Rauchen und kindliche Ekzementwicklung

Eine Studie zeigte, dass aktives Rauchen der Eltern keinen starken Risikofaktor für eine Ekzementwicklung darzustellen scheint. Andere Umweltfaktoren scheinen eine größere Rolle zu spielen. Passivrauchen war hingegen positiv mit der Ekzementwicklung assoziiert.

Rauchen

Einfluss von Umweltfaktoren auf Allergieentstehung

Allergische Erkrankungen betreffen weltweit etwa 35% der Kinder. Ein Ekzem ist meist die erste Manifestation einer Allergie. Innerhalb der ersten drei Lebensjahre folgen häufig Nahrungsmittelallergien und Hypersensitivität.

Vorbeugung und Behandlung der allergischen Erkrankungen in frühen Stadien ist daher wichtig, um den atopischen Marsch zu stoppen. Wie kommt es aber zu den Allergien? Genetische Ursprünge sind bekannt. Aufgrund der stark steigenden Prävalenzen scheinen auch Umweltfaktoren einen Einfluss zu haben.

Rauchen als Umweltfaktor, der Allergieentstehung begünstigt?

Ein modifizierbarer Umweltfaktor ist die frühe Exposition gegenüber Zigarettenrauch.

Tägliches Rauchen wird von 25% der Männer und 5,4% der Frauen weltweit praktiziert. 40% der Kinder sind dadurch Passivrauch ausgesetzt. Etwa 1,7% der Frauen rauchen auch während einer Schwangerschaft weiter.

Dies könnte zu Verschiebungen von Immunreaktionen in Richtung T2-Helfer-Zellantworten führen und die Anfälligkeit gegenüber Allergien erhöhen. Bisher existiert kein Konsensus über den Einfluss des Zeitpunktes und Typs der Exposition gegenüber Zigarettenrauch auf die frühe Allergieentwicklung.

Beziehung zwischen rauchenden Eltern und kindlicher Allergieentstehung

Eine Studie setzte sich zum Ziel, die Beziehung zwischen einem frühen Ekzem oder Nahrungsmittelallergie/Hypersensitivitätsentwicklung bei Kindern durch die Untersuchung des Effekts der Exposition gegenüber Rauchen während kritischer Entwicklungsperioden der Kinder zu untersuchen.

Für die Metaanalyse wurden die vier Datenbanken PubMed, Web of Science, Scopus und Embase auf Fallkontroll-, Querschnitts- oder Kohortenstudien durchsucht, die sich mit der Exposition gegenüber Rauchen ab der Präkonzeption bis zum postnatalen Zeitpunkt und atopischen Ekzemen, Nahrungsmittelallergien und/oder Hypersensitivität beschäftigten.

Daten von fast 200.000 Teilnehmern ausgewertet

Insgesamt wurden 32 Studien mit fast 190.000 Teilnehmern eingeschlossen. Interessanterweise war Rauchen der Eltern während der Präkonzeption, Schwangerschaft und postnatal nicht allgemein mit dem Risiko der Entwicklung eines Ekzems, Nahrungsmittelallergie und -sensibilisierung im Alter von drei Jahren assoziiert.

Fragliche Ergebnisse zu negativer Assoziation von Rauchen und Allergieentwicklung

Eine Subgruppenanalyse deutete eine negative Assoziation zwischen maternalem aktivem Rauchen während der Schwangerschaft und selbstberichteter ärztlicher Diagnose eines Ekzems an.  Dieses Ergebnis wird von den Studienautoren mit Vorsicht interpretiert. Sie gehen von einer Bias aus. Sie vermuten, dass das Stigma des Rauchens in der Schwangerschaft möglicherweise zu einer Untererfassung der tatsächlich rauchenden Frauen führte und diese Frauen eine geringere Aufmerksamkeit oder Sorge gegenüber ekzematösen Symptomen ihrer Kinder aufweisen könnten. Hierfür sprechen Studien, die schädliche Effekte des Rauchens, wie beispielsweise die Förderung von kindlichem Asthma, während der Schwangerschaft zeigten.

Frauen sollten Passivrauchen gerade während Schwangerschaft minimieren

Als zweites Ergebnis zeigten die Wissenschaftler, dass maternales Passivrauchen während der Schwangerschaft positiv mit einem ärztlich diagnostizierten Ekzems assoziiert war. Angesichts der hohen Expositionsrate von schwangeren Frauen gegenüber Passivrauchen von 24% bis 70% in verschiedenen Ländern ist dies ein wichtiges Ergebnis. Trotz der schwachen Evidenz sprechen die Ergebnisse der Studie dafür, dass schwangere Frauen Passivrauchen minimieren sollten, um eine Ekzementwicklung zu verhindern.

Autor:
Stand:
12.10.2023
Quelle:

Lau et al. (2023): Smoke exposure and childhood atopic eczema and food allergy: A systematic review and meta-analysis. Pediatric Allergy Immunology, DOI: https://doi.org/10.1111/pai.14010

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