Telematikinfrastruktur hilft im Reha-Alltag

Die Telematikinfrastruktur erlaubt Reha-Einrichtungen einen sektor- und systemübergreifenden Zugang zu digitalen Anwendungen. Unterstützt werden soll die Anbindung an die zentrale Plattform mit einer Finanzierungsvereinbarung für Reha-Kliniken sowie einem Leitfaden.

Digitale Medizin

Telematik setzt sich aus den Wörtern Telekommunikation und Informatik zusammen und steht damit für eine Technik, welche beide Bereiche verbindet. Mit dem Begriff „Telematikinfrastruktur“ (TI) wird die zentrale Plattform für digitale Anwendungen im Gesundheitsbereich in Deutschland bezeichnet, welche über Datenautobahnen Leistungserbringer wie Krankenhäuser, Ärzte und Krankenkassen miteinander vernetzt. Verantwortlich für den Ausbau sowie den Betrieb dieser Infrastruktur ist die Nationale Agentur für Digitale Medizin namens gematik.

Telematikinfrastruktur in der Reha mit vielen Vorteilen

Seit 2021 können Reha-Einrichtungen an der Telematikinfrastruktur teilnehmen und digitale Anwendungen wie die elektronisch Patientenakte (ePA), den elektronischen Medikationsplan (eMP), das E-Rezept oder die Kommunikation im Medizinwesen (KIM) nutzen. Die digitalen Anwendungen erlauben einen schnellen, zuverlässigen und sicheren Austausch von Nachrichten und Dokumenten mit Arztpraxen und Krankenhäusern. Im Reha-Alltag soll das einen schnellen und vollständigen Zugriff auf die Kranken- und Behandlungsgeschichte der Patienten und dadurch eine optimierte Therapie ermöglichen.

Finanzierungsvereinbarung regelt Konditionen für TI-Anbindung

Für die Anbindung benötigen die Reha-Kliniken verschiedene Basiskomponenten wie z. B. einen Konnektor, einen Zugangsdienst, Kartenlesegeräten sowie eine institutionsbezogene Smartcard, welche als Sicherheitsmodulkarte fungiert. Allerdings sind bisher laut gematik nur 72 der über 1.000 Reha-Einrichtungen mit dieser Karte ausgestattet. „Mit der bevorstehenden Finanzierungsvereinbarung erhalten Reha- und Vorsorgeeinrichtungen eine Regelung, zu welchen Konditionen sie sich an die Telematikinfrastruktur anbinden können,“ sagt Dr. Markus Leyck Dieken, CEO der gematik.

Reha-Kliniken haben Aufholbedarf bei Digitalisierung

Dass noch Aufholbedarf bei der Digitalisierung sowohl im stationären als auch im Reha-Bereich besteht, zeigte auch das vom Freistaat Bayern geförderte Forschungsprojekt „Reha-/TI-Konsil“, an dem fünf Reha-Kliniken und 20 niedergelassene Hausärzte teilgenommen hatten. Getestet wurde die praktische Umsetzung des Anschlusses an die Telematikinfrastruktur. In diesem Zug hatten auch einige Reha-Kliniken Erfahrungen mit der Kommunikation im Medizinwesen (KIM) gemacht. Sibylle Feyerabend, Leiterin Heiligenfeld Services / Heiligenfeld GmbH, fasst ihre Erfahrungen wie folgt zusammen: „Mit KIM muss ich Informationen nicht mehr hinterherlaufen, sondern unsere Ärzte können sie direkt Kolleginnen und Kollegen bereitstellen und von ihnen erhalten. Das hilft bei der übergreifenden Behandlung gemeinsamer Patientinnen und Patienten sehr.“

Leitfaden erleichtert Digitalisierung

Zudem wurde eine Konsil-Anwendung für den Austausch medizinischer Informationen zwischen niedergelassenen Hausärzten und Reha-Kliniken ermittelt. Dabei ging es sowohl um die Vorbereitung als auch um die Begleitung und Nachsorge einer Reha-Maßnahme. Die Konsil-Anwendung war die erste WANDA-Smart Anwendung mit Hosting innerhalb der Telematikinfrastruktur. Die Abkürzung WANDA steht dabei für Weitere Anwendung für den Datenaustausch. Aus dem Projekt wurde ein Leitfaden entwickelt, welcher mit einem Handout samt Best-Practice-Tasks anderen Einrichtungen bundesweit den Einstieg in die digitale Medizin erleichtern soll. Der Leitfanden ist auf der Webseite der Deutschen Krankenhaus Trust-Center und Informationsverarbeitung GmbH – kurz DKTIG – zu finden.

Autor:
Stand:
28.02.2023
Quelle:

Gematik, Pressemitteilung, 21. Februar 2023

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