GKV: Finanzen trotz 3,5 Milliarden Überschuss weiter angespannt

Die gesetzlichen Krankenkassen haben das Jahr 2025 mit einem Überschuss von 3,5 Milliarden Euro abgeschlossen. Dennoch sieht der GKV-Spitzenverband keine Entwarnung für die Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung. Steigende Ausgaben in mehreren Versorgungsbereichen setzen das System weiterhin unter Druck.

Abrechnung

Berlin. Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland haben das Jahr 2025 mit einem Überschuss von rund 3,5 Milliarden Euro abgeschlossen. Dennoch sieht der GKV-Spitzenverband die Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) weiterhin kritisch. Eine Senkung der Zusatzbeiträge „ist derzeit illusorisch“, so der Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Oliver Blatt. Der Überschuss dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Ausgaben weiterhin stark steigen. Es gebe „null Grund zur Entwarnung.“

Ausgaben für stationäre Versorgung steigen um nahezu zehn Prozent

Nach Angaben des Verbandes sind die Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung im Jahr 2025 deutlich gestiegen. Insgesamt beliefen sich die Ausgaben demnach auf rund 352 Milliarden Euro. Das sind fast acht Prozent mehr als im Vorjahr 2024 (327 Milliarden Euro).

Der mit Abstand größte Teil entfällt weiterhin auf die stationäre Versorgung in Krankenhäusern. Für diesen Bereich gaben die gesetzlichen Krankenkassen im vergangenen Jahr 111 Milliarden Euro aus. Damit stiegen die Ausgaben für Krankenhausbehandlungen um nahezu zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Arzneimittelausgaben: plus 5,9 Prozent | Ambulante Versorgung: plus 7,6 Prozent

Die Ausgaben für ambulante ärztliche Leistungen erhöhten sich um 7,6 Prozent auf insgesamt rund 54 Milliarden Euro. Damit gehört auch die ambulante Versorgung zu den Bereichen mit einem spürbaren Kostenanstieg.

Der Arzneimittelbereich gehört seit Jahren zu den zentralen Kostenfaktoren der gesetzlichen Krankenversicherung. Gründe für steigende Ausgaben sind unter anderem die zunehmende Nutzung innovativer, häufig hochpreisiger Therapien sowie eine wachsende Zahl behandelter Patienten. 2025 verzeichneten die gesetzlichen Krankenkassen bei Arzneimitteln Ausgaben in Höhe von 58 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Plus von etwa 5,9 Prozent.

Überschuss reicht nicht zum Aufbau von Reserven

Trotz des erzielten Überschusses sieht der GKV-Spitzenverband die finanzielle Situation der Krankenkassen weiterhin angespannt. Ein Grund dafür sei, dass die gesetzlichen Krankenkassen gesetzlich verpflichtet sind, Finanzreserven vorzuhalten. Jedoch reiche der Überschuss von 3,5 Milliarden Euro ohnehin nicht aus, um diese Rücklagen in ausreichendem Umfang aufzufüllen. 

In den vergangenen Jahren hatten zahlreiche Krankenkassen große Teile ihrer Reserven bereits aufgebraucht. Vor diesem Hintergrund hatten viele Kassen schon 2025 ihre Zusatzbeiträge erhöht. Zum Jahreswechsel stieg der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz dann erneut: nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes um rund einen Prozentpunkt auf durchschnittlich 3,13 Prozent. 

Senkung der Zusatzbeiträge nicht in Sicht: Weiterer Anstieg wahrscheinlicher

Nach Einschätzung des Verbandes ist angesichts der aktuellen Kostenentwicklung nicht damit zu rechnen, dass die Beitragssätze kurzfristig wieder sinken können. Im Gegenteil könnten weitere Beitragserhöhungen notwendig werden, wenn keine strukturellen Reformen umgesetzt werden. Der Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes warnte in diesem Zusammenhang davor, dass viele Krankenkassen spätestens zum nächsten Jahreswechsel erneut gezwungen sein könnten, ihre Zusatzbeiträge anzuheben.

Der GKV-Spitzenverband und die in der Organisation vertretenen Krankenkassen fordern vom Gesetzgeber schon seit längerer Zeit weitreichende Reformen zur Kostensenkung – und kritisieren die bisherigen Schritte als nicht hinreichend. Die Bundesregierung hatte im Rahmen des Reformpakets zur Stabilisierung der Sozialversicherungssysteme  ein GKV-Spargesetz auf den Weg gebracht, das Einsparungen in Höhe von rund zwei Milliarden Euro vorsieht.

Autor:
Stand:
14.03.2026
Quelle:

GKV-Spitzenverband: 

  1. Keine Entwarnung bei GKV-Finanzen, zuletzt abgerufen am 9. März 2026
  2. Entschlossenes Handeln notwendig, zuletzt abgerufen am 9. März 2026
     
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