Minimal-invasiv oder offen: Welche Nephroureterektomie verbessert das Überleben?

Bei Patienten mit oberen Harnwegskarzinomen ist die minimal-invasive radikale Nephroureterektomie der offenen Operation in Gesamt-, krebsspezifischem und rezidivfreiem Überleben überlegen – selbst bei höhergradigen Tumoren und ungünstigen pathologischen Merkmalen.

Hysterektomie

Das Urothelkarzinom des oberen Harntrakts (UTUC) ist weltweit selten, macht jedoch in Taiwan etwa 30–40 % aller Urothelkarzinome aus. Standardtherapie bei lokal begrenztem oder lokal fortgeschrittenem Krankheitsstadium ist die radikale Nephroureterektomie (RNU) mit Blasenmanschettenresektion.

Seit der Einführung laparoskopischer und roboterassistierter Techniken hat sich der Anteil minimal-invasiver Eingriffe kontinuierlich erhöht. Die klinischen Vorteile – weniger Blutverlust, kürzere Liegezeiten und schnellere Erholung – sind gut belegt. Unklar blieb bislang, ob die minimal-invasive Chirurgie der offenen Operation in der onkologischen Kontrolle ebenbürtig oder sogar überlegen ist.

Umfangreiche multizentrische Analyse von 2.430 Patienten

Eine im World Journal of Urology veröffentlichte multizentrische, retrospektive Studie der Taiwan UTUC Collaboration Group analysierte die Daten von 2.430 Patienten, die zwischen August 1988 und April 2021 eine radikale Nephroureterektomie erhielten. Ziel war der Vergleich von Gesamtüberleben, krebsspezifischem Überleben und krankheitsfreiem Überleben zwischen minimal-invasiven Operationen (laparoskopisch, handassistiert, roboterassistiert) und offener RNU.

Zur Minimierung potenzieller Verzerrungen wurden Propensity-Score-Matching und multivariable Überlebensanalysen eingesetzt. Nach dem Matching gingen 1.758 Patienten in die Auswertung ein (minimal-invasiv: n = 1.172; offen: n = 586). Trotz eines höheren Anteils hochgradiger Tumoren und ungünstiger pathologischer Befunde in der minimal-invasiven Gruppe waren die Ausgangscharakteristika zwischen beiden Gruppen insgesamt vergleichbar.

Deutliche Vorteile für die minimal-invasive Technik

Die minimal-invasive Operation war mit signifikant besseren Überlebensraten verbunden:

  • Gesamtüberleben: Odds Ratio (OR) = 0,662; p < 0,001
  • Krebsspezifisches Überleben: OR = 0,659; p = 0,002
  • Krankheitsfreies Überleben: OR = 0,646; p < 0,001

Diese Vorteile zeigten sich auch in der unadjustierten Analyse. Die Rate positiver Resektionsränder war zwischen beiden Gruppen nahezu identisch (3,0 % minimal-invasiv vs. 3,6 % offen).

Bedeutung der Blasenmanschettenresektion

Für die onkologische Kontrolle ist die vollständige Entfernung des distalen Ureters einschließlich der Blasenmanschette entscheidend. In der klinischen Praxis kamen je nach anatomischen Gegebenheiten und Patientenkonstitution offene, laparoskopische oder roboterassistierte Techniken zur Anwendung.

Die minimal-invasive Chirurgie ermöglichte durch optimierte Sicht und präzise Dissektion eine vollständige Entfernung bei gleichzeitig geringem Risiko für verbleibendes Tumorgewebe.

Fazit: Überlegenheit der minimal-invasiven Operation belegt

Die Studie zeigt, dass die minimal-invasive radikale Nephroureterektomie bei Urothelkarzinomen des oberen Harntrakts mit einem signifikant besseren Gesamt-, krebsspezifischen und krankheitsfreien Überleben einhergeht als die offene Operation – selbst bei ungünstigen Tumorcharakteristika. Die Ergebnisse basieren auf einem breiten, realitätsnahen Patientenkollektiv mit sorgfältiger statistischer Anpassung.

Autor:
Stand:
01.09.2025
Quelle:

Chen, I.H. A. et al. (2025): Comparative survival outcomes of minimally invasive versus open radical nephroureterectomy for upper tract urothelial carcinoma in Taiwan. World Journal of Urology, DOI: 10.1007/s00345-025-05829-5.

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