Im Jahr 2022 wurden bei rund 32.000 gesetzlich Versicherten in Deutschland ab 35 Jahren erstmals Maligne Melanome diagnostiziert. Diese Zahl stammt aus einer aktuellen Untersuchung des Zentralinstituts der kassenärztlichen Versorgung (Zi) und zeigt, dass das Risiko, an Schwarzem Hautkrebs zu erkranken, im Alter erheblich zunimmt. Insbesondere Männer sind ab einem Alter von 65 Jahren stärker betroffen, während bei Frauen eine höhere Neuerkrankungsrate in den jüngeren Altersgruppen beobachtet wird.
Unterschiede zwischen den Geschlechtern
Laut den Abrechnungsdaten aus dem Jahr 2022 liegt die Inzidenzrate für Frauen im Alter ab 35 Jahren bei 70 Neuerkrankungen pro 100.000 Personen. Für Männer im gleichen Altersbereich wurden 78 Neuerkrankungen pro 100.000 Personen aufgezeichnet, was einem um 10 Prozent höheren Erkrankungsrisiko entspricht. Dieser Unterschied ist vor allem in den höheren Altersgruppen von Bedeutung, wo Männer eine signifikant höhere Inzidenzrate aufweisen.
Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Hautkrebsdiagnosen
Zwischen den Jahren 2015 und 2019 blieb das Erkrankungsrisiko für das Maligne Melanom nahezu unverändert. Allerdings kam es zwischen 2019 und 2022 zu einem Anstieg der Inzidenz um 4%. Dies wird auf Nachholeffekte nach der Corona-Pandemie zurückgeführt, da in dieser Zeit weniger Hautkrebsscreenings durchgeführt wurden. Es bleibt abzuwarten, ob sich dieser Anstieg in den kommenden Jahren in den Meldedaten der Deutschen Krebsregister bestätigt.
Wichtigkeit von Vorsorge und Sonnenschutz
Dr. Dominik von Stillfried, Zi- Vorstandsvorsitzender, betont die Bedeutung von Sonnenschutz und regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen. Gesetzlich Versicherte ab dem 35. Lebensjahr haben im Rahmen der Krebsfrüherkennung alle zwei Jahre Anspruch auf ein kostenfreies Hautkrebsscreening. Im Jahr 2022 oder im Vorjahr nahmen nur etwa 25 Prozent der Berechtigten dieses Angebot wahr
„Aus medizinischer Sicht wäre es wünschenswert, wenn deutlich mehr Menschen das für sie kostenfreie Screening nutzen würden. Das gilt wegen des erhöhten Erkrankungsrisikos insbesondere für ältere Menschen“, so Dr. von Stillfried.
Intensive Belastung durch UV-Strahlung als wichtigster Risikofaktor
Ein Malignes Melanom geht von den pigmentbildenden Zellen der Haut, den Melanozyten, aus. Der wichtigste Risikofaktor ist eine starke, wiederkehrende UV-Belastung. Sonnenbrände, ein heller Hauttyp und familiäre Häufungen erhöhen das Erkrankungsrisiko erheblich. Besonders gefährdet sind Personen, die sich viel im Freien aufhalten. Schützende Maßnahmen wie das Tragen langer Kleidung und die Verwendung von Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor sind daher essenziell, vor allem für Kinder und Jugendliche, deren Haut besonders empfindlich ist.
Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen die Notwendigkeit verstärkter Präventionsmaßnahmen und die Bedeutung regelmäßiger Hautkrebsscreenings. Ein effektiver Sonnenschutz und die frühzeitige Erkennung durch Vorsorgeuntersuchungen können das Hautkrebsrisiko erheblich verringern und die Heilungschancen verbessern.








