Computertomographie: Nutzen und Risiken der Strahlenexposition
In nur wenigen Minuten entstehen bei Computertomographie (CT)-Untersuchungen dreidimensionale Bilder, die verschiedenste Strukturen des Körpers detailgenau und überlappungsfrei darstellen können. Doch die rotierende Röntgenröhre hat einen großen Nachteil: Patienten werden bei der Untersuchung mit ionisierenden Strahlen belastet, und das in achtzig Mal höherer Dosis als bei einer gewöhnlichen Röntgenaufnahme.
Die Strahlendosis von CTs wird in der Einheit Milligray (mGy) gemessen. Diese gibt an, wie viel Energie das Körpergewebe aufnimmt, während es der Strahlung ausgesetzt ist – ein CT des Knochenmarks hat z.B. etwa acht mGy. Trotz der Risiken ist diese Art der Bildgebung in manchen Fällen unverzichtbar und wird jährlich bei etwa einer Million Kinder eingesetzt.
Doch gerade bei Kindern und Jugendlichen scheint die Strahlenbelastung gefährliche Auswirkungen auf die Gesundheit zu haben. Eine neue Studie im Fachmagazin „Nature Medicine“ bestätigt nun ein erhöhtes Risiko für Blutkrebs nach einem CT-Scan bei Heranwachsenden.
Umfangreiche internationale Studie
In einer großangelegten internationalen Studie haben Wissenschaftler die Daten von nahezu einer Million Menschen aus neun europäischen Ländern analysiert, die vor ihrem 22. Lebensjahr mindestens einen CT-Scan erhalten hatten. Die Forschungsgruppe untersuchte den Zusammenhang zwischen der gesamten Strahlenexposition der Teilnehmenden und dem Auftreten von Blut- und Lymphkrebs. Besonderes Augenmerk legten sie dabei auf diese Krebsarten, da eine Bestrahlung des sensiblen Knochenmarks als Teil des blutbildenden Systems vor allem zu Neoplasien der Hämatopoese und Lymphopoese führen kann.
Die Ergebnisse bestätigen bisherige Zahlen und Zusammenhänge, denn bereits ein einziger CT-Scan mit einer Dosis von acht mGy steigerte das Risiko für Malignome des Blut- und Lymphsystems um 16 Prozent. Bei einer Strahlenbelastung von 100 mGy verdreifachte sich dieses Risiko. In absoluten Zahlen bedeutet das: Pro 10.000 durchgeführten CT-Scans entwickeln ein bis zwei Kinder Blutkrebs.
Lehren aus der Studie
Die Studienergebnisse sind eindeutig und bestätigen, was bereits bekannt war. Sie unterstreichen die bestehenden Leitlinien und die allgemeine Vorgehensweise. Demnach sollte eine CT-Bildgebung bei Kindern und Jugendlichen stets sorgfältig abgewogen und nur dann eingesetzt werden, wenn keine anderen diagnostischen Möglichkeiten mehr zur Verfügung stehen [1].








