Herausforderung der Tumorrandbeurteilung nach TLM
Das Larynxkarzinom ist eine häufige Tumorart mit einer jährlichen Inzidenz von etwa 13.000 Fällen in den Vereinigten Staaten von Amerika. Die transorale Lasermikrochirurgie (TLM) ist die primäre Operationsmethode für frühe Larynxkarzinome und zeigt äquivalente Outomes zur Radiatio. Die Versagerrate der lokalen Kontrolle, insbesondere beim T2 Tumor und/oder Rezidiv nach Radiatio übersteigt jedoch die 25%.
Aktuell hängt die Untersuchung der Tumorränder nach TLM von der visuellen Untersuchung des Resektionsbetts und kleinvolumigen Randbiopsien ab, die anfällig für eine nichtkorrekte histopathologische Diagnose sind.
Es werden daher Methoden gesucht, um die Untersuchung des Tumors zu verbessern, um die onkologische Effizienz der TLM zu maximieren.
Auf Tumor ausgerichtete fluoreszenzgestützte Operation
Auf den Tumor ausgerichtete fluoreszenzgestützte Operationen bei Patienten mit einem Karzinom im Kopf-Hals-Bereich haben empirisch die Identifikation des Tumors und der Tumorränder verbessert.
Dies kann beispielsweise mit Panitumumab-IRDye800 erfolgen, einem monoklonalen Antikörper gegen den epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor, der an einen Fluoreszenzfarbstoff (IRDye 800) gebunden ist. Dadurch dass der epidermale Wachstumsfaktorrezeptor bei Kopf-Halskarzinomen überexprimiert ist, können die mittels Immunfluoreszenz angefärbten Tumorzellen über eine spezielle Kamera intraoperativ dargestellt werden.
Panitumumab-IRDye800 bei Kopf-Hals-Tumoren?
Eine aktuelle Beurteilung dieser Technik zeigte, dass Panitunumab-IRDye800 die finale Bewertung der Kopf-Hals-Tumorresektionsränder in 21% der Fälle änderte.
Die fluoreszenzgestützte chirurgische Resektion mit Panitumumab-IRDye800 könnte einen besonderen Wert für das endoskopische Management des Larynxkarzinoms einnehmen. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund der dreidimensionalen Struktur des Larynx und den Limitationen der endoskopischen Tumordarstellung von Bedeutung.
Fallbericht: Einsatz Panitumumab-IRDye800 bei Larynxkarzinomresektion?
Ein aktueller Fallbericht beschreibt die klinische Umsetzung einer aktuellen Phase-II open-label klinischen Studie, die die Wirksamkeit der fluoreszenzgestützten chirurgischen Resektion mit Panitumumab-IRDye800 während einer Kaliumtitanylphosphat-Laser-assistierten TLM Resektion eines T2N0M0 glottischen Plattenepithelkarzinoms evaluierte.
Bei dem Patienten handelte es sich um einen 78-jährigen Mann, der bereits eine TLM für ein glottisches Karzinoma in situ erhalten hatte. Zum Zeitpunkt der Studie wurde bei ihm ein transglottisches T2 Larynxkarzinom diagnostiziert.
Der Patient erhielt drei Tage vor der geplanten Operation 50mg Panitumumab-IRDye800 intravenös. Die in vivo Fluoreszenzbildgebung wurde mittels Stryker PINPOINT Endoscopic Fluorescence Imaging System und Intuitive da Vinci Advanced Firefly Imaging System durchgeführt.
Die Fluoreszenzaufnahmen wurden gegenüber der endgültigen histopathologischen Diagnose untersucht.
Korrelation zwischen Immunfluoreszenz und histopathologischem Befund
Die Studienautoren zeigten eine enge Korrelation zwischen der histopathologischen Diagnose und der intraoperativ erfassten Aufnahme des Panitumumab-IRDye800. Fast jede Biopsie, die aus Regionen genommen wurde, wo eine relativ hohe Aufnahme der Färbung erschien, wurde histopathologisch als mindestens schwere Dysplasie bewertet. Alle Proben, die nach der Resektion aus Regionen ohne Panitumumab-IRDye800 Aufnahme entnommen wurden, waren negativ für eine Dysplasie oder Neoplasie.
Der Patient war krankheitsfrei bis zum postoperativen Dreimonatsfollow-up.
Fluoreszenzgestützte chirurgische Resektion könnte Outcome verbessern
Die fluoreszenzgestützte chirurgische Resektion bietet einen technischen Vorteil bei extrem kleinvolumigen Erkrankungen in Lokalisationen, in denen eine repräsentative Gewebebiopsie zu einem funktionell signifikanten Weichteildefekt geführt hätte.
Die Autoren glauben, dass eine Verbesserung der Tumorerfassung via fluoreszenzgestützter chirurgischer Resektion das Potential hat, die onkologischen und funktionellen Outcomes nach TLM zu verbessern.








