Rolle und Entwicklung der Nationalen Lenkungsgruppe Impfen
Auf der Nationalen Impfkonferenz 2026 berichtete Dr. Maria-Sabine Ludwig aus der Geschäftsstelle der Nationalen Lenkungsgruppe Impfen über Aufgaben, Struktur und Entwicklung des Gremiums. Die Nationale Lenkungsgruppe Impfen (NaLI) wurde 2016 als zentrales Steuerungs- und Abstimmungsgremium etabliert, um die Umsetzung der im Nationalen Impfplan definierten Ziele zu begleiten. Sie vereint Vertreter der Bundesländer, des Bundes, der Selbstverwaltung sowie wissenschaftlicher Institutionen und dient dem fachlichen Austausch zwischen diesen Akteuren.
In den vergangenen Jahren wurden Maßnahmen zur Verbesserung der Transparenz und zur Vernetzung bestehender Aktivitäten vorgestellt. Über die NaLI-Webseite werden Inhalte entlang der Themenfelder des Nationalen Impfplans gebündelt, Länderaktivitäten sichtbar gemacht und Best-Practice-Beispiele zusammengeführt. Darüber hinaus wurden Aktivitäten der NaLI im Zusammenhang mit Konzepten zur Masern- und Röteln-Elimination sowie zur Förderung der HPV-Impfung dargestellt.
Aktualisierung des Nationalen Impfplans
Dr. Cornelia Höflich stellte die Arbeit der NaLI-Arbeitsgruppe zur Aktualisierung des Nationalen Impfplans vor. Der bisherige Impfplan stammt aus dem Jahr 2012 und umfasst einen strategischen Zielteil sowie einen ausführlichen Analyse- und Hintergrundteil. Ziel der Arbeitsgruppe ist eine systematische Evaluation der bisherigen Ziele und Maßnahmen.
Hierfür wurde ein Ampelbewertungssystem etabliert, mit dem der Umsetzungsgrad einzelner Zielsetzungen bewertet wird. Im Rahmen der bisherigen Auswertung wurden verschiedene Entwicklungen dargestellt, unter anderem in Bezug auf Transparenz und Struktur der Impfempfehlungen sowie die Beteiligung unterschiedlicher Facharztgruppen. Als Herausforderungen wurden unter anderem fehlende bundesweit einheitliche Impfkampagnen benannt. Die Ergebnisse der Evaluation sollen in die Weiterentwicklung des Nationalen Impfplans einfließen.
Nationale Strategie zur Förderung der HPV-Impfung
Dr. Marianne Röbl-Mathieu berichtete über aktuelle Entwicklungen zur Förderung des HPV-Impfschutzes in Deutschland. Ausgangspunkt ist ein Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz aus dem Jahr 2021, der eine gezielte Stärkung der HPV-Impfung vorsieht. Vor dem Hintergrund bestehender Empfehlungen und verfügbarer Studiendaten wurde auf weiterhin unzureichende Impfquoten in Deutschland hingewiesen.
Im Vortrag wurde ein nationales HPV-Impfkonzept vorgestellt, das als fortlaufend aktualisierbares Dokument angelegt ist.
Es definiert vier zentrale Handlungsfelder:
- Gesundheitskompetenz
- Qualifikation der impfenden Akteure
- Impffreundliche Infrastruktur
- Monitoring und Surveillance
Für jedes dieser Felder werden konkrete Handlungsempfehlungen formuliert. Als perspektivische Maßnahme wurde ein bundesweit koordiniertes HPV‑Impfjahr in Aussicht gestellt.
Stand der Masern- und Röteln-Elimination
Dr. Dorothea Matysiak-Klose gab ein Update aus der Nationalen Verifizierungskommission für Masern und Röteln. Die Kommission bewertet jährlich anhand epidemiologischer, virologischer und impfstatistischer Daten den Stand der Elimination.
Für Röteln wurde der Eliminationsstatus bereits bestätigt. Für Masern konnte die Unterbrechung der endemischen Transmission für die Jahre 2022 und 2023 nachgewiesen werden. Für das Jahr 2024 wurde berichtet, dass aufgrund unvollständiger Labordaten und fortbestehender Importfälle keine formale Anerkennung des Eliminationsstatus erfolgte.
Die Kommission betonte die Bedeutung einer vollständigen PCR-Diagnostik und Genotypisierung, um Transmissionsketten zuverlässig bewerten zu können. Zudem wurde hervorgehoben, dass Elimination nicht mit Eradikation oder vollständiger Masernfreiheit gleichzusetzen ist, weshalb eine klare Kommunikation erforderlich bleibt.
Bedeutung für die Versorgung
In den Beiträgen wurden verschiedene strukturelle und datenbasierte Aspekte der Impfprävention in Deutschland sowie aktuelle organisatorische Ansätze vorgestellt.












