Neue FSME-Risikogebiete in Deutschland - 178 Kreise betroffen

Die Gefahr einer FSME-Infektion in Deutschland ist weiterhin hoch. Wie aus dem aktuellen Epidemiologischen Bulletin 9/2023 des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht, gibt es nun drei weitere Risikogebiete in Deutschland.

Zecken Risikogebiet

Insgesamt sind aktuell 178 Kreise als FSME-Risikogebiete ausgewiesen. Die meisten dieser Gebiete befinden sich in Bayern und Baden-Württemberg sowie in Sachsen und Thüringen. Seit 2022 gehört auch ein Gebiet in Brandenburg zu den Risikogebieten. Die Ständige Impfkommission (STIKO) rät dazu, sich gegen FSME impfen zu lassen, wenn man in FSME-Risikogebieten lebt oder arbeitet. Dazu gehören beispielsweise Menschen, die in der Forstwirtschaft oder Landwirtschaft arbeiten. Auch für Reisende in FSME-Risikogebiete im Ausland wird eine Impfung empfohlen.

Neue Risikogebiete grenzen an bekannte Gebiete

Die drei neuen Risikogebiete grenzen an bereits bekannte FSME-Risikogebiete. In Sachsen-Anhalt kommt das Risikogebiet LK Anhalt-Bitterfeld hinzu. In Bayern sind die Landkreise Fürstenfeldbruck und München von der Ausweisung als Risikogebiet betroffen.

Zahl der FSME-Erkrankungen steigt

Im Jahr 2022 wurden insgesamt 546 FSME-Erkrankungen übermittelt, die die Referenzdefinition des RKI erfüllten (Stand: 16.01.2023). Im Vergleich zum Vorjahr (421 FSME-Erkrankungen) ist das eine Zunahme von 30%.

Impfquote zu niedrig

Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass die Mehrzahl (98%) der 2022 übermittelten FSME-Erkrankten gar nicht oder unzureichend geimpft war. Das bedeutet, dass die Grundimmunisierung unvollständig war oder Auffrischimpfungen fehlten. Es besteht also eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass viele der auftretenden FSME-Erkrankungen durch eine Steigerung der Impfquoten verhindert werden könnten.

Aufklärung über FSME-Impfung notwendig

Um das Risiko von FSME-Erkrankungen in Deutschland zu senken, ist eine verstärkte Aufklärung über die FSME-Impfung notwendig. Insbesondere in Risikogebieten mit hoher FSME-Inzidenz sollte die Bevölkerung über den Nutzen der Impfung informiert werden, so das RKI. Denn eine Erkrankung an FSME kann schwerwiegende Folgen haben und im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen.

FSME-Impfung auch für Reisen ins Ausland empfohlen

Die FSME-Impfempfehlung gelten auch für Reisen in FSME-Risikogebiete außerhalb Deutschlands. Daher ist es ratsam, sich vor einer Reise in ein Risikogebiet reisemedizinisch beraten zu lassen. Hierfür stehen spezialisierte niedergelassene Ärzte, Tropeninstitute und teilweise auch Gesundheitsämter als kompetente Anlaufstellen zur Verfügung.

Auch das Auswärtige Amt bietet  Informationen zu Ländern und Reisen an, einschließlich Informationen zu empfohlenen Impfungen. Darüber hinaus können die Gesundheitsbehörden im Ausland Auskunft über die FSME-Situation im Reiseland geben.

Es ist wichtig zu beachten, dass das Infektionsrisiko für FSME in europäischen Ländern sehr unterschiedlich sein kann und sich lokal stark unterscheidet. Eine Übersicht über FSME-Risikogebiete in Europa findet man auf der Webseite des ECDC.

Für Reisen außerhalb Europas nach Asien besteht ebenfalls ein Infektionsrisiko bei Zeckenexposition. Besonders in Russland (Sibirien), Mongolei, Nord-China und Nord-Japan ist das Risiko teilweise hoch. Allerdings ist eine genaue Risikoabschätzung aufgrund mangelnder Erfassung und Dokumentation von FSME-Infektionen in diesen Ländern schwierig.

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