Schon lange gibt es eine kostenfreie Telefonberatung über das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), früher Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), berichtete Dr. Alexander Rupp von der Pneumologischen Praxis im Zentrum (PiZ) in Stuttgart anlässlich des 66. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin 2026. Unter der Telefonnummer 0800 8 31 31 31 wird eine professionelle Beratung und Unterstützung bei der Vorbereitung und Planung des Rauchstopps angeboten. Außerdem sind bis zu fünf Rückrufe während der Ausstiegsphase möglich. Auch bei Rückfällen hilft die Beratung und vermittelt bei Bedarf den Kontakt zu ambulanten Gruppenprogrammen und Beratungsstellen. Die Telefonnummer steht auf allen Verpackungen von Tabakwaren. Raucher haben diese Ausstiegshilfe immer zur Hand, betonte Rupp.
Evidenz für Telefonberatung
Metaanalysen haben gezeigt, dass Rauchstopp-Telefonberatungsangebote gegenüber keiner Maßnahme oder nur einer minimalen Beratung die Chance auf eine dauerhafte Rauchabstinenz signifikant erhöhen, berichtete Rupp. Die Evaluation des BIÖG-Angebots zeigte zwar keine verbesserte 7-Tage-Punktprävalenz des Rauchstopps, aber eine doppelt so hohe prolongierte Abstinenz. Zigarettenraucher, die einen Rauchstopp versuchten, blieben mit der Telefonberatung zu 31,7 % abstinent, ohne die telefonische Unterstützung nur zu 17,8 %. Für die Tabak-Langzeitabstinenz inklusive anderer Tabakprodukte ergaben sich ähnliche Unterschiede (30,8 % vs. 15,2 %).
Nichtraucherhelden im Internet
Interaktive und personalisierte internetbasierte Interventionen verbessern ebenfalls die Chance auf einen andauernde Rauchabstinenz leicht (Verhältnisrate (Rate Ratio [RR] 1,15; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 1,01–1,30). Werden verhaltenstherapeutische Elemente integriert, ist der Effekt im Vergleich zu keiner Intervention deutlicher (RR 1,69; 95 %-KI 1,30–2,18). Das digitale Entwöhnungsprogramm „Nichtraucherhelden“ gibt es seit 2016 als leitlinienkonforme Onlineunterstützung und seit 2019 auch als Smartphone-App. Das Internetangebot umfasst zwei Vorbereitungstage und zehn Programmtage mit den wesentlichen Elementen eines leitliniengerechten Rauchentwöhnungsprogramms. Die Evaluation des Internetangebots zeigte mit 15 % nach einem Jahr eine Rauchstoppquote, die deutlich höher ist als sonst bei Rauchern ohne Teilnahme an einem Programm berichtet (3–7 %).
DiGAs dauerhaft gelistet
Auch Apps mit verhaltenstherapeutischen Elementen können die Abstinenzrate dauerhaft verbessern. In Deutschland sind die „Nichtraucherhelden“-App wie die App „Smoke Free – Rauchen aufhören“ beim Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) dauerhaft gelistet. In einer randomisiert-kontrollierten Studie mit Rauchern, von denen 21 % eine COPD- und 19 % eine Asthmadiagnose hatten, verdoppelte sich der Anteil der Personen, die einen Rauchstopp mit der App erreichten gegenüber einer Kontrolle, die nur den Ratschlag zum Rauchstopp erhalten hatte (20,2 % vs. 10,5 %; Odds Ratio [OR] 2,2; 95 %-KI 1,4–3,4). Die erfolgreichen Aufhörer wiesen eine signifikant bessere physische und psychische Lebensqualität auf und berichteten weniger über Dyspnoe und Husten, betonte Rupp. Die Publikation der Studie zur anderen App steht noch aus.
DiGAs und Medikamente rezeptieren!
Die gelisteten DiGAs sind verordnungsfähig und bei Verordnung zulasten der Gesetzlichen Krankenkassen für aufhörwillige Raucher kostenfrei nutzbar. Sie ermöglichen, mehr rauchende Menschen als bisher zu erreichen und können einen großen Effekt in der Breite haben, ist Rupp überzeugt. Seit kurzem können auch Medikamente zur Unterstützung des Rauchstopps auf GKV-Rezept verordnet werden, wenn die Rauchenden in ein evidenzbasiertes Entwöhnungsprogramm eingebunden wurden. Dazu gehören auch die dauerhaft zugelassenen DiGAs, betonte der Pneumologe und empfahl die Kombination von DiGA und Medikamenten zur Rauchentwöhnung.












