Chronische Rhinosinusitis beeinträchtigt Lebensqualität der Betroffenen erheblich
Die chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRSwNP) ist eine häufige mindestens zwölf Wochen anhaltende entzündliche Erkrankung der Nasenhaupthöhle und Nasennebenhöhlen. Sie führt zu persistierenden Symptomen wie Nasenobstruktion, Rhinorrhoe, Druckgefühl im Gesicht sowie einer eingeschränkten Riechfunktion.
Neben der körperlichen Symptomatik ist die krankheitsbedingte Einschränkung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität klinisch relevant. Insbesondere der Verlust des Riechvermögens wirkt sich erheblich auf die Geschmackswahrnehmung, soziale Interaktion, Emotionen und psychosoziales Wohlbefinden aus.
Die funktionelle endoskopische Nasennebenhöhlenoperation (FESS) stellt, wenn die medikamentöse Therapie nicht suffizient ist, eine etablierte Behandlungsoption dar. Hierdurch kann die Ventilation und Drainage der Nebenhöhlen verbessert werden. Der Nutzen der Operation hinsichtlich Symptomreduktion und der Verbesserung der Lebensqualität ist durch verschiedene Studien gut belegt. Weniger untersucht ist jedoch der Einfluss auf emotionale Parameter wie das Glücksempfinden.
Studie untersuchte Glücksempfinden von Patienten mit CRSwNP nach FESS
Vor diesem Hintergrund evaluierte ein Forschungsteam erstmals systematisch, inwieweit eine FESS das subjektive Glücksempfinden von Patienten mit CRSwNP beeinflusst. Ferner untersuchten die Wissenschaftler, welche Faktoren postoperative Veränderungen des Wohlbefindens determinieren.
In die Studie wurden 55 Patienten mit CRSwNP, die eine FESS erhielten, eingeschlossen. Die Wissenschaftler ermittelten prä- und postoperativ die Symptomlast, das Glücksempfinden, die Riechfunktion sowie die mukoziliäre Clearance. Zusätzlich erfolgte die Bestimmung der Krankheitsausprägung mittels radiologischer und endoskopischer Scores.
Glücksempfinden steigt postoperativ
Einen Monat nach der Operation zeigte sich eine signifikante Verbesserung mehrerer klinischer Parameter:
• Reduktion der Symptomlast (p = 0,005)
• Verbesserung des subjektiven Wohlbefindens (p < 0,001)
• Zunahme der Riechfunktion (p < 0,001)
• Verbesserung der mukoziliären Clearance (p = 0,025)
Damit unterstreicht die Studie nicht nur bereits bekannte Effekte der FESS auf Symptome und die nasale Funktion, sondern zeigt zusätzlich eine signifikante Steigerung des subjektiven Glücksempfindens.
Verbesserung der Riechfunktion als Prädiktor für postoperative Steigerung des Glücksempfindens
Die Forscher identifizierten zwei unabhängige Einflussfaktoren für die Steigerung des Glücksempfindens:
• Verbesserung der olfaktorischen Funktion (p=0,006)
• geringere präoperative Polypenausprägung (p=0,01)
Insbesondere die Verbesserung des Geruchssinns erwies sich als Prädiktor für ein gesteigertes Glücksempfinden nach der Operation. Dies unterstreicht die zentrale Rolle des Riechens für das subjektive Wohlbefinden. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund wichtig, dass bis zu 80 % der CRSwNP Patienten unter einer Einschränkung ihres Riechvermögens leiden.
Patienten mit präoperativ geringerer Polypenausprägung waren glücklicher nach der Op
Zudem wird deutlich, dass die Krankheitslast vor der Operation den postoperativen Nutzen beeinflussen kann. Patienten mit weniger Polypen profitierten emotional stärker von der Intervention. Die Wissenschaftler erklären dies mit der stärkeren Verbesserung des Riechvermögens.











