Neue GERD-Leitlinie enthält Kapitel zu eosinophiler Ösophagitis

Im März 2023 ist die S2k-Leitlinie „Gastroösophageale Refluxkrankheit und eosinophile Ösophagitis“ aktualisiert worden. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse wurden aufgenommen und die Leitlinie um das Kapitel „Eosinophile Ösophagitis“ erweitert.

neue Leitlinie

Refluxerkrankungen zählen zu den Volkskrankheiten. Die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) ist eine der häufigsten im gesamten Verdauungstrakt. Die neue S2k-Leitlinie bietet neben Diagnosealgorithmen auch Therapieschemata. Einiges hat sich im Vergleich zur früheren Version geändert.

Eosinophile Ösophagitis mit eigenem Kapitel

Neu in der Leitlinie ist ein ganzes Kapitel über die eosinophile Ösophagitis als zweithäufigste Speiseröhrenerkrankung. Die Empfehlungen sind sowohl auf die ambulante als auch auf die stationäre Versorgung ausgerichtet. Dieses Mal wurden, da die Erkrankung im Kindes- und Jugendalter häufiger auftritt, auch die Pädiatrie und die Kinderchirurgie miteinbezogen.

Treten die Leitsymptome Dysphagie und Bolusobstruktion auf, sollte hinsichtlich einer eosinophilen Ösophagitis abgeklärt werden, da unbehandelt langfristig Strikturen und andere Komplikationen auftreten können. Für die endoskopische Befundung wird die EREFS-Klassifikation empfohlen sowie mindestens sechs Biopsien aus verschiedenen Abschnitten der Speiseröhre.

Zur Therapie wird derzeit viel geforscht. Aktuell haben topische Kortikosteroide eine höhere Evidenz als hoch dosierte Protonenpumpeninhibitoren. Im pädiatrischen Bereich zählen Eliminationsdiäten zu den häufigen Therapiemaßnahmen. Nach acht bis zwölf Wochen muss mittels Ösophagogastroduodenoskopie und Biopsie nachkontrolliert werden. Die Therapie, mit der eine Remission erreicht werden konnte, sollte auch als Langzeitbehandlung eingesetzt werden. Wer tatsächlich eine Langzeittherapie benötigt, wird noch erforscht.

Neues bei GERD

Geändert hat sich auch bei der GERD einiges. So soll beispielsweise zwischen Refluxbeschwerden mit einer gesicherten GERD und solchen ohne unterschieden werden, da sich dies auf die erweiterte Therapie bei Versagen von Protonenpumpeninhibitoren (PPI) auswirkt.

Es gibt auch weiterhin keinen diagnostischen Goldstandard. Ein Ansprechen auf PPI kann eine GERD nicht widerlegen. Verwendet wird weiterhin der Lyon-Konsensus: Eine GERD liegt wahrscheinlich vor, wenn eine ausgeprägte Refluxösophagitis LA C und D, ein Barrett-Ösophagus (>1 cm) oder eine peptische Stenose festgestellt werden konnten. Für die Diagnose eingesetzt werden unter anderem Endoskopie, hochauflösende Manometrie und pH-Metrie-Impedanz.

In der Therapie bleiben PPI der Standard. Bei nicht-GERD-Erkrankungen können aber auch alternative Wirkstoffklassen in Frage kommen – vor allem, wenn die Symptomkontrolle das Hauptziel ist. Im operativen Bereich gilt die laparoskopische Fundoplicatio weiterhin als Methode der Wahl. Dafür ist jedoch eine sorgfältige Auswahl der Patienten im Vorfeld wichtig.

Gültigkeit der Leitlinie

Die neue Leitlinie ist bis 30. Juni 2027 gültig. Da sich in der Erforschung im Moment jedoch viel tut, sind Überarbeitungen in der Zeit bis dahin möglich.

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