Schutzwirkung der Mpox-Impfung hält nur wenige Monate an

Die Antikörperantwort nach einer Mpox-Impfung lässt innerhalb von sechs bis zwölf Monaten erheblich nach. Um einen nachhaltigen Schutz zu gewährleisten, könnte eine Auffrischungsimpfung erforderlich sein.

MPOX Impfung

Die Impfkampagne gegen Mpox stellte einen entscheidenden Faktor zur Eindämmung des Ausbruchs im Jahr 2022 dar. Jüngste Forschungsergebnisse des Beth Israel Deaconess Medical Center (BIDMC) deuten jedoch darauf hin, dass die Immunität, die durch die Impfung hervorgerufen wird, rasch abnimmt. Dies könnte die Notwendigkeit von Auffrischungsimpfungen unterstreichen, um einen langfristigen Schutz aufrechtzuerhalten. Die Ergebnisse der Studie wurden im 'The Journal of the American Medical Association' veröffentlicht.

Schneller Rückgang der Antikörper nach Mpox-Impfung

Die israelische Studie analysierte, wie lange der Impfschutz bei Personen anhielt, die während des Mpox-Ausbruchs 2022 geimpft worden waren. Dabei wurde die Antikörperantwort bei 45 jungen Erwachsenen untersucht, deren mittleres Alter bei 25 Jahren lag. Von diesen hatte die Hälfte nur eine der zwei empfohlenen Impfdosen erhalten. Bei 30 der Teilnehmenden wurde die Impfung intradermal mit einer um ein Fünftel reduzierten Dosis verabreicht.

Aufgrund der damaligen Impfstoffknappheit hatten die Gesundheitsbehörden empfohlen, den Impfstoff effizienter einzusetzen. Statt der standardmäßig subkutan verabreichten Dosis von 0,5 ml sollte eine reduzierte Menge von 0,1 ml intradermal injiziert werden. Ziel war es, eine verstärkte Immunantwort durch die Aktivierung der dort vorhandenen antigenpräsentierenden Zellen zu erreichen.

Bedeutung der zweiten Impfdosis

In den ersten Wochen nach der Impfung entwickelten alle Teilnehmenden Antikörper gegen verschiedene Antigene des Mpox-Virus (MPXV). Allerdings war der Titer der neutralisierenden Antikörper deutlich niedriger als bei den drei Personen, die eine Mpox-Infektion durchgemacht hatten. Zudem nahm die Konzentration der Antikörper in den darauffolgenden Monaten rasch ab.

Besonders ausgeprägt war der Rückgang bei Personen mit nur einer Impfdosis. Nach zwei Impfstoffgaben stieg der IgG-Titer gegen das Mpox-Antigen M1R nach drei Monaten von einem Ausgangswert von 28 auf 112, während er bei denjenigen, die lediglich eine Dosis bekommen hatten, auf 45 anstieg.

Nach sechs Monaten sank der Titer bereits auf Werte von 62 beziehungsweise 38 und fiel nach zwölf Monaten weiter auf 38 und 33 ab. Damit lag er nur noch geringfügig über dem Ausgangswert.

Bei den Rekonvaleszenten konnte keine Abnahme der neutralisierenden Wirkung der Antikörper festgestellt werden.

Vollständige Impfserie unerlässlich

Die Verabreichung beider empfohlenen Impfdosen sei entscheidend, um die Immunität zu stärken, so die zentrale Erkenntnis der Studie. Die Studienleiterin Dr. Ai-ris Yonekura Collier betonte, dass sowohl subkutane als auch intradermale Impfungen über zwei Dosen hinweg verabreicht werden sollten, um die bestmögliche Schutzwirkung zu erzielen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, einen breiten Zugang zur vollen Impfserie sicherzustellen, insbesondere für Menschen mit hohem Expositionsrisiko.

Um die Wirksamkeit des Impfstoffs über längere Zeiträume besser zu verstehen, sind nun umfassendere Studien notwendig. Diese sollen auch Aufschluss darüber geben, ob und wann Auffrischungsimpfungen erforderlich sind. Angesichts potenzieller zukünftiger Ausbrüche sei dies von besonderer Bedeutung, betonen die Studienautoren.

Implikationen für Risikogruppen

Während des Mpox-Ausbruchs 2022 richtete sich die Impfkampagne vorrangig an Risikogruppen, darunter Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), Gesundheitspersonal und Laborangestellte. Ziel war es, den Infektionsdruck in diesen exponierten Gruppen zu senken, da Mpox in erster Linie durch engen Hautkontakt, insbesondere bei sexuellen Aktivitäten, übertragen wird. Die Studie weist darauf hin, dass diese Gruppen möglicherweise erneut einem erhöhten Risiko ausgesetzt sein könnten, wenn der Impfschutz nach einem Jahr signifikant abnimmt.

Autor:
Stand:
17.10.2024
Quelle:

Collier, A-r. Y. et al. (2024): Decline of Mpox Antibody Responses After Modified Vaccinia Ankara–Bavarian Nordic Vaccination. JAMA The Journal of the American Medical Association, DOI: 10.1001/jama.2024.20951.

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