Coronaimpfungen nun Bestandteil des allgemeinen Impfkalenders

Die STIKO hat die Coronaimpfungen in den allgemeinen Impfkalender aufgenommen. Auffrischimpfungen sind jetzt nur noch für Menschen über 60 Jahre und Risikogruppen empfohlen.

Impfkalender

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) hat die Covid-19-Impfung in den allgemeinen Impfkalender 2023 aufgenommen. Die aktualisierten Impfempfehlungen und dazugehörigen wissenschaftlichen Begründungen wurden am 25.5.2023 im „Epidemiologischen Bulletin“ 21/2023 veröffentlicht. Demnach werden Covid-19-Auffrischimpfungen nur noch für Menschen über 60 Jahre sowie Personengruppen mit einem erhöhtem SARS-CoV-2-Infektionsrisiko bzw. erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf empfohlen. Gesunde Kinder und Jugendliche benötigen derzeit weder eine Covid-19-Grundimmunisierung noch weitere Auffrischungen.

Empfehlungen der STIKO: Basisimmunität für Menschen ab 18 Jahre

Aktuell rät die STIKO allen Personen ab 18 Jahre zu einer Basisimmunität gegen SARS-CoV-2, bestehend aus drei Antigenkontakten (Impfung oder Infektion, mit mindestens zwei Impfstoffdosen). Zwischen der ersten und der zweiten Impfung sollten mindestens drei Wochen vergehen (entsprechend den jeweiligen Fachinformationen), zwischen der zweiten und dritten Dosis mindestens sechs Monate. Eine Infektion wird als dritter Antigenkontakt gewertet, wenn der Abstand zur vorherigen Impfung mindestens drei Monate beträgt. Ferner sollte auch nach einer SARS-CoV-2-Infektion ein Abstand von mindestens drei Monaten zu einer Impfung eingehalten werden.

Auffrischimpfungen gegen SARS-CoV-2: Fokus auf Personen mit erhöhtem Risiko

Auffrischimpfungen gegen SARS-CoV-2 sollen zukünftig nur noch Personen mit erhöhtem Risiko für schwere Covid-19-Verläufe erhalten. Dazu gehören Menschen ≥60 Jahre, Personen ab einem Alter von sechs Monaten mit relevanten Grundkrankheiten und Bewohnende von Pflegeeinrichtungen. Darüber sollten Menschen mit einem erhöhten arbeitsbedingten Infektionsrisiko sowie Familienangehörige und enge Kontaktpersonen von Menschen mit einer immunsuppressiven Therapie, die durch eine Coronaimpfung selbst nicht sicher geschützt werden können, geboostert werden.

Die Auffrischimpfung wird im Abstand von mindestens zwölf Monaten zum letzten Antigenkontakt, vorzugsweise im Herbst, verabreicht. Als Impfstoffe empfiehlt die Expertengruppe weiterhin Varianten-angepasste Vakzine.

Gesunden Erwachsenen unter 60 Jahren und Schwangeren werden aktuell keine weiteren Auffrischungen empfohlen.

Keine Covid-19-Impfung für gesunde Kinder und Jugendliche

Gesunde Säuglinge, (Klein-)Kinder und Jugendliche benötigen laut STIKO momentan keine Covid-19-Impfungen, weder eine Grundimmunisierung noch Auffrischungen. Diese Entscheidung basiert auf dem aktuellen Infektionsgeschehen. Die Verläufe seien in diesen Altersgruppen nun überwiegend mild und die Hospitalisierungsinzidenz sehr gering.

Covid-19: Rückläufige Fallzahlen, aber keine Entwarnung

Seit Anfang des Jahres gehen die Covid-19-Fallzahlen deutlich zurück. Für eine vollständige Entwarnung ist es aber zu früh, warnt das Expertengremium. Anders als für Influenza gäbe es für SARS-CoV-2 noch keine eindeutigen saisonalen Muster in den Wintermonaten. Zudem wisse man nicht zuverlässig, wie lange die Schutzwirkung durch die bisherigen Covid-19-Impfungen anhält. Ebenso sind die zukünftige epidemiologische Entwicklung und das Auftreten neuer Virusvarianten mit potenziellen Immunfluchteigenschaften unvorhersehbar. Das alles erschwert die prognostische Abschätzung, so die STIKO.

Seit Beginn der Covid-19-Pandemie wurden in Deutschland mehr als 38,4 Millionen Covid-19-Infektionen und rund 174.000 Todesfälle registriert (Stand 25. Mai 2023).

Autor:
Stand:
31.05.2023
Quelle:

Robert Koch-Institut (RKI), Epidemiologisches Bulletin 21/2023, 25. Mai 2023.

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