Psoriasis betrifft weltweit über 60 Millionen Menschen. Die Erkrankung äußert sich klinisch durch erythematosquamöse Plaques und ist mit einem erhöhten Risiko für kardiometabolische Begleiterkrankungen assoziiert. Die Rolle von Ernährung im Krankheitsverlauf wird seit Jahren diskutiert, bislang jedoch überwiegend durch Beobachtungsstudien gestützt. Randomisierte klinische Daten lagen kaum vor.
Mediterrane Ernährung im klinischen Prüfdesign
Eine in 'JAMA Dermatology' veröffentlichte Studie MEDIPSO (NCT06257641) hatte zum Ziel, den Einfluss einer streng kontrollierten mediterranen Ernährung auf die Krankheitsaktivität bei Patienten mit milder bis moderater Psoriasis prospektiv zu prüfen. Der primäre Endpunkt war die Veränderung des Psoriasis Area and Severity Index (PASI) nach 16 Wochen. Sekundäre Endpunkte umfassten Parameter der Ernährungseinhaltung, metabolische und inflammatorische Marker sowie patientenberichtete Ergebnisse.
Mediterrane Kost versus fettarme Ernährung
Die offene, randomisierte, einfach verblindete Studie wurde von Februar 2024 bis März 2025 an einer dermatologischen Überweisungsklinik in Madrid durchgeführt. Eingeschlossen wurden 38 erwachsene Patienten (mittleres Alter 46,4 Jahre; 65,8 % Männer) mit milder bis moderater Psoriasis (PASI 2–10) unter stabiler topischer Therapie.
Die Patienten wurden 1:1 randomisiert:
- Interventionsgruppe: 16-wöchiges, Programm mit Unterstützung durch Ernährungsberatung zur mediterranen Ernährung, inklusive individueller Beratung, Schulungsmaterialien und wöchentlicher Bereitstellung von nativem Olivenöl extra.
- Kontrollgruppe: Standardisierte, fettarme Ernährungsempfehlungen ohne Ernährungsberatung.
Mediterrane Ernährung reduziert Psoriasis-Schwere deutlich
Nach 16 Wochen zeigte sich in der Interventionsgruppe eine signifikante Verbesserung der Krankheitsaktivität:
- Der geschätzte mittlere PASI-Veränderungswert betrug −3,4 (95 %-Konfidenzintervall [KI] −4,4 bis −2,4), während in der Kontrollgruppe keine Veränderung beobachtet wurde (0,0; 95 %-KI −1,0 bis 1,0).
- Die Differenz zwischen den Gruppen lag bei −3,4 (95 %-KI −4,8 bis −2,0; p < 0,001).
- 47,4 % der Patienten in der Interventionsgruppe erreichten eine PASI-75-Response, in der Kontrollgruppe kein Teilnehmer.
Günstige Auswirkungen auf Stoffwechsel, Lebensqualität und Schlaf
Neben der Verbesserung der Hautsymptome ergaben sich weitere Vorteile:
- Stoffwechsel: signifikante Reduktion des HbA1c in der Interventionsgruppe (−4,1 mmol/mol; 95 %-KI −6,9 bis −1,3; p = 0,01).
- Allgemeinbefinden: Verbesserungen in Lebensqualität (p = 0,03), Schlaf (p = 0,04) und Angstsymptome (p = 0,01).
- Zudem wurde ein Trend zu weniger depressiven Symptomen berichtet, der allerdings nicht signifikant ausfiel.
Mediterrane Ernährung zeigt Wirkung jenseits von Kalorienrestriktion
Frühere Ernährungsinterventionen bei Psoriasis fokussierten überwiegend auf hypokalorische oder ketogene Diäten, bei denen die Verbesserung häufig auf Gewichtsreduktion zurückgeführt wurde. In der MEDIPSO-Studie traten die positiven Effekte unabhängig von einer signifikanten Gewichtsabnahme auf.
Weitere Studien mit größerer Patientenzahl und längerer Nachbeobachtungszeit sind erforderlich, um diese Ergebnisse zu bestätigen und die Generalisierbarkeit auf unterschiedliche Patientenkollektive zu prüfen.








