Prädiabetes: Die schleichende Gefahr

Prädiabetes ist eine Vorstufe des Typ-2-Diabetes und kann zu langfristigen Schäden im Körper führen. Die DGE und DDG machen in einer gemeinsamen Pressemeldung darauf aufmerksam, dass eine frühzeitige Diagnose und Behandlung des Prädiabetes entscheidend zur Prävention von Typ-2-Diabetes beitragen können.

Blutzuckermessung

Diabetes mellitus Typ 2 ist eine weltweit verbreitete chronische Erkrankung, die sich über Jahre unbemerkt entwickeln kann. Prädiabetes, ein Zustand erhöhter Blutzuckerwerte, die noch nicht die Kriterien für Diabetes erfüllen, ist ein entscheidender Vorläufer dieser Erkrankung. Die frühzeitige Erkennung und Behandlung von Prädiabetes können das Risiko für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes erheblich verringern und somit eine kritische Komponente im Kampf gegen die Diabetes-Epidemie darstellen.

Die Bedeutung der frühzeitigen Diagnose

Laut der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) und der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) kann durch eine frühzeitige Diagnose und anschließende Lebensstiländerungen das Risiko für den Ausbruch eines Typ-2-Diabetes um 40% bis 70% gesenkt werden. Interessanterweise zeigt sich die Insulinresistenz, ein Schlüsselindikator für die Entwicklung von Diabetes, durchschnittlich bereits 12 Jahre vor der eigentlichen Diagnose.

Prädiabetes und seine Folgen

Prädiabetes ist nicht nur ein Alarmzeichen für die mögliche Entwicklung von Typ-2-Diabetes, sondern kann auch ohne Weiterentwicklung zu Diabetes bleibende Schäden im Körper verursachen, insbesondere an Nieren, Nerven und Gefäßen. In Deutschland leben geschätzt 20 von 100 Erwachsenen mit Prädiabetes, weltweit sind es mehr als 541 Millionen Menschen. Zu den Risikogruppen zählen insbesondere Menschen mit Übergewicht, kardiovaskulären Erkrankungen, viel Bauchfett und Leberverfettung.

Diagnose und Prävention

Die Diagnose von Prädiabetes erfolgt kostengünstig durch einfache Bluttests, die Nüchternglukose, den 2-Stunden-Wert im oralen Glukosetoleranztest (oGTT) und den HbA1c-Wert umfassen. Eine Insulinresistenz kann mit dem HOMA-Index (Homeostasis Model Assessment) aus Insulin- und Blutzuckerwerten einer Nüchtern-Blutprobe ermittelt werden. Ab einem Wert von 2,5 ist eine Insulinresistenz vorhanden und das Diabetesrisiko erhöht.

Frühzeitig identifiziert, besteht die Möglichkeit, durch Lebensstilinterventionen wie Gewichtsreduktion, Steigerung der körperlichen Aktivität und ausgewogene Ernährung, die Entwicklung von Typ-2-Diabetes zu verhindern oder zumindest zu verzögern.

Prädiabetes als Schlüsselelement im Kampf gegen Typ-2-Diabetes

Die frühzeitige Erkennung und Behandlung von Prädiabetes bieten eine Chance, die wachsende Epidemie des Typ-2-Diabetes einzudämmen. Die DGE und DDG betonen die Wichtigkeit des breiten Einsatzes von Diabetesrisikotests und Lebensstilinterventionen. Zukünftige Entwicklungen in der Prävention und Behandlung von Prädiabetes könnten eine Schlüsselrolle in der globalen Gesundheitsstrategie gegen Typ-2-Diabetes spielen. Angesichts der drastischen Zunahme von Typ-2-Diabetes ist es entscheidend, Personen mit Prädiabetes frühzeitig zu identifizieren und durch gezielte Präventionsmaßnahmen das Risiko einer späteren Diabeteserkrankung zu minimieren.

Autor:
Stand:
05.02.2024
Quelle:

DGE, DDG: Pressemeldung: Prädiabetes: Typ-2-Diabetes beginnt Jahre vor Ausbruch schleichend Vorstufen frühzeitig diagnostizieren und gegensteuern, 26.01.2024

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