Aktuelle Leitlinien empfehlen die Einleitung der Darmkrebsvorsorge bereits ab 45 Jahren anstatt wie bisher ab 50 Jahren. Doch wie erfolgreich ist dieses frühere Screening? Eine Beobachtungsstudie in den USA beleuchtete die Erfolgsquoten und die diagnostische Ausbeute des FIT-Tests (fäkal-immunochemischer Test) bei Menschen im Alter von 45 bis 49 Jahren im Vergleich zu denen ab 50 Jahren.
Studienaufbau und Ziel
Die retrospektive Kohortenstudie des Forscherteams rund um Dr. Theodor Levin fand an der Kaiser Permanente Bernard J. Tyson School of Medicine in Kalifornien und in Colorado statt. Untersucht wurden Personen, die zwischen Januar und September 2022 einen FIT-Test erhielten. Ziel war es, Unterschiede bei der Teilnahmequote, der Rate positiver Ergebnisse und der nachfolgenden Koloskopie festzustellen.
Ergebnisse: Teilnahme und diagnostische Ausbeute
Von insgesamt 267.732 verteilten FIT-Kits gingen 79,9% an Personen im Alter von 45 bis 49 Jahren. Die Ergebnisse zeigten, dass die Teilnahmequote in dieser Altersgruppe mit 38,9% geringfügig höher war als bei den 50-Jährigen (37,5%). Auffällig war jedoch eine deutliche regionale Abweichung: In Colorado war die Teilnahmequote bei den jüngeren Teilnehmern deutlich niedriger als bei den älteren (30,7% vs. 40,2%).
Interessanterweise war die Rate positiver FIT-Ergebnisse bei den jüngeren Patienten niedriger (3,6% vs. 4,0%). Die Wahrscheinlichkeit, nach einem positiven FIT eine Koloskopie zu erhalten, war in beiden Gruppen ähnlich (ca. 65%). Hinsichtlich der diagnostischen Ausbeute zeigte sich, dass bei den jüngeren Teilnehmern seltener Adenome (58,8% vs. 67,7%) entdeckt wurden. Der Nachweis von fortgeschrittenen histologischen Adenomen, Polypen mit hochgradiger Dysplasie oder Darmkrebs unterschied sich jedoch nicht signifikant zwischen den Altersgruppen.
Fazit: Unterstützung für frühere Darmkrebsvorsorge
Die Ergebnisse der Studie stützen die Empfehlung, mit der Darmkrebsvorsorge bereits im Alter von 45 Jahren zu beginnen. Die Teilnahmequoten und die diagnostische Ausbeute waren weitgehend ähnlich wie bei den 50-Jährigen, was für eine frühere Identifikation potenzieller Risiken spricht. Besondere Aufmerksamkeit sollte jedoch regionalen Unterschieden geschenkt werden, um die Teilnahme in allen Bevölkerungsgruppen zu erhöhen.







