlich Kopfhaut, Augenbrauen, Wimpern und Körperbehaarung, und tritt unabhängig von Alter und Geschlecht auf. Obwohl Alopecia areata häufig nur vorübergehenden Haarausfall verursacht, ist sie oft mit erheblichem psychischen Stress und einer Beeinträchtigung der Lebensqualität verbunden.
In den letzten Jahren haben Forschung und klinische Studien versucht, das Verständnis von Alopecia areata zu erweitern, um effektivere Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln. In diesem Kontext gewinnt eine Studie aus dem Vereinigten Königreich an Bedeutung, die die Lebenszeitinzidenz von Alopecia areata untersucht und dabei soziodemografische Unterschiede beleuchtet. Die Ergebnisse der Studie wurden im 'British Journal of Dermatology' veröffentlicht.
Analyse von Lebenszeitinzidenz und soziodemografischen Einflüsse bei Alopecia areata
Die Fälle von Alopecia areata wurden in der Primärversorgung aus der bevölkerungsbasierten Datenbank des Oxford-Royal College of General Practitioners Research and Surveillance Centre im Vereinigten Königreich (2009-2018) ermittelt. Die Schätzungen zur Lebenszeitinzidenz erfolgten im Alter von 80 Jahren anhand modifizierter Zeit-zu-Ereignis-Modelle mit dem Alter als Zeitskala. Sie wurden sowohl insgesamt als auch differenziert nach Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, sozioökonomischer Benachteiligung und geografischer Lage vorgenommen.
In den zwei Jahren nach der AA-Diagnose bewerteten die Forschenden die psychische Gesundheit der Patienten, die Inanspruchnahme des Gesundheitswesens und die berufsbezogenen Ergebnisse im Vergleich zu nicht betroffenen Kontrollpersonen.
Höhere Inzidenz und stärkere Auswirkungen bei ethnischen Minderheiten
Während des Studienzeitraums erkrankten fast 7.000 Personen an Alopecia areata. Die Gesamtlebenszeit-Inzidenz lag bei etwas über 2%. Frauen waren stärker betroffen, mit einer Lebenszeitinzidenz von etwa 2,4%, während sie bei Männern bei knapp 1,9% lag.
Die Inzidenz war bei Personen asiatischer Ethnizität am höchsten mit fast 6%, gefolgt von Personen anderer und gemischter Ethnizität mit etwa 4,5% und schwarzer Ethnizität mit etwas über 3%. Im Vergleich dazu lag die Inzidenz bei Personen weißer Ethnizität bei rund 1,7%.
Innerhalb der soziodemografischen Untergruppen war die Lebenszeitinzidenz am höchsten bei den am stärksten benachteiligten Personen, mit einer bereinigten Odds Ratio von 2,92 im Vergleich zu angepassten Kontrollpersonen (1,71–4,91). Diese Personen hatten auch das höchste Risiko für Arbeitsausfälle, mit einer bereinigten Hazard Ratio von 2,54 im Vergleich zu den Kontrollpersonen (1,80–3,56).
Dringender Handlungsbedarf bei besonders betroffenen Gruppen
Alopecia areata betrifft etwa 1 von 50 Personen im Laufe ihres Lebens. Die Inzidenz sowie die Auswirkungen auf die psychische Gesundheit und arbeitsbezogene Folgen sind dabei in ethnischen Gruppen, die nicht weiß sind, am stärksten ausgeprägt. Kliniker sollten sich der erheblichen Heterogenität bezüglich der Häufigkeit und den Folgen der Erkrankung bewusst sein und gezielte Gesundheitsmaßnahmen für die am stärksten gefährdeten Gruppen unterstützen, so die Studienautoren.








