Erhaltungstherapie beim Urothelkarzinom
Die Behandlung mit Bacillus Calmette-Guérin (BCG) stellt den Standard in der Prävention von Rezidiven und Progressionen bei nicht-muskelinvasivem Blasenkrebs (NMIBC) dar. Metaanalysen haben gezeigt, dass die optimale Wirksamkeit erreicht wird, wenn nach einer initialen Induktionsphase eine Erhaltungstherapie für ein bis drei Jahre durchgeführt wird.
Derzeit wird für die BCG-Therapie hauptsächlich das von der Southwest Oncology Group (SWOG) vorgeschlagene Protokoll angewendet, aber auch eine Erhaltungstherapie mit monatlichen Instillationen ist weit verbreitet. Die Frage, ob sich diese beiden Schemata hinsichtlich ihrer Verträglichkeit und Wirksamkeit unterscheiden, bleibt jedoch offen.
Was leisten die zwei verschiedenen Therapieschemata?
Forscher um Dr. Pertti Nurminen von der Universitätsklinik in Turku, Finnland, verglichen in einer retrospektiven Studie die Abbruchraten unter den beiden Schemata. Bei der Erhaltungstherapie nach dem SWOG-Protokoll erhielten die Patienten nach der Induktionsphase nach drei und sechs Monaten drei Instillationen im wöchentlichen Abstand, danach alle sechs Monate bis zu insgesamt drei Jahren. Dieses Schema verglichen die Forscher mit einem Schema, bei dem monatlich eine einzelne Instillation für ein bis zwei Jahre verabreicht wurde.
Die Forscher identifizierten in zwei tertiären Pflegezentren in Finnland insgesamt 723 Patienten mit NMIBC, die zwischen 2009 und 2019 BCG-Instillationen nach einem der beiden Schemata erhalten hatten. Die Mehrheit der Patienten (75%) erhielt monatliche Instillationen, während 25% der Patienten nach dem SWOG-Protokoll behandelt wurden.
Keine signifikanten Unterschiede in den Abbruchraten
Die Forscher fanden nach einer Nachbeobachtungszeit von 66 Monaten für die beiden Therapieschemata vergleichbare Abbruchraten aufgrund von Toxizität oder wegen mangelnder onkologischer Wirksamkeit. In der SWOG-Gruppe wurden weniger Rezidive und Progressionen beobachtet, doch war dieser Unterschied nicht signifikant.
Die Ergebnisse stützen die Befunde aus früheren Studien mit einer kleineren Zahl an Patienten und Ereignissen und legen nahe, dass beide Schemata als valide Alternativen angesehen werden können.








