Toleranzentwicklung bei Kuhmilchallergie meist im Vorschulalter erreicht
Die Kuhmilchallergie ist eine der häufigsten Lebensmittelallergien bei Kindern. Die globale Inzidenz liegt bei etwa 2-3%. Eine Toleranz im Vorschulalter wird von 50-90% der Kinder erreicht. Nur wenige Studien untersuchten die Toleranzrate jenseits des Vorschulalters. Eine aktuelle Studie setzte sich daher zum Ziel, die Toleranzentwicklung für die Kuhmilchallergie bei Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren zu untersuchen.
Studie untersuchte Toleranzentwicklung bei Kuhmilchallergie
Im Rahmen der Studie wurden 80 Kinder eingeschlossen, bei denen die Kuhmilchallergie bis zum Alter von sechs Jahren persistierte. 55 der Kinder waren männlich. 61 von ihnen wurden gestillt. 45 litten an einem Bronchialasthma, 69 an einer atopischen Dermatitis und 37 an einer allergischen Rhinitis.
Etwa die Hälfte der Kinder erreichte Toleranz bis zum 12. Lebensjahr
Toleranz war definiert als das Bestehen eines oralen Provokationstests mit 200 ml nichterhitzter Kuhmilch oder der Verzehr von 200 ml Kuhmilch ohne Symptome. Mehr als die Hälfte der Kinder (58%), die mit sechs Jahren noch eine Kuhmilchallergie aufwiesen, erreichten eine Toleranz bis zum zwölften Lebensjahr. Die Toleranz wurde von 25 (31%) bzw. 46 (58%) Kindern im Alter von neun bzw. zwölf Jahren erreicht. Bei 34 der Kinder (42%) persistierte die Kuhmilchallergie nach dem Ende des zwölften Lebensjahres. Die Studienautoren empfehlen für die Erfassung des Toleranzstatus von Kindern eine proaktive Testung via oralem Provokationstest.
Vorherige Anaphylaxie und erhöhte CM-sIgE-Level als Risikofaktoren für Persistenz
Die Forscher untersuchten zudem mögliche Risikofaktoren für die Persistenz einer Kuhmilchallergie. Sie zeigten, dass diese mit höheren kuhmilchspezifischen Immunglobulin E-Leveln (CM-sIgE-Level), einer vorherigen Anaphylaxie und einer kompletten Kuhmilcheliminierung assoziiert war. Kein Kind, das alle drei Risikofaktoren aufwies, erreichte eine Toleranz.
Von den 80 eingeschlossenen Kindern hatten 30 eine vorherige Anaphylaxie aufgrund der Kuhmilchallergie und 40 hatten Kuhmilch komplett aus ihrer Ernährung eliminiert.
Das mediane kuhmilchspezifische Immunglobulin E-Level mit sechs Jahren betrug 12 kUA/l.
Art der Milchaufnahme scheint bedeutsam
Die Studienautoren vermuten, dass immunmodulatorische Effekte des Genusses von gebackenen Milchproteinen die Progression zur Toleranz von nichtgebackener Milch erhöhen könnte. Zudem scheint der Konsum von kleinen Mengen erhitzter Milch den sicher verzehrbaren Anteil von Kuhmilch zu erhöhen. Dies deutet darauf hin, dass die kontinuierliche Einnahme kleiner Mengen von Kuhmilch immunologische Benefits induzieren könnte, die die Toleranz für Kuhmilch fördern könnten.









