Besorgniserregende Trends bei der kardiometabolischen Gesundheit

Während ältere Generationen der US-amerikanischen Bevölkerung in den vergangenen Jahrzehnten deutliche Verbesserungen in Bezug auf Cholesterin- und Triglyceridspiegel verzeichnen konnten, verlangsamte sich diese positive Entwicklung bei jüngeren Kohorten. Gleichzeitig stieg die Prävalenz von Diabetes und Adipositas stark an.

Adipositas-Beschwerden

Negativer Trend bei der kardiometabolischen Mortalität 

In den 1970er bis 2010er Jahren sanken die Sterberaten aufgrund kardiometabolischer Erkrankungen kontinuierlich. Inzwischen hat sich dieser Trend umgekehrt. Zwar sind die durchschnittlichen Cholesterin- und Triglyceridspiegel in den letzten Jahrzehnten gesunken, gleichzeitig stieg die Prävalenz von Diabetes von 2001 bis 2018 um etwa 30 %. Adipositas hat sich in den USA zu einer wachsenden Epidemie entwickelt.

Nur wenn Prävalenz und Trends bei den Risikofaktoren besser verstanden werden, ist es möglich, geeignete Maßnahmen im Rahmen des öffentlichen Gesundheitswesens zu entwickeln, um der Zunahme kardiometabolischer Erkrankungen und Todesfälle entgegenzuwirken.

Wie haben sich Lipid- und Blutzuckerwerte in der Bevölkerung entwickelt?

Forscher um Dr. Xiaoning Huang von der Northwestern University Feinberg School of Medicine in Chicago, USA untersuchten daher die Gesamtcholesterin-, Triglycerid- und Glukosespiegel verschiedener US-amerikanischer Alterskohorten basierend auf Daten des National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES). Sie berechneten die Änderungen der Werte jeweils von einer Zehnjahreskohorte zur jeweils folgenden. Außerdem versuchten sie zu quantifizieren, inwieweit die Entwicklungen durch Veränderungen im Body-Mass-Index (BMI) beeinflusst wurden.

Sinkende Blutfettwerte und steigende Glukosespiegel

In der Querschnittsstudie mit 52.006 Teilnehmern lag das mediane Alter bei 46 Jahren. 50,6 % der Teilnehmer waren Frauen. 

Die Studie ergab, dass jede Zehnjahreskohorte gegenüber der älteren Zehnjahreskohorte durchschnittlich einen um 7,1 mg/dl niedrigeren Gesamtcholesterinspiegel, einen um 13,1 mg/dl niedrigeren Nüchterntriglyceridspiegel und einen um 2,7 mg/dl höheren Nüchternglukosespiegel aufwies.

Ungünstigere Trends bei jüngeren Kohorten

Im Vergleich zu älteren Generationen waren die Rückgänge der Cholesterin- und Triglyceridspiegel bei jüngeren Kohorten deutlich geringer. Gleichzeitig beschleunigte sich besonders bei jüngeren Kohorten der negative Trend bei den Glukosewerten.

Rolle von Adipositas und demographischen Faktoren

Einen Teil der beobachteten Zusammenhänge, insbesondere bei den Lipidwerten, konnten die Forscher auf den Body-Mass-Index (BMI) zurückführen. Allerdings blieb ein erheblicher Anteil der Assoziation zwischen Geburtskohorte und kardiometabolischen Ergebnissen ungeklärt.

Die Studie zeigte zudem geschlechtsspezifische Unterschiede in den Trends. Während bei Männern der Anstieg des BMI stärker mit den Veränderungen der kardiometabolischen Marker assoziiert war, waren bei Frauen andere Faktoren, wie etwa der sozioökonomische Status und das Bildungsniveau, von Bedeutung.

Auch ethnische Unterschiede wurden beobachtet. Bestimmte ethnische Gruppen zeigten stärkere Veränderungen in den kardiometabolischen Parametern als andere Gruppen.

Maßnahmen zur Umkehr der negativen Trends nötig

Die Autoren sehen aufgrund ihrer Daten die Notwendigkeit eines umfassenden Ansatzes zur Verbesserung der kardiometabolischen Gesundheit. Hierzu könnten öffentliche Gesundheitsinitiativen, die sich auf die Förderung gesunder Verhaltensweisen, wie Ernährung und Bewegung, in allen Lebensaltern konzentrieren, beitragen. Außerdem sollte eine frühzeitige Erkennung von Risikofaktoren, eine gezielte Prävention und die bessere medizinische Versorgung besonders vulnerabler Bevölkerungsgruppen gefördert werden.

Autor:
Stand:
13.01.2025
Quelle:

Huang et al. (2024): Cholesterol, triglyceride, and glucose levels across birth cohorts in the US. Jama Network Open, DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2024.49481

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