Polyphenole aus Heilkräutern und Gewürzen fördern die Darmgesundheit

Die Häufigkeit bestimmter mikrobieller Taxa variiert mit dem Polyphenolgehalt in der Nahrung. Ein höherer Polyphenolkonsum ist mit einer vermehrten Anzahl von Lactobacillus und Sutterella sowie einer reduzierten Anzahl von Eubacterium ventriosum, Ruminococcus torques, Bacteroides und Enterococcus verbunden.

Gewürze Polyphenole

Polyphenole kommen in einer Vielzahl von Lebensmitteln und Getränken vor und sind für ihre potenziellen gesundheitlichen Vorteile bekannt. Unter anderem verbessern sie die Darmgesundheit, indem sie bioaktive Metaboliten produzieren, die verschiedene physiologische Prozesse beeinflussen. Die genauen Auswirkungen einer regelmäßigen Polyphenolaufnahme, insbesondere aus alltäglichen Lebensmitteln, Heilkräutern und Gewürzen, auf die Darmmikrobiota sind jedoch nicht vollständig verstanden.

Aktuelle Forschungsergebnisse legen nahe, dass Polyphenole die Häufigkeit von nützlichen Bakterien erhöhen und die Prävalenz pathogener Mikroorganismen verringern können. Dies trägt zu einer verbesserten Darmgesundheit bei und könnte potenziell zu einer Vielzahl weiterer gesundheitlicher Vorteile führen, darunter die Verringerung von Entzündungen, oxidativem Stress sowie kardiovaskulären Erkrankungen. Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachjournal „Nutrients“ veröffentlicht [1].

Analyse der INCLD Health-Daten: Zusammenhang zwischen Polyphenolaufnahme und Darmmikrobiom

Die Studie führte eine Sekundäranalyse der Daten der Internationalen Kohorte zur Erforschung der Einflüsse des Lebensstils auf die Gesundheit (INCLD Health) durch. Schwerpunktmäßig wurde die Beziehung zwischen der Aufnahme von Polyphenolen mit der Nahrung und der Zusammensetzung des Darmmikrobioms untersucht.

96 Teilnehmer wurden nach Abschluss spezifischer Umfragen und Tests ausgewählt; Personen mit bestimmten Gesundheitszuständen oder Antibiotikaeinnahme wurden ausgeschlossen. Die Mehrheit der Teilnehmer war weiß, weiblich und nicht hispanisch mit normalen kardiometabolischen Maßen. Die meisten von ihnen waren Nichtraucher und konsumierten Alkohol in moderaten Mengen.

DNA-Analyse und Polyphenolquantifizierung

Um mikrobielle DNA zu identifizieren, wurde mit einem spezifischen Kit Desoxyribonukleinsäure (DNA) aus Stuhlproben extrahiert und anschließend sequenziert. Der Fokus der Sequenzierung lag auf der vierten variablen Region des 16S ribosomalen Ribonukleinsäure (rRNA)-Gens, mit einer nachfolgenden Verarbeitung zur Identifizierung und Klassifizierung mikrobieller Taxa.

Die Quantifizierung der Polyphenolaufnahme erfolgte auf Basis von Ernährungsdaten, die zuvor mittels eines Fragebogens zur Häufigkeit der Nahrungsaufnahme erhoben wurden. Ferner wurde der Polyphenolgehalt in verschiedenen Lebensmitteln und Getränken ermittelt, wobei minimale Polyphenolquellen ausgeschlossen wurden. Die Bewertung der Polyphenolaufnahme berücksichtigte den täglichen Gesamtverzehr und die Häufigkeit der Verwendung von Kräutern und Gewürzen, die für ihren hohen Polyphenolgehalt bekannt sind.

Die statistische Analyse untersuchte die Vielfalt der Darmmikrobiota und ihre Beziehung zur Polyphenolaufnahme. Dies beinhaltete die Untersuchung von Unterschieden in der mikrobiellen Vielfalt und Abundanz in Bezug auf unterschiedliche Polyphenolkonsumniveaus.

Einfluss von polyphenolreichen Kräutern und Gewürzen auf die Darmmikrobiota-Zusammensetzung

Die diätetische Polyphenolaufnahme variierte bei den Teilnehmenden, wobei Flavonoide am meisten konsumiert wurden. Zu den häufig verwendeten Kräutern und Gewürzen gehörten schwarzer Pfeffer, Zimt, Ingwer, Zwiebeln, Knoblauch und Kurkuma mit unterschiedlichem Polyphenolgehalt.

Die Analyse des Darmmikrobioms, stratifiziert nach Polyphenolkonsum, zeigte Firmicutes als dominante Phyla in allen Gruppen, ohne signifikante Unterschiede in der mikrobiellen Diversität oder Mikrobiomstruktur zwischen geringen, mittleren und hohen Polyphenolkonsumenten. Eine unterschiedlich hohe Aufnahme von polyphenolreichen Kräutern und Gewürzen wirkte sich ebenfalls nicht auf die Gesamtmikrobiota-Diversität aus, beeinflusste aber die Abundanz spezifischer Taxa. Personen mit einer vermehrten Zufuhr hatten ein anderes mikrobielles Profil als Personen, die nur wenig Kräuter und Gewürze verzehrten, mit Variationen in der Abundanz von Lachnospiraceae UCG 004, Lachnotalea und Lachnospiraceae UCG 001.

Polyphenole fördern das Wachstum protektiver Bakterien

Korrelationsanalysen ergaben signifikante Zusammenhänge zwischen der Gesamtpolyphenolaufnahme und den bestimmten Polyphenolklassen sowie mikrobiellen Taxa. Die Abundanz protektiver Bakterien wie Lactobacillus und Sutterella korrelierte positiv mit dem Gesamtverbrauch an Polyphenolen, Flavonoiden und Lignanen. Umgekehrt korreliert die Häufigkeit der Pathobionten Eubacterium ventriosum, Ruminococcus torques group, Bacteroides und Enterococcus invers mit der Polyphenolaufnahme.

Zudem zeigten bestimmte Polyphenolklassen unterschiedliche Korrelationen mit verschiedenen mikrobiellen Taxa, was auf das komplexe Zusammenspiel zwischen Ernährung und Darmmikrobiota hinweist.

Autor:
Stand:
27.03.2024
Quelle:

Vita, A. A. et al. (2024): Relationships between Habitual Polyphenol Consumption and Gut Microbiota in the INCLD Health Cohort. Nutrients, DOI: 10.3390/nu16060773.

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